Schultze mit tz

Rundgang durch Berlin

Ein Rundgang durch Berlin

Tja irgendwo muss man ja anfangen. Wir wollten dies im Nikolaiviertel und der Nikolaikirche machen. Nicht, weil das vielleicht das Highlight von Berlin ist. Nein, das war für mich eher das Regierungsviertel mit dem Reichstagsbesuch, bzw. der Kuppel über dem Reichstag.

Die bunten Wandbilder wurden im VEB Schilderwerk Beutha gefertigt und 1985 angebracht. Nach einer Analyse hat sich herausgestellt, dass dabei offenbar ein nicht dauerhaft geeigneter Kleber verwendet wurde.

Das Nikolaiviertel war deshalb wichtig, weil ich bei den weiten Wegen zu Fuß, erst einmal meine Frau bei Laune halten musste. Und dafür habe ich im Internet recherchiert gab es dort ein schönes und bezahlbares Schmuckgeschäft. Also war das unser erstes Ziel. Eines noch vorab:

Sollten Ihnen einige Beschreibungen bekannt vorkommen, weil Sie vorher unseren Bericht Berlin per Schiff gelesen haben, möchte ich mich entschuldigen, etwas davon übernommen zu haben. Aber leider kann die gleiche Sehenswürdigkeit nicht zweimal erfunden werden, weshalb ich Dinge von meiner anderen Seite auch hier einfügte.

Viele Motive sind nicht mehr in Ordnung und die BVG musste lockere Fliesen von den Wänden abnehmen. Hier eine Abbildung des Tw6192 (Typ T 24) im Zustand von 1930.

Wenn Sie so wollen, habe ich bei mir selbst plagiiert, Verzeihen Sie mir das bitte. So und jetzt gehts los.

Wir fuhren mit der U-Bahn bis zum Bahnhof Klosterstraße. Der heutige U-Bahnhof Klosterstraße hieß ursprünglich Inselstraße. Seine Wände erzählen in farbigen Bildern aus der bewegten Geschichte des Berliner Verkehrswesens und zeigen auf humorvolle Art, womit man sich vor und nach 1900 fortbewegt hat. Der U-Bahnhof liegt zwischen Alexanderplatz und Märkisches Museum. Der Bahnhof wurde nach Plänen von Alfred Grenander errichtet und am 1. Juli 1913 im Zuge der Verlängerung der damaligen Centrums-Linie eröffnet. An den Wänden sind mit hellen Fliesen alte und neue Verkehrsmittel wie Omnibusse, Straßen-, U- und S-Bahnen und Bahnhofszenen dargestellt, aber teilweise sind Fliesen auch schon abgefallen.
Zu wünschen ist, dass die Reparatur der Wände nicht lange auf sich warten lässt. Wenn man aus dem U-Bahnhof herauskommt, läuft man erst einmal auf das

Die Höhe des Turmes (bis zur Brüstung 74 Meter und bis zur Spitze 94 m messend) wird von Historikern als „Zeichen des bürgerlichen Stadtstolzes der Berliner im 19. Jahrhundert“ gewertet, denn er war höher als die Kuppel des Berliner Stadtschlosses.

Rote Rathaus

zu und sieht im Hintergrund auch den Fernsehturm.

Die nach dem Krieg erneuerte Original-Turmuhr besitzt vier je 4,75 Meter im Durchmesser messende Zifferblätter mit einer vorgesetzten Schmiedekunst und einem zwei Meter langen Minuten- sowie einem 1,30 Meter langen Stundenzeiger. Von 2005 bis 2006 wurde die Bausubstanz am Turm erneuert. Innerhalb der einjährigen Sanierung erhielten auch die Zifferblätter der Turmuhr eine neue Goldauflage.

Das Rote Rathaus ist der Sitz des Regierenden Bürgermeisters von Berlin und der Senatskanzlei. Somit natürlich auch der Tagungsort des Berliner Senats. Es wurde von 1861 bis 1871 errichtet. Seinerzeit als Sitz des Oberbürgermeisters, der Stadtverordnetenversammlung und des Magistrats von Berlin. Der Name Rotes Rathaus spielt aber nicht darauf an, dass hier generell meist die SPD regierte, sondern geht einfach nur auf die roten Klinker zurück. Eigentlich war das heutige Gebäude so nicht geplant, hatte doch Karl Friedrich Schinkel 1817 eine Reihe von Umbauplänen für das alte Rathaus eingebracht.  Doch gefielen die wohl nicht so richtig, so dass man 1857 einen Wettbewerb für einen völligen Neubau ausschrieb. Man wollte ein „Monument das der Stadt würdig ist“. Na ja, irgendwer möchte sich ja immer verwirklichen. Es reichten dann auch eine Reihe namhafter Architekten ein, erhielten sogar Preise dafür, doch wurde nach diesen Entwürfen nicht gebaut. Stattdessen erhielt 1859 der preußische königliche Baurat Waesemann den Auftrag selber nach eigenem Entwurf zu bauen. Der allerdings kupferte wohl ganz gut bei den anderen Architekten ab.

Insgesamt hat das Rathaus 252 Büros sowie 15 Sitzungs- und Veranstaltungssäle

Außerdem nahm man die Italienische Renaissance als Vorbild und beim Turm die Türme der Kathedrale von Laon in Frankreich. Die erste Ratssitzung fand am 30. Juni 1865 statt und am 6. Januar 1870 tagte auch die Stadtverordnetenversammlung erstmals hier. Die ordnungsgemäße Einweihung fand aber erst am 17.4.1871 statt. Zwischen 1943 und 1945 wurden Teile des Gebäudes zerstört und erst von 1951 bis 1956 wiederhergestellt. Der Außenbau entstand weitestgehend originalgetreu. Die erste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung an ihrem neuen Sitz fand am 30. November 1956 im wieder aufgebauten Roten Rathaus statt. Infolge der deutschen Teilung und der damit verbundenen Teilung der Stadt waren in dem Rathaus der Magistrat, die Stadtverordnetenversammlung und der Oberbürgermeister von Ost-Berlin untergebracht. Bei der Eröffnung war man sehr weit vorausschauend unterwegs und verkündete:

„Von hier aus wird einst ganz Berlin verwaltet werden“.

Allerdings hat die DDR-Führung sich das sicherlich anders vorgestellt, als es dann kam. Am 1. Oktober 1991 kehrte dann, wie vorhergesagt, die Verwaltung des wiedervereinigten Berlins ins Rote Rathaus zurück. Hinter dem Roten Rathaus sieht man den Fernsehturm.

Fernsehturm

Die Führungsspitze der DDR wollte den Turm so schnell wie möglich fertigstellen. Also wurde am 9. Februar 1965 der Entwurf abgesegnet und am 20. März begannen die Abrissarbeiten einiger Häuser auf dem Grundstück am Alexanderplatz. Die waren mit gut 38 Millionen Mark teurer als die geplanten Gesamtkosten und so mussten die Arbeiten erst einmal niedergelegt werden. Der Bauleiter soll aber ohne Genehmigung weitergebaut haben. Also ist der Turm wohl ein Schwarzbau gewesen. Gekostet hat er dann übrigens 131 Millionen. Ja es gab in Berlin schon Rechenkünstler, bevor der Flughafen geplant wurde.

Nun zu einer recht witzigen Sache, Sie haben auf dem rechten Bild den Fernsehturm gesehen. Haben Sie in diesem Zusammenhang schon einmal den Ausdruck „Rache des Papstes“ gehört? Nein, gut, dann möchte ich die Wissenslücke schließen.

Eine Stadtführerin erzählte uns, die DDR-Regierung sei ja in der Einstellung eher atheistisch, also gegen die Kirche gewesen. Kirchliche Einrichtungen wurden diskriminiert und benachteiligt. Normal würde sich auf einer Kugel die Sonne ja kreisförmig zeigen. An diesem Fernsehturm hat man aber, um Luftwirbelungen und ein eventuelles Schwanken der Kugel zu verhindern, nach außen vorstehende Edelstahlverkleidungen angebracht, die das Licht zusätzlich reflektieren. Nachdem alles fertig war, sah man, dass als Spiegelung nun ein Lichtkreuz entstand. Bereits 1973 nannte man das in Westberlin „die Rache des Papstes“. Weil der Fernsehturm aber ein sozialistisches Statussymbol sein sollte, war es für den Staatsrat besonders unangenehm. Man ließ sogar einen inoffiziellen Mitarbeiter ermitteln, ob es sich um Sabotage handelte. im Westen brachte man sogar das Gerücht auf, man wolle den Turm wieder abreißen, was aber nicht stimmte. Und schleifen der Kugel oder mit Kunststoff zu überziehen soll als zu teuer verworfen worden sein. Übrigens war das Material aus westdeutschem Kruppstahl.

Es wurde dann einfach gesagt, es sei kein Kreuz, sondern ein Plus für den Sozialismus. Na ja, wer’s glaubt. Auf jeden Fall ein toller Gag. Es gibt aber noch eine andere Geschichte zum Turm. Wollte die SED ihn doch Telespargel nennen, um der eigenen Bevölkerung den Namen „St. Walter“ auszutreiben. Den hatte man ihm nämlich gegeben, weil Walter Ulbricht, der Staatsratsvorsitzende der DDR, mit dem Turm den Westen beeindrucken wollte, aber durch das Leuchtkreuz zum Gespött der Leute wurde. Hat aber nicht geklappt. Kurios ist auch Folgendes noch: Am Anfang mussten Besucher rauf über die Treppe und durften den Aufzug nur hinunternehmen. Um Energie zu sparen? Nein! Einfach weil der Erbauer den Besuchern gern vor Augen führen wollte, welches bedeutende Bauwerk er erschaffen hatte und wie extrem hoch es war. Dazu baute er darauf, dass vielen Besuchern beim Aufstieg auf enger Treppe schlecht wird und das eben dies verdeutlicht. Ideen hatte man…

Altes Stadthaus

Dieser pompöse Bau war ursprünglich als Erweiterungsbau des Roten Rathauses gedacht. Der war nötig, weil zu Beginn des Baus des Roten Rathauses Berlin 500000, zum Ende aber schon 800000 Einwohner hatte. Somit war es schon bei Fertigstellung zu klein. Das Alte Stadthaus war später auch der Sitz des Ministerrates der DDR. Helmut Kohl lehnte es nach der Wiedervereinigung als Bundeskanzleramt aber ab.

Der Turm besteht aus zwei Trommeln mit Säulenkranz und Kuppelhelm. Er sollte zeigen, dass „Berlin eine in die Höhe gerichtete Entwicklung nimmt“. Steinerne Bürgertugenden schmücken den Fuß des Turms.

