Gendarmenmarkt
Auch vom Gendarmenmarkt lässt sich sagen, dass er einer der schönsten Plätze Berlins ist.
Der Gendarmenmarkt ist ein – nach dem ursprünglich hier angesiedelten Kürassierregiment Gens d’armes benannter – Platz. Im Jahr 1688 bei der damaligen kurfürstlichen Stadterweiterung angelegt, wurde er im Zweiten Weltkrieg zerstört und erst 1976–1993 wieder aufgebaut. Auf ihm befindet sich das, heute als Konzerthaus genutzte, ehemalige Schauspielhaus von Karl Friedrich Schinkel. Das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt im Berliner Ortsteil Mitte ist die Spielstätte des Konzerthauses Berlin. Es wurde 1818 bis 1821 im Auftrag König Friedrich Wilhelms III. nach Plänen Karl Friedrich Schinkels im Stil des Klassizismus errichtet.
Die für den Bau verwendeten Säulen waren aus Sandstein; für die ganze Fassade wäre das Material zu teuer gewesen, da es in der Nähe Berlins keine geeigneten Steinbrüche gab. Das aus Backstein erbaute Haus erhielt durch Putzquaderung das Aussehen eines Werksteingebäudes. Quaderputz entsteht durch das Formen oder Einschneiden in den Putz vor dessen völliger Erhärtung mittels spezieller Fugeisen. Einzelne Elemente des Gebäudes wie das Gurt- und das Hauptgesims, der Portikus, die Plinthe und größere Pilaster waren planmäßig mit Werkstein verkleidet worden. Im Jahr 1882 beschloss der Magistrat, weitere Werksteinverblendungen vornehmen zu lassen.
Geputzte Oberfläche war sehr witterungsempfindlich und damit kostspielig in der Instandhaltung, so dass die Fassade 1883/1884 nachträglich mit Sandstein oder Naturwerkstein verblendet wurde. Im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt, wurde das Schauspielhaus 1976 bis 1984 als Teil des Gendarmenmarkts wiederaufgebaut. Wir konnten durch die Eingangstür ein Orchester bei der Probe beobachten. Der Große Saal des Konzerthauses gehört akustisch zu den besten symphonischen Konzertsälen der Welt.
rechts und unten: Skulpturen vor dem Schauspielhaus. Auf der Freitreppe des Gebäudes thronen seit 1851 musizierende Engel auf einem Löwen und einem Panther. Einmal mit Harfe, einmal mit Trompete. Erschaffen vom Bildhauer Christian Friedrich Tieck 1776-1851.
Thema: Die Macht der Musik, die selbst wilde Ziere zähmen kann.
Der „Schillerbrunnen“ ist ein Denkmal für den Dichter Friedrich von Schiller (1759-1805). Über schmiedeeisernen Gittern das aus weißem Carrara Marmor gearbeitete Denkmal. Der mit einer optionalen Brunnenfunktion, vier Wasserbecken und vier Löwenkopf-Wasserspeiern ausgestattete Sockel wird von vier weiblichen, Sitzfiguren umgeben, nämlich von „Lyrik, „Drama bzw. Dichtkunst“, „Philosophie“ und „Geschichte“ siehe Bilder und Erklärungen auf der rechten Seite
Die Berliner Zeitung schreibt: Frauen durften mitwirken, als Bildhauer Reinhold Begas sein Schillerdenkmal schuf. Die Oma saß Model, damit ihr Enkel, der Bildhauer Reinhold Begas (1831–1911), sein Werk, das Schillerdenkmal für Berlin, fertigstellen konnte. Bei der Einweihung auf dem Gendarmenmarkt 1871 durften sie dann jedenfalls nicht teilnehmen.
Die beiden seitlichen, rechteckigen Reliefs zeigen „Schillers Weihe zum Dichter“ und „Schillers Aufnahme in den Olymp“. Der Dichter selbst ist bekleidet mit einem Kostüm seiner Zeit, wirkt jedoch durch einen malerisch drapierten Mantel überzeitlich und der Realität enthoben. Der visionäre Blick des erhobenen, lorbeerumkränzten Hauptes geht in die Ferne. Die Schriftrolle in der Rechten verweist auf den Gelehrten. Blick in die Ferne, so hab ich das auf unseren Werbebriefen auch immer versucht.
Die Planung zu einem Drei-Dichter-Denkmal – Goethe, Schiller, Lessing – begann schon früh im 19. Jahrhundert, scheiterte aber an den politischen Gegebenheiten und den nach Autonomie strebenden verschiedenen Denkmalkomitees. 1880 konnte das Goethedenkmal im Großen Tiergarten enthüllt werden, 1890 das Lessingdenkmal nicht allzu weit davon. Allein das Schillerdenkmal konnte in der Innenstadt aufgestellt werden. Die Grundsteinlegung zum Denkmal erfolgte am 10.11.1859, dem 100. Geburtstag Schillers. Am 10.11.1861 lobte der Berliner Magistrat einen Wettbewerb aus. Die Einweihung erfolgte am 10.11.1871. 1935/1936 wurde das Denkmal demontiert und konnte Ende 1988 nach Restaurierung der stark in Mitleidenschaft gezogenen Sockelfiguren und nach Rekonstruktion des Sockels wieder aufgestellt werden. Nach 1990 wurde das Denkmal schon mehrfach restauriert und das zunächst nach 1945 verloren gegangene Gitter konnte wieder hergestellt werden.
Oben das ist die rechte Seite des Gendarmenmarkts. Hier ist auch das älteste erhaltene Gebäude der Randbebauung zu sehen. Es entstand in den Jahren 1901–1903 im Auftrag der Seehandlungsgesellschaft und späteren Preußischen Staatsbank. Das dreigeschossige Bauwerk im Stil des Neobarock ist mit einer Sandsteinfassade ausgestattet. Im Inneren gab es in diesen Jahren dadurch Veränderungen, dass ein viergeschossiger Verwaltungsbau angegliedert wurde. Dieser besitzt eine Muschelkalkstein-Verkleidung.
Aber dominiert wird der Platz von zwei symmetrischen Kuppelbauten, dem Französischen Dom und dem Deutschen Dom. Die Bezeichnung Dom bezieht sich hierbei nur auf das französische Wort „dôme”, was Kuppel bedeutet, also auf die Türme. Sie sind rein repräsentativ und haben keine kirchliche Funktion. Der Deutsche Dom beherbergt heute die Ausstellung des Deutschen Bundestages zur parlamentarischen Demokratie in Deutschland. Der Französische Dom beinhaltet das Hugenotten-Museum, das die Geschichte der französischen Einwanderer in Berlin dokumentiert.
Der Platz entstand ab 1688 nach Plänen von Johann Arnold Nering als Teil der Friedrichstadt, die Kurfürst Friedrich III., der spätere König Friedrich I. in Preußen, Ende des 17. Jahrhunderts anlegen ließ. In diesem historischen Viertel siedelte sich ein Großteil der französischen Einwanderer (Hugenotten) an, denen der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg mit dem Edikt von Potsdam im Jahr 1685 den Schutz ihrer religiösen Freiheit und volles Bürgerrecht zugesichert hatte.
Eine wunderbare, anrührende Szene. Jesus begegnet einer Frau am Jakobsbrunnen, der an den biblischen Stammvater Jakob erinnert. Eine zentrale biblische Erzählung, in der Jesus eine Frau anspricht und von „lebendigen Wasser” spricht, das hilft, wenn man eine schwierige Lebenssituation offenbart. Sie findet zum Glauben und verkündet als erste Missionarin das Evangelium. Soll zeigen, dass man nur bei Gott Versöhnung und Frieden finden kann.
König Friedrich I. wies sowohl der lutherischen als auch der französisch-reformierten Gemeinde je eine Stelle auf dem Platz zum Kirchenbau zu: im Norden für die Französische Friedrichstadtkirche und im Süden für die Deutsche Kirche. Beide Kirchenbauten entstanden nach 1701 zunächst ohne die später angebauten Türme. Beide Gebäude sehen zwar alt aus, brannten aber im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig aus. Die Bausubstanz samt Fassaden- und Figurenschmuck blieb erhalten. Der Wiederaufbau begann erst in den 1980er Jahren. Hier noch der Link zurück zur Hauptseite unseres Berlinrundganges, hier zur Schifffahrt in Berlin und hier um Berlin.
