Da wollte er sicherlich wohl einfach nicht in ein Gebäude, in dem vorher die DDR-Regierung gesessen hatte. Wenn man die Größe des Bundeskanzleramtes heute sieht, wäre das Alte Stadthaus aber wahrscheinlich auch zu klein gewesen. Gebaut wurde es von 1902 bis 1911 nach heutigem Geld für ca. 40 Millionen Euro, Geplant wurde es seinerzeit vom Stadtbaurat Hoffmann.

Ursprünglich eine 3,25 Meter große Fortunafigur aus Kupfer von Ignatius Taschner (1856-1913). Bis 1951 krönte die auf einer vergoldeten Kugel stehende weibliche Figur mit Füllhorn, erhobener Rechten und Lorbeerkranz auf dem Haupt die Kuppel. Sie wurde bei den Restaurationsarbeiten 1951 entfernt und durch eine Rundfunkantenne ersetzt. Nach dem Bau des Fernsehturms 1969 wurde die dann gegen eine DDR-Flagge ausgetauscht. Die Fortuna war in den 1960er Jahren in der Kuppel eingelagert, wurde dann aber eingeschmolzen. Ein Restaurator stellte die Figur der Göttin Fortuna neu her und setzte sie 2004 wieder auf die Kuppel. Gewicht ca. 300 Kilogramm. Die ganze Aktion kostete 125000 Euro, wurde aber von einem Kunstmäzen finanziert. Möglich war das nur, weil sich im Nachlass Ignatius Taschners ein Gipsmodell der Figur in der Größe 1:10 fand, das nun als detailgenaue Vorlage zur Verfügung stand.

Erweiterungsbau zum Roten Rathaus hört sich so an, als ob man ein wenig mehr Fläche brauchte. Im Gegenteil, das Alte Stadthaus hatte Platz für 1000 Arbeitsplätze gegenüber 317 im Roten Rathaus. Auch die Gesamtfläche war mit 12600 qm um ein Drittel größer.
Der 80 Meter hohe Kuppelturm ist schon ein bisschen Angabe und wäre für ein Verwaltungsgebäude wahrscheinlich nicht notwendig gewesen.

Aber so ein wenig will man nach außen halt auch immer angeben. Innen war schon geschrieben Platz für 1000 Angestellte. Man hatte sogar eine riesige über alle Geschosse reichende Festhalle für 1500 Personen, mit einer Bärenskulptur im Zentrum.

Übrigens sollen die riesigen Keller im zweiten Weltkrieg als Zufluchtsort Leben gerettet haben, Es wurden dort Juden versteckt, die ihre Flucht ins Ausland vorbereiteten. Zur Zeit, als der Ministerrat der DDR das Gebäude nutzte, wurden Zwischendecken eingezogen, Natursteinwände verkleidet und somit einiges der prunkvollen Wirkung verbaut. Man wollte die negative Haltung zum wilhelminischen Charakter des Hauses darstellen, der so gar nicht zum Sozialismus passte. Das machte man aber 1994-99 wieder rückgängig. Dadurch waren auch Sinnsprüche und Reliefs an den Wänden wieder sichtbar. Wie zum Beispiel: „Mancher ist arm bei großem Gut, und mancher ist reich bei seiner Armut“ oder „Es ist besser ein Gericht Kraut mit Liebe, denn ein gemästeter Ochse mit Hass“
Auch der bronzene Bär kehrte dann 2001 wieder in die renovierte Festhalle zurück. Heute ist im Alten Stadthaus die Senatsverwaltung für Inneres und Sport sowie das Landesdenkmalamt Berlin. Nun geht es aber wirklich weiter ins

Nikolaiviertel

Die unteren Stockwerke des Doppelturms sind aus Feldsteinen, die um 1230 errichtet wurden. Sie gelten als die ältesten erhaltenen Räume Berlins.

Hier verlief im Mittelalter eine Handelsstraße, an der Handwerker und Händler am Fluss siedelten. Die Kirche St. Nikolai entstand im Jahre 1200, sie ist zuständig für die beiden sich entwickelnden Städte Berlin und Cölln auf beiden Seiten der Spree.
Dieses Viertel ist das älteste Siedlungsgebiet Berlins und gehört zu den ehemals vier Vierteln im historischen Stadtteil Alt-Berlins.

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Allegorie der Wissenschaft, geschaffen von Albert Wolff (1184-1897). Ursprünglich war sie die Sockelfigur eines Reiterstandbildes das im Lustgarten in Berlin stand, aber 1944 zu Kriegszwecken eingeschmolzen wurde. Dargestellt wird ein nachdenklicher Mann, der ein Buch liest und einen Globus hält, was die Wissenschaft symbolisiert.

Der Name des Viertels wurde schon 1727 genannt, wird aber erst wieder seit 1987 verwendet. Es wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte erst zwischen 1980 und 1987, anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins. Das kann man kaum glauben, wenn man da so durchbummelt.

St.-Georg-der-Drachentöter, vom Bildhauer August Kiss (1802-1865). Die Statue ist ca. 5-6 Meter hoch und zeigt den heiligen Georg zu Pferde, wie er mit Schwert und Lanze den Drachen besiegt.

Dabei begann man als Erstes mit der Rekonstruierung der Nikolaikirche. Darum herum wurden auf einem mittelalterlichen Grundriss mehrere historische Bürgerhäuser neu errichtet. Die Plattenbauten, die in der DDR nicht wegzudenken waren, wurden aber darauf angepasst, sodass man heute das Gefühl hat, alles steht schon ewig lange. Gegründet wurde das Viertel, aber eigentlich auch Berlin, zwischen 1220 und 1230, weil der Mühlendamm über die Spree gebaut wurde. Damit entstanden zwei Kirchen. Auf der östlichen Spreeseite um 1230 die Kirche St. Nikolai und die Siedlung Berlin, auf der westlichen Seite auf der Spreeinsel die Petrikirche und die kleinere Siedlung Kölln, die 1237 das erste Mal urkundlich erwähnt wird. Gründungsurkunden gibt es nicht mehr, die wurden beim Stadtbrand 1380 wohl vernichtet. Beide Städte wuchsen aber dann irgendwann zusammen und man nimmt die Ersterwähnung Köllns aus dem Oktober 1237 auch als Geburtsjahr Berlins an. Bereits 1264 wurde die Nikolaikirche großzügig in eine gotische Hallenkirche umgebaut.

Bärenskulptur im Nikolaiviertel. Diese Bären sind überall in Berlin verteilt und nennen sich „Buddy Bären“ Sie sehen für Toleranz und Völkerverständigung und wurden von Künstlern individuell bemalt. Meist mit Berliner Motiven, wie hier dem roten Rathaus und dem Fernsehturm.

Eigentlich ein simpler Kanaldeckel denkt man, aber mit dem historischen Siegel der Stadt Berlin, also mit dem Berliner Bären drauf. Die Gedenkplatte wurde 1987 nach einer Idee des Architekten Günter Stahn vom Berliner Bildhauer Gerhard Thieme gestaltet. Sie ist aus Bronze und hat einen Durchmesser von 2,20 m. Nur wenige Meter vor dem Eingang der Nikolaikirche ist sie zu finden. Sie stellt das erste Berliner Stadtsiegel dar und markiert den Ort der Stadtwerdung Berlins. Umlaufend am Rand erinnert der Text daran, dass die Markgrafen Otto III. und Johann I. Berlin einst die Stadtprivilegien verliehen haben. Damals, also ca. 1244, war Berlin eigentlich bloß ein Handelsort rund um die Nikolaikirche und dem Molkenmarkt.

Der Wohlstand durch die wachsende Wirtschaftskraft der Bürgerschaft machte es möglich. In den engen Gassen um die Kirche wohnten und arbeiteten hauptsächlich Handwerker. In der NS Zeit plante man sogar, das Nikolaiviertel total umzugestalten. Man wollte die alten Gebäude abreißen und durch wertvolle historische Bürgerhäuser zu ersetzen, die an anderen Stellen wegen der geplanten „Welthauptstadt Germania“ und des Größenwahns architektonischer Pläne abgerissen werden mussten. Na ja das haben die Nazis dann auch geschafft, leider aber wohl auf andere Weise, als sie sich die Angelegenheit vorstellten. Zwischen 1943 und 1945 wurde das Viertel im Bombenhagel vollständig vernichtet. Nach dem Krieg wurden dann nicht nur die Überreste beseitigt, sondern auch noch intakte Gebäude abgerissen. Weil zu DDR Zeiten die Wohnraumbeschaffung und daneben allenfalls repräsentative Bauten, die für die Außenwirkung eine Rolle spielten, erledigt wurden, spielte das historische Gebiet lange keine Rolle mehr. Man wollte 1959 sogar an Stelle der Nikolaikirche und des Viertels einfach ein Hafenbecken für Ausflugsdampfer bauen. Der Plan wurde aber nicht verwirklicht. Erst als die 750-Jahr-Feier-Berlins im Jahr 1987 anstand, erinnerte man sich, für offizielle Feierlichkeiten und Repräsentation in Richtung Ausland, doch etwas Historisches und für den Tourismus Attraktives haben zu müssen. Also baute man auf dem mittlerweile Brachland den historischen Stadtkern wieder auf. Alles sollte eine historisch rekonstruierte und harmonische Einheit bilden. Es wurden also die Nikolaikirche und eine Reihe kleiner Bürgerhäuser darum herum anhand historischer Formen wieder aufgebaut. Ziemlich originalgetreu, aber doch relativ modern ausgestattet.

Wir haben die Hintergründe erst bei einer Führung mitbekommen. Wenn man alleine, recht unbedarft durch das Viertel schlendert, denkt man aber schon, alles ist alt und historisch.

Direkt in der Nähe des Stadtsiegels befindet sich der Gründungsbrunnen. An den Seiten des Beckens befindet sich als Relief die Siegel der Viergewerke. Das waren im Mittelalter die wichtigsten Handwerksvereinigungen einer Stadt, die Ratsherren stellten und damit auch Einfluss auf die Politik hatten. Diese Zünfte waren zu der Zeit Bäcker, Fleischer, Schuhmacher und Tuchmacher, bzw. Schneider. Über dem Becken spendet eine Säule Wasser. Auf ihr sitzt der Bär als Wappentier, der ein Schild mit einem Adler trägt, der zu den beiden Markgrafen gehört. Umschlossen wird der Brunnen durch eine schmiedeeiserne Bekrönung, die dem Bären symbolisch Schutz bietet. Dieser Teil des Brunnens wurde vom Kunstschmied H.J. Kunsch gestaltet.

Dann mussten wir natürlich auch in die

Nikolaikirche

Der Bau markiert die Stadtgründung um 1230. Das aus Feldsteinen gemauerte Untergeschoss des Doppelturms sind die ältesten erhaltenen Räume Berlins. Sie war nicht nur ein Glaubensort oder die Begräbniskirche reicher Berliner Familien, sondern auch die Ratskirche. Das bedeutet die Hauptkirche der Stadt.

Auch die protestantische Reformation fand hier 1539 statt. Die erste lutherische Predigt findet – noch vor der offiziellen Anerkennung durch den Landesherrn am 14. September 1539 statt. Am 2. November 1539 gibt es das erste offizielle lutherische Abendmahl.

Eine aufwändige Kanzel mit kulturhistorischem Wert. Von ihr predigte  der berühmte lutherische Theologe Paul Gerhardt als er in der Franziskaner-Klosterkirche aktiv war. Er war 1657-1667 Pfarrer an der Nikolaikirche und hat 139 Liedgedichte verfasst.

Zwischen 1517 und 1648 setzt die Reformation eine umfassende gesellschaftspolitische Entwicklung in Gang. In ihrem Zuge entsteht die Trennung von Kirche und Staat.

Die ursprüngliche Barockkanzel der Nikolaikirche war aus 1680, wurde aber bei Lautangriffen 1944 zerstört. Diese Kanzel aus dem Jahr 1662 stammt aus der Franziskanerkirche, die nach dem Kriege nicht wieder aufgebaut wurde. Es wurde aufwändig restauriert und nach der Sanierung der Nikolaikirche im Jahre 2010 eingebaut.

Da der Glaube jedem individuell obliegt, muss der Gläubige die Bibel lesen können. Die Vertreter des Protestantismus fördern deshalb das Bildungswesen auf allen Ebenen. Stark werden jetzt die Geistes- und Naturwissenschaften gefördert. Die protestantische Ethik fördert die Entwicklung des Kapitalismus. So wirkt die Reformation weit über sich hinaus bis zur Entwicklung moderner Gesellschaften. Nach der Berliner Reformation von 1539 wurden in den Chor- und Seitenschiffnischen rund 150 Erbbegräbnisse für Berliner Staatsmänner, Gelehrte und wohlhabende Bürger eingelassen.

Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche allerdings völlig zerstört. Als Gotteshaus wurde es nie wieder in Betrieb genommen. Archäologische Grabungen erfolgten zunächst in den 1940er-Jahren und dann von 1956 bis 1958 sowie kurz vor dem Wiederaufbau der Kirche von 1980 bis 1982. Dabei fanden sich unter anderem Reste von zwei Vorgängerbauten – der spätromanischen Basilika und des frühgotischen Hallenlanghauses.

Das Renaissance Taufbecken im Westteil der Berliner Nikolaikirche ist ein über 460 Jahre altes Taufbecken von 1563, das erst vor wenigen Jahren restauriert wurde. Zur Zeit der Erstellung war Berlin bereits reformiert. Das einem Kelch ähnliche Becken ist achteckig, es ist aus Holz gefertigt und kunstvoll mit Zinnblech verkleidet.

Das Taufbecken wurde 1939 das letzte Mal für eine Taufe benutzt.  Den Krieg überlebte es nur, weil alle beweglichen Kunstgegenstände ausgelagert und unterirdisch in Sicherheit gebracht wurden.

Auch ein uralter Friedhof mit 90 Gräbern aus dem 12./13. Jahrhundert wurde entdeckt.Zur 750-Jahr-Feier Berlins baute die DDR die Nikolaikirche in den Jahren 1980-1987 wieder auf. Das war die Zeit als zwischen Spree und Spandauer Straße als Prestigeprojekt das Nikolaiviertel nachgebaut wurde. Am 14. Mai 1987 wurde die Nikolaikirche mit einem Festakt eröffnet. Sie dient seitdem als Dependance des Märkischen Museums, heute Stadtmuseum Berlin. Demokratie zeigt sich in der Nikolaikirche auch nach der deutschen Einheit. Am 11. Januar 1991 fand dort die konstituierende Sitzung des ersten frei gewählten Gesamtberliner Abgeordnetenhauses statt.

Im Jahr 1990 tauchten die früher in den Turmkugeln verwahrten Zeitdokumente wieder auf, weil ein Bürger diese Teile seiner Erbschaft dem Märkischen Museum zur Begutachtung gebracht hatte. Kirche, diese Funktion hat sie schon lange nicht mehr. Sie ist jetzt Ausstellungsort des Stadtmuseums Berlin.

Die Barockengel der Nikolaikirche wurden von einem Mitglied der Bildhauerfamilie Döbel aus Schlesien (später in Königsberg und Berlin lebend) geschaffen und schmückten einst den 13 Meter hohen Hochaltar.

Die Barockengel der Nikolaikirche

Nach wenigen Jahrzehnten wollte sie keiner mehr haben und sie landeten auf dem Boden des Märkischen Museums, in ihre Einzelteile zerlegt. Auf dem Dachboden des Märkischen Museums wurden die Figuren dann wieder entdeckt – zehn von zwölf, zwei bleiben verschollen. Einige Engel von ihnen blicken anmutig und würdevoll hinab auf den Betrachter, andere voller Sanftmut hinauf zum Kreuz Christi. Nach fast 135 Jahren sind sie an ihren Platz zurückgekehrt.

Sie zeugen von der Geschichte der Nikolaikirche – von Verlust und Zerstörung, aber auch von ihrer Wiederauferstehung.

Grabkapelle für Johann von Kötteritz. Er war ein einflussreicher kurfürstlicher Rat im Brandenburg des 17. Jahrhunderts. Er verstarb 1609, seine Ehefrau 1615. 

Rechts: Grabkapelle für Johann von Kötteritz. Das zentrale Stück ist ein großes Epitaphgemälde aus 1616, das ihn und seine Frau Caritas zeigt, die vor dem Lamm Gottes knien, das eine Siegesfahne hält, das Symbol für den auferstandenen Christus. Was eine deutliche lutherische Positionierung darstellt. Links steht Moses mit den Gesetzestafeln (Liebe Gott und deinen Nächsten) und rechts steht Johannes der Täufer, der auf das Lamm zeigt. Es ist damit nicht nur ein Gedenken an einen Verstorbenen, sondern soll auch eine Botschaft historischer und theologischer Art zeigen.

unbekannter Maler – Kreuzigung Christi, Epitaph für Lampert Distelmeyer und seine Familie – um 1588, Holztafelbild

Es unterstreicht die Bedeutung der Predigt und des Wortes im evangelischen Gottesdienst. Caritas war die Tochter des großen Kanzlers Lampert Diestelmeier, den das Gemälde links darstellt.

Der Kurfürstliche Kanzler Lampert Distelmeyer wirkte 37 Jahre bei der praktischen Umsetzung der Reformation in Brandenburg mit. Infolge seiner Verdienste um das Gymnasium zum Grauen Kloster hatte ihm der Berliner Magistrat einen prominenten Begräbnisplatz „in der S. Nicolaikirche beym hohen Altar“ angeboten.

Von dem aufwändig gestalteten Epitaph des Ehepaars Liebman ist nur diese eine Schrifttafel erhalten. Die Gedenktafel erinnert an Margaretha Tollin. Ihr Ehemann Johann Liebman 1622-1694 war Kurfürstlich Brandenburgischer Münzmeister.

Aber Distelmeyer wählte für seine Familiengrablege die Seitenkapelle direkt hinter der Kanzel.

Auf dem Gemälde kniet der Kanzler mit seiner Familie zu Füßen des Gekreuzigten. Dabei sind sie in zeittypischer edler Tracht gekleidet, um ihre Hoffnung auf die Auferstehung und das ewige Leben zu demonstrieren. Auch dieses Kunstwerk wurde erst im Rahmen der Sanierung bis 2010 wieder gezeigt.

So schön die Kirche heute aussieht, war sie wohl Anfang des Jahrtausends ziemlich runtergekommen, sodass eine Sanierung absolut notwendig war.

Die fand von 2008 bis 2010 statt. In den Gewölben etwa hatten sich über die gesamte Länge bis zu anderthalb Zentimeter breite Risse gebildet.

Der Boden war stellenweise abgesackt. Die Sanierung erfolgte dann sehr zurückhaltend.

Porträt von Johann Crüger 1598-1662. Er war Komponist, Kantor von 1622-62 und Musikdirektor des Barocks in der Nikolaikirche.

Man wollte die Historie behalten und nicht nur alles auf eine heutige Optik bringen. So blieben die Farben der Gewölbebemalung etwa in Rot, Grün und Blau aus der Zeit des Wiederaufbaus der Kirche durch die DDR zur 750-Jahr-Feier Berlins erhalten. Die Pfeiler haben einen leichten Grauschimmer erhalten, weil das die historische Farbe war. Komplett erneuert wurde der Fußboden. Statt Keramikplatten wie zu DDR-Zeiten wurden handgefertigte rote Klinkersteine auf insgesamt 1 200 Quadratmeter Fläche verlegt. Durch andere Steinformate wurde in den Boden zugleich der Grundriss der spätromanischen Basilika eingearbeitet, sodass sich die Besucher die Größe dieser frühen Nikolaikirche besser vorstellen können.

Die Nikolaikirche besitzt eines der wertvollsten historischen Archive Berlins. Da lassen sich in den Kirchenrechnungsbücher selbst Kosten für das Öffnen der Gruftplatte oder das Wachs für die Trauerkerzen genau nachvollziehen.

Die Grabstellengebühren waren früher sehr unterschiedlich. Aber insgesamt auch recht teuer, selbst auf dem Friedhof. Der Preis wurde durch Drinnen oder Draußen bestimmt. Im Jahr 1707 hatte der erste preußische König Friedrich I. eine neue Leichen- und Begräbnisordnung für Berlin erlassen. Damit wollte er den ausufernden Prunk bei Bestattungen eindämmen und außerdem die Einnahmen für Staat und Kirche genau regeln. Die Gebühren waren streng hierarchisch nach sozialem Stand und dem genauen Ort der Bestattung gestaffelt. Unterschieden wurde nach 1. Klasse (Adel, Minister, Patrizier), mittlere Klasse (Handwerker, Kaufleute, Beamte) und Armengräber (Mittellose Bürger, Dienstboten usw.). Für letztere deckte meist die Gemeinde oder Stadtkosten aus christlicher Nächstenliebe die Kosten. Aber es gab nicht nur die Begräbniskosten, sondern auch Glockengeld, je nachdem wie viele Glocken wie lange geläutet wurden stiegen die Kosten massiv. „Schülergeld“ war die Gebühr, damit der Nikolai-Chor beim Leichenzug sang. Und auch ein herrschaftliches schwarze Samttuch über dem

Barockes Grabmal von Carl-Constantin von Schnitter 1657+1721. Er steht im Mittelpunkt preußischer Kolonialgeschichte.

Sarg sorgte für eine Gebühr für das Bahrtuch.

links: Barockes Grabmal von Carl-Constantin von Schnitter aus dem frühen 18. Jahrhundert. Er war adelig und Festungsbaumeister von Großfriedrichsburg, einem Kolonialstützpunkt an der westafrikanischen Küste im heutigen Ghana. Von dort betrieb man Sklavenhandel im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Herrscher. Von Schnitter war als Planer und Befehlshaber direkt in den Menschenhandel verstrickt. Da gibt es sicher was aufzuarbeiten.

Spektakuläres Kunstwerk des Barocks.

rechts: Grabkapelle für Johann Andreas von Kraut (1661-1723).
Er war ein preußischer Minister, Bankier und Unternehmer, der eine prachtvolle, von Bildhauer Johann Georg Glume (1725) geschaffene Grabkapelle in der Berliner Nikolaikirche errichten ließ, die als Meisterwerk des Barocks gilt. 1723 starb Kraut als reicher Mann. Er war der Mitbegründer der Berliner Gold- und Silbermanufaktur. Die Erbbegräbniskapelle sollte seinen immsensen Reichtum und Status widerspiegeln. Unmittelbar nach seinem Tod beschlagnahmte Friedrich Wilhelm I. sein Barvermögen. Kraut war Miteigentümer und wichtiger Finanzier des königlichen Lagerhauses Berlin, einer großen Tuchmanufaktur, die die Armee mit Uniformen versorgte. Er sollte im Auftrag des Königs 100000 Reichstaler vorfinanzieren, um minderwertige grobe Wolle für die Produktion zu verwenden. Er weigerte sich, was zum Konflikt mit dem König führte. Als er starb hatte er 900000 Reichstaler, ein unvorstellbares Vermögen für die damalige Zeit. Der verdiente Mann wurde im Nachhinein wie ein Verbrecher behandelt, als der König drohte, den Leichnam wegen angeblicher heimlicher Wollausfuhr symbolisch zu hängen – auf Wollausfuhr aus Preußen stand die Todesstrafe. Der König beschlagnahmte das gesamte Vermögen, um die Erben zu erpressen. Die verzichteten auf den Anteil am Lagerhaus im Wert von 200000 Reichstalern, um die Freigabe des restlichen Erbes zu erreichen.

links: Wieder zu sehen ist auch das mächtige Triumphkreuz am Übergang vom Kirchenschiff zum Chorraum. Eine Leihgabe der Marienkirche. Im Mittelalter trennten solche Kreuze denn Übergang vom Hauptschiff (Raum der Gemeinde) vom erhöht liegenden Chorraum. Also die Gläubigen von den Geistlichen.

„Nach einer Urkunde, die vor Jahren während der Restaurierung des Kruzifixes in einem Hohlraum des Kopfes gefunden worden war, wurde es vor über 500 Jahren, anno 1485, vom damaligen Berliner Bürgermeister zusammen mit einigen Ratsherren und Schöffen für die benachbarte Marienkirche gestiftet“, sagt Albrecht Henkys vom Märkischen Museum.

Die Stiftung stand wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Überwindung der großen Pest von 1484. Im Zuge der barocken Umgestaltung wurde das Pest-Kreuz aus der Marienkirche ins Depot vom Märkischen Museum verlagert und kam von dort aus Anlass der 750-Jahr-Feier Berlins in die wiedererstandene Nikolaikirche.

Die Orgel in der Nikolaikirche Berlin-Mitte ist eine Jehmlich-Orgel von 1997, die 44 Register, drei Manuale und ein Pedal besitzt, mit mechanischer Spieltraktur und elektrischer Registertraktur, die in der historischen Konzertkirche für Musikveranstaltungen genutzt wird, da das älteste Gebäude Berlins heute als Museum dient.

Das Schild „?Ich glaube ich!“ das in der Kirche steht, soll wohl auf eine Anekdote zwischen dem Maler Max Liebermann und seinem engen Freund Heinrich Zille hinweisen. Die beiden schlenderten durch das Nikolaiviertel und kamen an der Kirche vorbei.

Am Portal war ein frisches Behördenschild angebracht, auf dem stand: „Das Betteln und Herumlumpen in der Kirche ist bei Strafe verboten“.

Das Schild könnte an Zille erinnern.

Liebermann stupste Zille an, zeigte auf das Schild und fragte, ob er das gelesen habe.  Zille, der immer verbunden war mit armen, einfachen Leute und Vagabunden, selber aber aufgrund seines heruntergekommenen Aussehens oft für einen Arbeiter gehalten wurde, blickte auf das Schild und sagte: „Schild? Ick jloobe, ick… !“ (Ich glaube ich bin damit gemeint). Er brachte damit zum Ausdruck, das er sich selbst eher als eine verwarnten Lumpen sah. Die Anekdote wird immer wieder als Symbol für den typischen Berliner Humor gesehen: schlagfertig, selbstironisch und mit einem Herz für die kleinen Leute.

Es gibt noch viel zu sehen, das müssen Sie dann aber selber entdecken. Wir verlassen jetzt die Kirche, gehen etwas essen und machen am nächsten Tag mit unserem Stadtbummel weiter.

Am zweiten Tag haben wir einen Stadtbummel gemacht und sind einfach mal quer durch die Stadt gezogen.

Die Hackeschen Höfe sind am Hackeschen Markt. Erbaut 1905-1907 in Berlin-Mitte sind sie ein beeindruckendes, denkmalgeschütztes Ensemble aus separaten Höfen (Hof 1 bis Hof 8), die jeweils eigene Geschäfte beherbergen.

Sie sind miteinander verbunden im Jugendstil und größtes geschlossenes Hofareal Deutschlands und eine beliebte Anlaufstelle für Shopping, Kultur (Chamäleon Theater, Kino), Gastronomie (Cafés, Restaurants) und das lebendige

Das ist der erste Hof mit dem Chameleon Theater, das bekannt ist für zeitgenössischen Zirkus und Varieté. Außerdem ist dort das Hackesche Höfe Kino.

Berliner Nachtleben, eingebettet zwischen Friedrichstraße und Alexanderplatz.

Das damalige Konzept basierte auf der Idee Arbeiten, Wohnen und Kultur an einem Platz stattfinden zu lassen.

Sehr schöne blaue Keramikfassade

Die vorderen Höfe dienten Kultur und Gewerbe die mittleren Büros und Fabriken und die hinteren Höfe waren reine Wohnbereiche. Noch heute merkt man die einzigartige Mischung aus Ruheoasen und geschäftigem Treiben. Bei der Eröffnung Anfang des 20. Jhd. war alles hochmodern. Man muss wissen, dass zu damaliger Zeit Gas- und Zentralheizung in Berliner Mietskasernen ein riesiger Luxus war. Die DDR ging mit den Höfen sehr nachlässig um und verputzte die schönen Jugendstilfassaden sogar teilweise. Erst nach dem Mauerfall wurden die Höfe von 1995 bis 1997 für rund 80 Millionen D-Mark aufwendig und originalgetreu saniert.

Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel

Der sehr imposante klassizistische Bau wird von Säulen umrahmt, ganz im Stil eines antiken Tempels.

Die Idee dazu stammt vom Kronprinzen (später König) Friedrich Wilhelm IV. von Preußen. Seine Ideen beeinflussen die Berliner Baukunst des 19. Jahrhunderts. So wird denn auch sein Entwurf zum Vorbild für die Alte Nationalgalerie – ein klassizistischer Tempelbau der fast wie ein römischer Tempel aussieht.

Sein Lehrer war übrigens Karl Friedrich Schinkel, den kennt man auch in Osnabrück. Nur Geld war halt irgendwie nicht da. Aber das Museum hat eine interessante Geschichte.

Im Internet fand ich als Erklärung: Skulpturen von Victoria, Frieden und Krieg, drei Frauen über dem Gebäude der Nationalgalerie.

Oben auf dem Giebel prangt die Widmung „Der deutschen Kunst“.

Sie beginnt im Jahr 1861 mit dem Tod eines Bankiers. In seinem Testament vermacht Bankier Wagener seine gesammelten hochkarätigen modernen Gemälde dem preußischen Staat.

Auflage ist, dass die Sammlung zusammenbleibt und dass alle Freunde der Kunst sie anschauen dürfen. Architekt Friedrich August Stüler beginnt bald ein würdiges Museum für Wageners Kunstschätze zu entwerfen.

Johann Heinrich Strack ist der zweite Architekt und vollendet den Bau schließlich, nachdem Stüler in der Planungsphase verstarb.

Auf der monumentalen Freitreppe vor dem Eingang steht ein Reiterstandbild von König Friedrich Wilhelm IV. Es ehrt den König, der 1840 bis 1861 regierte. Er war ein bedeutender Förderer von Kunst und Architektur und hat dieses Museum mit initiiert.

1876 ist es so weit, das Museum öffnet nach 14 jähriger Bauzeit zum Geburtstag des Kaisers Wilhelm I. am 22. März seine Pforten. Allerdings nicht durchgängig bis heute. Im Zweiten Weltkrieg beschädigen Bomben und Häuserkämpfe 1944 das Gebäude schwer.

Die Statue ist eine der Sockelfiguren des Reiterstandbildes. Die Bronzefigur soll die Wissenschaft darstellen. Die Plakette darunter hat den Text: „DEM GEDAECHTNISS KOENIGS FRIEDRICH WILHELM IV. 1886.”

Die Galerie wurde dann mühsam wieder saniert, kehrt aber nicht sofort zu Ihren Glanzzeiten zurück. Deutschland wird geteilt und die Exponate verteilen sich auf mehrere Orte in der DDR und West-Berlin. Erst nach der Wende kommen sie wieder an ihren ursprünglichen Platz zurück. Die Stadt saniert das Museum noch einmal in den 1990er Jahren. Jetzt gibt es auch die viel gelobte Halle für Caspar David Friedrich. 2001 öffnet die Alte Nationalgalerie pünktlich zum 125. Jubiläum erneut ihre Türen.

Im Garten stehen einige Statuen. links: Ferdinand Lepcke (1866 – 1909) Bogenspannerin Diana, 1905/1906, Bronze.

Als das Werk 1906 ausgestellt wurde, schlug es ein wie eine Bombe. Die Kritiker feierten die „elastische Kraft und Schönheit“. Nach der Beschädigung im Zweiten Weltkrieg stand sie jahrelang im Schloss Schönhausen, das war der Sitz des DDR Präsidenten. 2010 kam sie saniert wieder an den Platz im Kolonnadenhof.

links:
The Monument des niederländischen Künstlerkollektivs Atelier Van Lieshout. Eine düstere Darstellung. Ein Reiter hält einen abgetrennten Kopf, während unten eine Figur zertrampelt wird und Krieg und Gewalt symbolisiert. Heldentum und Macht soll infrage gestellt werden.

Vier Meter lang und fast zwei Meter hoch aus Bronze

Das Kunstwerk wurde 2015 feierlich eingeweiht. Man wollte internationalen Gegenwartskünstlern die Chance geben mit ihren Werken die historische, preußisch-patriotische Denkmalskultur zu hinterfragen. Es sollte das auf der Freitreppe stehende Reiterdenkmal Friedrich Wilhelm IV. herausfordern. Während das Denkmal militärische Stärke feiert, sollte diese deformierte Reiterstatue als Warnsignal fungieren, weil Macht und Nationalismus im 19. und 20. Jahrhundert regelmäßig in ein Desaster führten. Sollten Sie die Statue nicht mehr finden, dann weil sie zu anderen Ausstellung weiterreisen sollte.

Das Mädel hängt völlig leblos herunter, der Fischer hat sie gerade erst aus den Fluten gerettet. Der Bildhauer war im Sommer 1886 als Badegast an der Ostsee. Dort wurde er Zeuge, wie ein lokaler Fischer ein junges Mädchen vor dem Ertrinken rettete.

rechts: August Gaul (1869 – 1921) Löwe, 1904, Bronze
August Gaul gehört zu den ersten modernen Bildhauern Berlins, der in seiner Bedeutung schon von seinen Zeitgenossen erkannt wurde. Seit der ersten Ausstellung beim Deutschen Künstlerbund in München 1904 ist dieser lebensgroße Löwe dank seiner erhabenen Ruhe und würdevollen Wachheit ein mustergültiges Beispiel der Kunstauffassung August Gauls. Gaul, der Tiere im Zoologischen Garten studierte, war daran interessiert, Wesen und Naturell der einzelnen Tiergattungen zu erfassen und so einen Löwen nicht als brüllende gefährliche Bestie darzustellen.

links: Adolf Brütt (1855–1939) Der Fischer („Gerettet“), 1887 Bronze. Die prämierte Statue eines kraftstrotzenden, bärtigen Fischers in Ölzeug, der ein vom Ertrinken gerettetes Mädchen in seinen Armen hält, machte den erst 22 Jahre alten Künstler rasch berühmt.

Das ist der Kolonnadenhof auf der Museumsinsel, in dem die Statuen stehen.

Die ganzen Skulpturen sind im Kolonnadenhof vor der Alten Nationalgalerie. Die Vision hatte Friedrich August Stüler, der ihn ab 1860 realisierte. Die Idee war einen geschützten, heiligen Innenhof zu schaffen. Außerdem diente er, um trockenen Fußes zwischen den einzelnen Gebäuden flanieren zu können. Heute ist er eine Art Freiluftmuseum der Nationalgalerie für die ausgestellten Bronzeplastiken. Aber am Kolonnadenhof liegt auch noch ein weiteres Museum und zwar das

Neue Museum

Das Neue Museum geht auf die Initiative Friedrich Wilhelms IV. zurück, die in der Inschrift des Giebels näher bezeichnet ist: „(MUSEUM A PATRE BEATISSIMO CONDITUM AMPLIAVIT FILIUS MDCCCLV (Das vom glücklichsten Vater gegründete Museum hat der Sohn 1855 erweitert)”.

Es war der zweite Bau auf der Museumsinsel. Karl Friedrich Schinkel hatte 1825-30 für Friedrich Wilhelm III. ebenfalls auf der Museumsinsel den ersten Museumsbau Preußens (Altes Museum) errichtet. Am 6. April 1843 erfolgte die Grundsteinlegung des Neuen Museums. 1846 war der Außenbau überwiegend abgeschlossen und mit dem Ausbau der Räume begonnen worden. Obwohl die Revolution von 1848 den Weiterbau verzögerte, wurde das Museum 1855 feierlich eröffnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Neue Museum von der Zerstörung der Museumsinsel durch Bombentreffer am stärksten betroffen. Ganze Gebäudeteile waren eingestürzt, das Treppenhaus völlig zerstört und viele Räume ausgebrannt. Erst 1985 wurde der Wiederaufbau beschlossen.

Die Inschrift des Alten Museums lautet: FRIDERICVS GVILELMVS III STVDIO ANTIQVITATIS OMNIGENAE ET ARTIVM LIBERALIVM MVSEVM CONSTITVIT MDCCCXXVIII (Friedrich Wilhelm III. hat zum Studium der Altertümer jeder Art sowie der freien Künste 1828 dieses Museum gestiftet)

Nach dem Ende der Deutschen Teilung fanden 1989 erste Notsicherungen statt, die 1999 in den Masterplan der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mündeten. Zwischen 2000 und 2009 wurde das Neue Museum instandgesetzt. Dies übernahm der Stararchitekt David Chipperfield, nein, David Copperfield ist ein anderer, der war Magier. Es wurde so restauriert, dass die Wunden der Geschichte, also z.B. Einschusslöcher, Risse und Abplatzungen, sichtbar blieben und mit moderner Architektur verbunden wurden. Berühmt ist das neue Museum auch für die Büste der Nofretete. Die konnte angeblich nur nach Deutschland kommen, weil deutsche Archäologen sie beim Fund in Ägypten mit Gips überzogen und sie so unscheinbar wurde. Dadurch überließ die Antikenbehörde sie bei Fundteilung den Deutschen. Bis heute fordert man sie aber zurück.

Und dann Nummer drei (von insgesamt fünf)! Auch dies ein Museum auf der Museumsinsel, das

Alte Museum

Das Gebäude des Alten Museums wurde von Karl Friedrich Schinkel erbaut und 1830 fertiggestellt. Dem Stil des deutschen Klassizismus folgend ist die Architektur stark an die griechische Antike angelehnt. Charakteristisch sind die 18 Säulen, die die Vorhalle säumen. Der rechteckige Baukomplex umfängt zwei Innenhöfe und einen zentralen, beide Geschosse umfassenden Kuppelraum.

Löwenkämpfer: Ein athletischer Reiter befindet sich in einem Kampf mit einem Löwen, der mit seiner Pranke zu einem tödlichen Schlag gegen das Pferd ausholt.

Amazone zu Pferde: Weil das Modell aus Gips so gefeiert wurde, spendeten die Berliner Bürger über ein Komitee Geld, um den aufwendigen Bronzeguss zu finanzieren. Die Wildheit der Darstellung sorgte als Zinkguss bei der Weltausstellung in London 1851 für Begeisterung. Der Künstler konnte dadurch weltweit jede Menge Kopien verkaufen.

An der Freitreppe werden Besucher von den beiden Reitstandbildern „Amazone zu Pferde” (August Kiß, 1842) Eine Kriegerin reitet auf einem panischen Pferd, das sich gegen einen Panther wehrt, der sich unten an der Flanke festgebissen hat. Aber gut, dass die Amzone ein Speer hat.

Als der Künstler im Jahr 1839 ein Gipsmodell in Berlin ausstellte, war die Begeisterung auf die zu erkennende Bewegung und Emotion so groß, dass er gleich einen Auftrag bekam.

Als Gegenstück auf der linken Seite der riesigen Treppe begrüßt den Besucher der „Löwenkämpfer” (Albert Wolff, 1861). Das nennt man doch Gleichberechtigung und das zu damaliger Zeit. Auf der einen Seite die kämpfende Frau, auf der anderen der kämpfende Mann. Die Amazone wurde bereits 1842 aufgestellt, das Pendant erst 1861. Das lag daran, dass man jahrelang nach einem passenden Motiv suchte.

Es sollte genauso dynamisch, wild und groß sein, wie die Amazone. Übrigens hat man in den 1920er Jahren in Philadelphia das Museum of Art gebaut. Dort hat man die Berliner Treppe exakt kopiert mit genau diesen Statuen. „Wer hat es erfunden?“. Die Treppe in Philadelphia ist bekannt aus den Rocky Filmen.

Dom

Dann geht es weiter zum Dom. Die Geschichte des Berliner Domes reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Die Vorgängerbauten sind ursprünglich Teil des Berliner Stadtschlosses. König Friedrich II. lässt 1750 einen Kirchenbau am Lustgarten einweihen. Anfang des 19. Jahrhunderts wandelt Berlins wichtigster Baumeister Schinkel den bestehenden Dom in einen schlichten klassizistischen Bau um. Doch zur Jahrhundertwende ändert sich der Geschmack. Kaiser Friedrich Wilhelm II findet, dass der eher bescheidene Schinkel-Dom den Repräsentationsansprüchen der Monarchie nicht mehr entspricht und treibt einen Neubau voran – größer, prachtvoller und üppiger ausgeschmückt. Julius Carl Raschdorff erhält den Auftrag für den monumentalen Bau. Jedoch erst sein dritter Entwurf überzeugt den Kaiser, für den der Dom die „Hauptkirche des Protestantismus“ und die Berliner Antwort auf den Petersdom in Rom und St. Pauls Cathedral in London ist. Kleiner hatte man es damals wohl nicht.

Die Einweihung des repräsentativen Gebäudes findet 1905 statt. Im Zweiten Weltkrieg erleidet der Dom große Schäden.

Eine der kleineren Kuppeln mit einer goldenen Kugel. In der DDR Zeit wurden diese Kuppeln nur vereinfacht rekonstruiert. Die ursprünglichen Türme vor dem Krieg waren deutlich höher und mit mehr Zierelementen geschmückt.

Erst 1975 beginnt die DDR mit der Wiederherstellung, wenn auch in vereinfachter Form. Abgeschlossen wurde sie sogar erst vier Jahre nach der Wende im Jahr 1993.

Zuletzt ersetzt 2008 ein neues goldenes Kreuz das sanierungsbedürftige Kuppelkreuz. Die monumentale Kuppel, flankiert von vier Türmen, dominiert den Bau. Für Christen ist das Kreuz ein Zeichen dafür, dass ihr Glaube an den gekreuzigten und wiederauferstandenen Christus in dieser Stadt sichtbare und lebendige Orte hat.

Berliner Spezialisten belegten das Kreuz später mit Blattgold. Die Kosten für die gesamten Sanierungsmaßnahmen am Berliner Dom betragen insgesamt 1,2 Millionen Euro, davon 700.000 Euro für das neue Kreuz.

Ist das nicht ein schönes Bild, von modern und alt??

Jahrhundertealte Urkunden, Kirchenbücher, über 3000 Predigten und meterweise Unterlagen zum Bau – im Archiv des Berliner Domes lagern unzählige Schätze aus über 500 Jahren Dom-Geschichte.

Zum Bestand des Domarchives Berlin (Archiv der Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin) gehören Urkunden, Akten, Amtshandlungsregister, eine Predigtsammlung, Baupläne, Zeitungsausschnitte, Photographien, kurz die schriftliche Überlieferung des Berliner Doms seit der Errichtung der Domstiftung 1465 bis heute. Die Aufzeichnungen bieten somit einen Einblick in fünfeinhalb Jahrhunderte Domgeschichte.

2018 war eine Innenbesichtigung aufgrund von Bauarbeiten leider nicht möglich. Das holten wir dann 2024 nach. Hier die Bilder davon.

Der Berliner Dom ist eine evangelische Kirche am Lustgarten auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte. Der Neorenaissancebau wurde 1894 bis 1905 im Auftrag von Wilhelm II. nach Entwurf von Julius Raschdorff errichtet. Er ist die größte evangelische Kirche Deutschlands und eine der bedeutendsten dynastischen Grabstätten Europas. Neben Gottesdiensten wird er auch für Staatsakte, Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt.

rechts: Der Altartisch aus weißem Marmor und gelblichem Onyx, ist von Friedrich August Stüler geschaffen. Hinter dem Altar hat die Chorschranke des alten Doms als Altarwand Aufstellung gefunden. Sie besteht aus vergoldeter Bronze und ist mit Nachbildungen der Apostelfiguren des Nürnberger Sebaldusgrabes bestückt.

links: Im Bereich des Hauptaltars stehen zwei Bodenkandelaber aus vergoldetem Eisen. Sie wurden, wie die Apostel-Chorschranke von Karl Friedrich Schinkel (noch für den Vorgängerbau), entworfen. Plastisch ausgearbeitet wurden sie von dem Berliner Bildhauer Theodor Kalide (für die Aufstellung im Berliner Dom von Raschdorff wurde der Leuchter aufgestockt und mit historistischen Ergänzungen versehen).

rechts: Die beeindruckenden Glasgemälde der Fenster zeigen die Geburt, hier die Kreuzigung mit vielen Figuren der Trauer und Anbetung und Auferstehung Jesu. Die Fenster befinden sich über dem Altar. Die Fertigstellung der Fenster war 1905.

Der Berliner Dom wurde von 1894 bis 1905 nach Entwürfen des Architekten Julius Raschdorf und gemäß den Änderungswünschen des Bauherrn Wilhelm II. erbaut. Die Kuppel hat einen Durchmesser von 33 Metern. Durch einen Brandbombentreffer bei einem Luftangriff am 24. Mai 1944 stürzte die gesamte Kuppellaterne in das Dominnere hinab. Erst 1981 wurde beim Wiederaufbau auf die Domkuppel eine Laternenbekrönung mit Kreuz gesetzt. Seit August 2008 besitzt die Domkuppel ihr neues Kuppelkreuz.

Blick in die Kuppel mit zentralem Heiliggeistfenster. Im Zentrum der Kuppel befindet sich ein Rundfenster, das die Heiliggeisttaube im Strahlenkranz zeigt. Darunter sind acht großformatige Mosaiken zu sehen, die die Seligpreisungen der Bergpredigt darstellen. Geschaffen wurden sie von Anton von Werner, von dem auch die Mosaiken der vier Evangelisten in den Nischen der Gewölbepfeiler, etwas weiter beschrieben, stammen.

links: Die Orgel in der Predigtkirche stammt aus der Orgelbauwerkstatt Sauer. Die Berliner Domorgel stellt den Höhepunkt in Sauers Schaffen dar und beendet gleichzeitig die lange Entwicklung der romantischen Orchesterorgel, deren klangliche Charakteristik dem damaligen Sinfonieorchester entspricht. Das Instrument wurde zeitgleich mit dem Dom entworfen und realisiert.

Die Technik entspricht dem Stand von 1905 und wurde zuletzt im Jahr 2006 grundlegend saniert. Bei der Restaurierung 1988–1993 durch die Erbauerfirma wurde die Orgel auf den Stand von 1905 zurückgeführt, jedoch mit einem leistungsstärkeren Gebläse und somit ausreichender Windstabilität auch bei vollem Spiel ausgestattet.

Mit ihren 7269 Pfeifen ist sie die größte vollpneumatische hochromantische Orgel und war seinerzeit die größte Domorgel in Deutschland.

rechts: Die Kanzel, ein prächtiges Schnitzwerk aus Eichenholz, ist nach einem Entwurf von Otto Raschdorff, Sohn und Mitarbeiter des Dombaumeisters gestaltet und trägt den Schriftzug „Des Herrn Wort bleibet ewiglich“.

Unter der Orgelempore sind barocke Prunksarkophage für den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm 1620-1688 und seine zweite Gemahlin Dorothea aufgestellt.

rechts: Grabmal Kaiser Friedrich III. 1831-1888

Seit dem 20. November 1999 ist im Berliner Dom die Hohenzollerngruft zu besichtigen. Sie enthält 94 Bestattungen aus fünf Jahrhunderten von Mitgliedern des Hauses Hohenzollern.

Durch die Umsetzung der Särge in der Mitte des 18. Jahrhunderts vom alten in den neuen Dom sind einige Särge verloren gegangen, vermutlich weil die erste Grabkammer gar nicht geöffnet wurde.

Fürstliche Grablegen demonstrieren seit dem Mittelalter Kontinuität und Machtanspruch der regierenden Adelshäuser in Europa.

Evangelist Lucas

Kronprinz Friedrich (III.) hatte zuvor die Aufgabe übernommen, die Ordnung der Domgruft und die Überführung der Särge zu betreuen. Soweit vorhanden wurden die Särge aller Mitglieder des Hauses Hohenzollern 1905 in der Denkmalskirche aufgestellt. Die Restaurierungen aller Särge sind bis heute nicht abgeschlossen, doch sind die meisten von ihnen durch die Einrichtung der Gruft unter der Predigtkirche des Domes in einer öffentlich zugänglichen Präsentation zu betrachten.

Anton Alexander von Werner (* 9. Mai 1843 in Frankfurt (Oder); † 4. Januar 1915 in Berlin) war ein deutscher Maler. Er hinterließ in klasse gemalte und bis heute reproduzierte Historienbilder von Ereignissen seiner Zeit.

Evangelist Marcus

Evangelist Matthäus

Er forderte von der Malerei die strengste Beachtung der Gesetze der Komposition, der Perspektive, der Anatomie sowie Detailgenauigkeit und Abbildtreue in der Farbgebung und der Darstellung des Materials. Der viel beschäftigte Künstler und Kunstpolitiker gilt in der deutschen Kunstgeschichte auch wegen seiner Ablehnung der modernen Kunst als Hauptrepräsentant des Wilhelminismus.

Für den Berliner Dom entwarf Werner im Jahre 1900 die acht Mosaikfelder in der Kuppel, welche die Seligpreisungen der Bergpredigt darstellen, die drei Altarfenster in der Apsis mit den zugehörigen Apsisfenstern und die Mosaikporträts der vier Evangelisten Lucas, Marcus, Matthäus und Johannes in den Nischen der Gewölbepfeiler.

Evangelist Johannes

 

Auf den Gesimsen der Halbsäulen im Kirchenraum stehen an der Altarseite jeweils vier Meter hohe Sandsteinstatuen der vier Reformatoren Calvin, Luther, Melanchthon und Zwingli.

Luther 1483-1546 Martin Luther war ein deutscher Augustinereremit und Theologieprofessor, der zum Urheber der Reformation wurde.

Zwingli 1484-1531 Huldrych Zwingli war ein Schweizer Theologe und der erste Zürcher Reformator.

Calvin 1509-1564 Johannes Calvin war einer der einflussreichsten Theologen unter den Reformatoren des 16. Jahrhunderts.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der gegenüberliegenden Seite, um die Kaiserloge, die vier weltlichen Herrscher Albrecht von Preußen, Joachim II., Friedrich der Weise und Philipp der Großmütige, die Förderer der Reformation waren.

Die Auswahl der Figuren erfolgte bis zum Dezember 1902.

Philipp der Großmütige
1504-1567
Philipp steht für eine Fürstenreformation, er war ein Anhänger Martin Luthers, aber offen für Impulse aus Zürich von Huldrych Zwingli

Joachim II.
1505-1571
1539 führte Joachim eine neue Kirchenordnung in der Mark Brandenburg ein, nach Konsultationen mit Philipp Melanchthon.

Albrecht von Preussen
1490-1568
1522 wurde Albrecht während der Religionskämpfe in Nürnberg von Andreas Osiander für die Reformation gewonnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das war es vom Berliner Dom von innen. Ich hätte noch jedes Bild abdrucken und erklären können, doch das wäre zu viel geworden. Noch ein letztes Bild vom Dom von außen und dann bummeln wir noch etwas durch Berlin. Mal sehen, was uns sonst noch auffällt.

Hier noch einmal die Museumsinsel, auf der linken Seite das Alte Museum entworfen und erbaut von Karl Friedrich Schinkel. – der hat ja überall und immer gebaut, Wahnsinn – Die Museumsinsel beherbergt 5 Museen, von der Prähistorie bis zur Kunst des 19. Jahrhunderts.

Der Spreekanal mit der Schleusenbrücke. Sie verbindet die Straße Hinter dem Gießhaus mit der Museumsinsel.

Das ist die Alte Nationalgalerie, sie wurde 2001 als erstes der Museen auf der Insel wiedereröffnet.

 

 

 

 

 

 

James-Simon-Galerie

Die James-Simon-Galerie, ganz hinten über der Brücke, ist das Besucherzentrum der Berliner Museumsinsel und wurde von 2009 bis 2018 nach Plänen des britischen Architekten David Chipperfield (* 1953) erbaut. Benannt nach dem bedeutenden Mäzen und Förderer Berliner Museen James Simon (1851–1932).

Das Adolph-Diesterweg-Denkmal ehrt den Pädagogen Friedrich Adolph Wilhelm Diesterweg 1790-1866. Die Bronzeskulptur zeigt ihn an einem Schreibtisch mit Kindern umgeben und befindet sich an der Burgstraße auf einer Grünfläche gegenüber der Museumsinsel.

Übrigens: Wenn man am Neuen Museum auf der Museumsinsel startet, am Alten Museum und am Dom vorbei geht kommt der Kupfergraben, der von der Schlossbrücke überquert wird. Da sind wir bei der nächsten Sehenswürdigkeit.

Schlossbrücke

Die Brücke ist eine der schönsten Brücken Berlins, und das soll was heißen, ist doch Berlin mit mehr Brücken ausgestattet wie Venedig. Erbaut wurde auch sie von Architekt Schinkel und zwar 1821-1824 als Ersatz für eine alte hölzerne Klappbrücke.

„Nike krönt den Sieger”. Sie ist aus Carrara Marmor von Friedrich Drake. Das ist der Künstler, der auch die „Goldelse“ gemacht hat, das ist die vergoldete Viktoria auf der Siegessäule. Es ist das letzte Denkmal auf der Südseite, kurz von der Straße Unter den Linden

„Nike richtet den Verwundeten auf”. Es ist das Gegenstück zu Nike krönt den Sieger auf der gegenüberliegenden Seite. Hier geht es nicht mehr um glorreichen Sieg, sondern um bittere Konsequenzen des Kampfes. Der junge Krieger ist schwer verletzt, seine Kräfte schwinden und droht zusammenzubrechen. Nike verhindert den Sturz und gibt ihm Halt. Die Skulpturen stellen also den Weg von Männern zu Helden und Verteidigern des Vaterlandes dar. Ein recht zweifelhaftes Motto.

Schinkel wollte ja immer etwas Bedeutendes bauen, daher musste es eine dreibogige Gewölbebrücke aus Sandstein und gusseiserne Geländer mit Tierreliefs sein. Acht monumentale Marmorstatuen thronen auf hohen Sockeln über der Brücke. Sie sollen das Leben eines antiken Helden vom Kind zum Krieger und mythologische Siegesgöttinnen darstellen. Alle mit Foto hier aufzunehmen, wäre vielleicht etwas zu aufwändig, daher hier stellvertretend nur zwei. Die anderen sollten Sie sich selber ansehen. Das lohnt sich wirklich. Wenn Sie die Bücke überquert haben kommen Sie kurze Zeit später zur Neuen Wache.

Die neue Wache wurde zwischen 1816 und 1818 im Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. erbaut. Es war das allererste eigenständige Projekt des Architekten Karl Friedrich Schinkel.

 

Neue Wache Berlin.

Sie liegt an der Prachtstraße Unter den Linden, neben dem barocken Zeughaus. Die neue Wache wurde ursprünglich von Karl Friedrich Schinkel im Stil des Klassizismus entworfen für die Königliche Garde und 1818 fertig gestellt. Es ist ein Gebäude und einer Vorhalle mit monumentalen dorischen Säulen. Am Giebel ist eine Göttin zu sehen, die eine Kampfszene entscheidet. Das soll wohl auf den preußischen Sieg über Napoleon hinweisen. Heute ist es eine Gedenkstätte der Bundesrepublik für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Es steht  seit 1993 nur eine Skulptur von Käthe Kollwitz drinnen: Eine Mutter, die um ihren toten Sohn trauert. (Sie stellt angeblich die Künstlerin und ihren im Ersten Weltkrieg gefallenen Sohn Peter dar).

Übrigens hat das Dach über der Skulptur ein kreisrundes Loch. Damit steht die Mutter ganz bewusst Regen, Schnee und Kälte schutzlos ausgeliefert da. Das macht ihr Leid noch schlimmer und soll die Einsamkeit der Opfer darstellen. Noch eine Anekdote? Sagt Ihnen der Hauptmann von Köpenick etwas, verfilmt mit Heinz Rühmann und später auch Harald Juhnke? Am 16. Oktober 1906, als der Schuster Friedrich Wilhelm Voigt verkleidet als Hauptmann den Bürgermeister von Köpenick und seinen Kassenverwalter gefangen nahm und die Stadtkasse konfiszierte, da ließ er sie in der Wache durch den Diensthabenden des Wachregimentes, einem Nachkömmling der kaiserlichen Familie, einsperren.

Direkt neben der Neuen Wache ist die

Humboldt-Universität

zu Berlin, kurz HU Berlin, wurde 1809 vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. als Universität zu Berlin gegründet und nahm im Jahr 1810 den Lehrbetrieb auf. Von 1828 bis 1945 trug sie zu Ehren ihres Gründers den Namen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. 1949 wurde die größte und älteste Hochschule in Berlin nach den Universalgelehrten Wilhelm und Alexander von Humboldt benannt. Sie hat ihren Hauptsitz im Palais des Prinzen Heinrich an der Straße Unter den Linden Nr. 6.

Die HU Berlin gehört zu den 20 größten Hochschulen in Deutschland und den renommiertesten Universitäten weltweit.

Bis zum Jahr 2020 wurden insgesamt 56 Nobelpreisträger mit der Humboldt-Universität zu Berlin verbunden. Zu den bekanntesten Denkern der Uni gehören Albert Einstein, Max Planck, die Brüder Grimm, Karl Mary und Heinrich Heine. Wenn man jetzt die Straße Unter den Linden überquert kommt man zur Alten Bibliothek.

Alte Bibliothek

ehemals: Königliche Bibliothek, (umgangssprachlich: Kommode, weil Friedrich der Große dem ratlosen Architekten für das Design einfach seine geschwungene Zimmerkommode mit den Worten: „Bauen sie mir das nach“, zeigte). Sie ist ein Baudenkmal am Bebelplatz 2 und Teil des Forum Fridericianum. Errichtet 1775 bis 1780 im Auftrag von Friedrich dem Großen nach Plänen von Georg Christian Unger im Stil des Barock, wandelte sie sich 1910 zum Universitätsgebäude. Friedrich der Große wollte, dass Bildung nicht nur der Elite zugänglich war, sondern auch dem Bürgertum. Im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt, wurde die Alte Bibliothek 1963 bis 1969 wiederaufgebaut. Seitdem beheimatet sie die Juristische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. Mitten auf dem Bebelplatz finden Sie die

Gedenktafel für die Bücherverbrennung

durch nationalsozialistische Studenten am 10. Mai 1933, auf Geheiß von Propagandaminister Joseph Goebbels. Darunter auch Bücher von Erich Kästner, Heinrich Mann und Sigmund Freud und 10000e jüdischer, kommunistischer und kritischer Autoren. Erich Kästner, habe ich gelesen, soll inkognito am Tage der Bücherverbrennung sogar auf dem Platz dabei gewesen sein. Die Tafel enthält das prophetische Zitat von Heinrich Heine: „Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen”.

Wie gehen wir mit der Erinnerung daran um? „Schreibe so, dass die Nazis dich verbieten würden“, forderte der Schriftsteller Max Czollek. Literatur müsse wehrhaft sein und beunruhigen.

Schräg gegenüber der Neuen Wache liegt die

Staatsoper

Das Opernhaus an der Prachtstraße Unter den Linden ist die Spielstätte der Staatsoper Unter den Linden. Es wurde 1741 bis 1743 im Auftrag König Friedrichs des Großen nach Plänen Georg Wenzeslaus von Knobelsdorffs im Stil des Rokokos errichtet. Friedrich der Große soll bei Proben oft dabei gewesen sein und Sängerinnen und Sänger angebrüllt haben, wenn sie einen Ton nicht trafen. Im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt, wurde das Opernhaus 1951 bis 1955 nach Plänen Richard Paulicks als Teil des Forum Fridericianum wiederaufgebaut. Die Oper ist Teil des Bebelplatzes, wie viele der bisherigen Sehenswürdigkeiten und auch die nächsten. Hinter der Staatsoper kommt die

St.-Hedwigs-Kathedrale

Sie ist eine römisch-katholische Kirche am Bebelplatz auf dem Forum Fridericianum in Berlin-Mitte. Der Rokokobau wurde 1747–1773 im Auftrag von Friedrich II. nach Entwurf von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff errichtet. Während des Zweiten Weltkriegs 1944 schwer beschädigt, wurde sie 1952–1963 wiederaufgebaut und 2018–2024 umgestaltet.

Die St.-Hedwigs-Kathedrale ist die Bischofskirche des Erzbistums Berlin und damit die ranghöchste römisch-katholische Kirche der Stadt. Eigentlich war Preußen zu der Zeit streng protestantisch. Den Bau einer katholischen Kirche wollte Friedrich der Große nur, um den Bürgern des gerade eroberten katholischen Schlesiens zu zeigen, dass bei ihm alle ihren Glauben ausleben dürfen. Also ein Vorwand um Weltläufigkeit zu zeigen.

Es handelt sich um einen an der Architektur des Pantheons in Rom orientierten Zentralbau. Seit der Umgestaltung ist der Innenraum charakterisiert durch eine auf den Altar ausgerichtete Anordnung:

Im Mittelpunkt des etwa kreisförmigen Kirchenraums steht der runde Altar, um den herum sich die Gemeinde zum Gottesdienst versammelt.

Hier sehen Sie den Eingang des

Hotel de Rome

am Bebelplatz. 2006 eröffnet, als eines der führenden Luxushotels Berlins. Das Gebäude war ursprünglich eine Bank. Nun soll es 2026 renoviert werden und dann ab 2027 als Four Seasons wiedereröffnet werde. Der Spa- und Poolbereich soll übrigens im ehemaligen Tresorraum der Bank sein und der Ballsaal in der Schalterhalle. Vielleicht kann man da als Zwischenpunkt der Tour dann einen Kaffee trinken.

Zusammenfassend: Der Bebelplatz in Berlin ist ein historisch bedeutsamer Platz im Ortsteil Mitte, bekannt als Teil des Forum Fridericianum, umgeben von wichtigen Gebäuden wie der Staatsoper und der Humboldt-Universität und fast 300 Jahre deutscher Geschichte, aber auch ein Schauplatz der nationalsozialistischen Bücherverbrennung am 10. Mai 1933. Friedrich der Große wollte hier seine für die Zeit revolutionären Ideen zeigen. Ein Zentrum für Kultur, Wissenschaft und Religion schaffen – das Forum Fridericianum. Nicht nur Militär- und Macht, sondern Werte der Aufklärung. Bebelplatz heißt er erst seit 1947, nach dem Arbeiterführer des 19. Jahrhunderts und Mitbegründer der SPD.

Nachdem wir nun den Bebelplatz gesehen haben, wäre doch ein weiterer Platz sehr interessant, den ich an diesen Tagesausflug noch anhänge. Nur 300 Meter weiter kommt der

Gendarmenmarkt

Auch vom Gendarmenmarkt lässt sich sagen, dass er einer der schönsten Plätze Berlins ist.

Der Gendarmenmarkt ist ein – nach dem ursprünglich hier angesiedelten Kürassierregiment Gens d’armes benannter – Platz. Im Jahr 1688 bei der damaligen kurfürstlichen Stadterweiterung angelegt……

An dieser Stelle merke ich, dass alles was mir zum Gendarmenmarkt einfällt an dieser Stelle wahrscheinlich zu lang wird. Daher lagere ich das auf diese Seite aus. Also einfach hier klicken und alles über den Gendarmenmarkt erfahren.

Wir wollten dann als letztes an dem Tag zum

Checkpoint Charlie

Das war zwar ein wenig Fußweg, doch in der Nähe dort sollte auch eine tolle Currywurstbude sein.

Unser Foto wurde in der Nähe des Check Point Charlie gemacht, ist in Berlin aber öfter zu finden.

Auf dem Weg dorthin sahen wir auch die „doppelten Pflastersteine“. Sie markieren in Berlin den Verlauf der ehemaligen Berliner Mauer und sind eine sichtbare Erinnerung an die Teilung der Stadt; sie bestehen meist aus zwei Reihen dunklerer Steine, die wie ein Band durch die Straßen führen.

Das Foto zeigt ein Portrait des US-Soldaten Jeffrey Harper, der zur Fotoikone des Ortes wurde. Er hat eigentlich gar nichts mit dem Check Point Charlie zu tun. Der amerikanische Soldat, Jeffrey Harper, kam 1989 als Tubaspieler der 298. Army Band, dem Militärorchester der Berlin Brigade, nach Berlin. Bis zum Rückzug der alliierten Truppen 1994 war er in Deutschland stationiert, jedoch nie am Checkpoint Charlie. Er erfuhr selbst erst 1999 bei einem Besuch in Berlin von der Nutzung seines Fotos..

Das Bild zeigt den ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie in Berlin, Symbol des Kalten Krieges und des geteilten Berlins. Und auch an die Panzerkonfrontation vom 27. Oktober 1961, bei der sich sowjetische und amerikanische Panzer am Kontrollpunkt auf der Friedrichstraße/Zimmerstraße gegenüberstanden. Das soll einer der gefährlichsten Momente des Kalten Krieges gewesen sein. DDR-Grenzbeamte wollten US-Diplomaten kontrollieren, was die Amerikaner verweigerten. Als Reaktion schickte der US-General Clay am 25.10.1961 Panzer an den Grenzübergang. Zwei Tage später kamen sowjetische Panzer. Nach 16 Stunden Vrhandlung zwischen John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow zogen die Panzer dann wieder ab. Der Checkpoint Charlie war ein alliierter Kontrollpunkt zwischen dem amerikanischen Sektor West-Berlin und dem sowjetischen Sektor Ost-Berlin.

 

Der heutige Nachbau der Kontrollbaracke und die Flaggen sind dem Original nachempfunden. Da wird heute viel Geld verdient mit den Bildern von Touristen.

Hier noch ein paar Fakten:

Der Checkpoint Charlie war einer der Berliner Grenzübergänge durch die Berliner Mauer zwischen 1961 und 1990. Er verband in der Friedrichstraße zwischen Zimmerstraße und Kochstraße (beim gleichnamigen U-Bahnhof) den sowjetischen mit dem amerikanischen Sektor und damit den Ost-Berliner Bezirk Mitte mit dem West-Berliner Bezirk Kreuzberg. Der Kontrollpunkt wurde im August/September 1961 infolge des Mauerbaus von den West-Alliierten eingerichtet, um den Angehörigen ihres Militärpersonals weiterhin das Überschreiten der Sektorengrenze zu ermöglichen, wobei sie registriert und belehrt wurden. Er war einer der drei durch die Amerikaner genutzten alliierten Kontrollpunkte, die ihn nach dem dritten Buchstaben im Alphabet, ‚C‘, gemäß dem internationalen Buchstabieralphabet „Charlie“ nannten.

Wir waren aber auch aus einem noch wichtigeren Grund an dem Ort. Ist doch in Sichtweite eine Currywurst Bude, die Werbung macht, die beste Currywurst der Stadt zu haben. Mein Fall war es nicht, ist die normale Berliner Currywurst doch keine Bratwurst, sondern eine Brühwurst. Das Gericht wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Berlin erfunden und entwickelte sich schnell zu einer Berliner Institution und einem der beliebtesten Gerichte der Stadt.

Doch gesättigt hängten wir noch eine Station dran, weil sie auch in der Nähe war.

Mauersegment am Dokumentationszentrum Topographie des Terrors.

Im Herbst 1989 fiel die Berliner Mauer, nur ein Jahr später waren die Grenzanlagen im innerstädtischen Bereich, bis 1992 auch im Berliner Umland fast vollständig abgebaut. Was erinnert 25 Jahre danach noch an Mauer und Todesstreifen?

Ein Mauersegment am Dokumentationszentrum Topographie des Terrors. Er befindet sich auf dem Gelände, auf dem sich zwischen 1933 und 1945 die Zentralen der Gestapo, der SS und das Reichssicherheitsamt befanden. Die Dauerausstellung „Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichs­sicherheits­hauptamt in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße” wird seit 7. Mai 2010 im Gebäude des Dokumentationszentrums präsentiert. Ein Geländerundgang mit 15 Stationen bietet die Möglichkeit, grundlegende Informationen zum authentischen Ort der Topographie des Terrors zu erhalten. Das hatte schon so ein bisschen bedrückende Wirkung, weshalb wir den Tag dann auch ausklingen ließen.

Hotel Estrel

Das ist die Waterfront by Estrel. Sie liegt idyllisch am Ufer der Sonnenallee gegenüber unseres 2018 gebuchten Hotels. Eine der vielseitigsten Outdoor-Locations in Berlin. Ein eigener Schiffsanleger, schattenspendende Kastanienbäume, ein Springbrunnen und Biergarten. Vom Bootsanleger starten sogar verschiedene Bootstouren. Das Hotel ist sehr zu empfehlen, ich glaube das größte Europas. Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt und wollten an diesem Morgen, unserem dritten Tag, erst zum Brandenburger Tor und dann zu einer Führung ins Regierungsviertel und zum Schluss in den Bundestag.

Am Brandenburger Tor war an diesem Morgen ein Marathon, den wir uns ansehen wollten.

Brandenburger Tor

Die Berliner behaupten, man habe die Quadriga absichtlich so gedreht, dass sie nach Osten in die Stadt hinein blicken, damit das Hinterteil in Richtung Frankreich zeigt. Eine Retourkutsche an Napoleon.

Im Jahre 1793 wurde die von Johann Gottfried Schadow entworfene Quadriga auf das Brandenburger Tor gesetzt. Sie stellt die Siegesgöttin Victoria im Streitwagen dar.

Am Berliner Platz wohnte auch der Maler Max Liebermann, der sogar den riesigen Fackelzug am 30.1.1933 zur Machtergreifung der Nationalsozialisten mitbekam und darauf sagte: „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte“.

Sie erzählt ihre eigene Geschichte: 1806 brachte Napoleon die Quadriga als Zeichen seines Triumphes nach Paris. Der hatte aber vor lauter Kriegen gar nicht die Zeit, sie wieder auszupacken. 1814 kehrte sie nach dem Sieg über den französischen Kaiser an ihren angestammten Platz in Berlin zurück. Nach dem Krieg wird das beschädigte Tor restauriert und die Quadriga neu gegossen. Seit jeher blickt die Quadriga in Richtung Stadtmitte nach Osten, auch wenn immer noch der Mythos existiert, sie habe zwischenzeitlich in die andere Richtung geblickt.

Übrigens: Von der ursprünglichen Quadriga existiert noch ein Pferdekopf, den man im Märkischen Museum besuchen kann.

Das Brandenburger Tor ist fast 250 Jahre alt. Es ist das Wahrzeichen Berlins und ein Nationalsymbol für ganz Deutschland. Jahrzehntelang stand es auf der Grenze zwischen Ost- und West-Berlin. Als das Brandenburger Tor im August 1791 eröffnet wurde, sollte es ein repräsentatives Stadttor für das aufstrebende Berlin darstellen, die damalige Hauptstadt von Preußen. Die Anweisung zum Bau des Tors gab der preußische König Friedrich Wilhelm II., der Neffe von Friedrich dem Großen.

Den Namen „Brandenburger Tor“ bekam das Stadttor deshalb, weil an dieser Stelle früher die Straße in Richtung Brandenburg begann. Das Tor ist etwa 20 Meter hoch und mehr als 62 Meter breit.

Der Kameramann für die Bilder des Marathons

1793, also zwei Jahre nach der Einweihung, kam die berühmte Quadriga-Skulptur oben auf das Tor. Sie wurde von Bildhauer Johann Gottfried Schadow entworfen und zeigt die römische Siegesgöttin Viktoria in einem Streitwagen, der von vier Pferden gezogen wird. Symbolisch soll sie damit den Triumph und den Frieden darstellen, die in die Stadt einziehen. Doch 1806 nahm der französische Kaiser Napoleon Bonaparte die Quadriga nach seinem Sieg über Preußen als Kriegsbeute mit nach Paris – der Diebstahl war eine Schmach für die Berliner. Etwa acht Jahre lang stand das Tor ohne Quadriga da.

Dass sie 1814, nach den „Befreiungskriegen“ gegen Frankreich, in einem Triumphzug nach Berlin zurückgebracht wurde, machte aus dem Brandenburger Tor ein nationales Symbol. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Brandenburger Tor zerstört, der Wiederaufbau dauerte 13 Jahre. 1945 wehte die Fahne der siegreichen Sowjetunion vom Tor.

Nach der Teilung Berlins durch die Siegermächte stand das Tor im russischen Sektor und gehörte damit zu Ost-Berlin und der DDR. Genau davor verlief die Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten.

Hotel Adlon

Das Hotel Adlon Kempinski ist eines der luxuriösesten und bekanntesten Hotels in Deutschland. Es liegt in der Dorotheenstadt im Berliner Ortsteil Mitte am Boulevard Unter den Linden 77, unweit des Brandenburger Tors am Pariser Platz. Es wurde 1997 eröffnet und folgt der Tradition des 1907 eröffneten ursprünglichen Hotels Adlon, das 1945 ausbrannte und bis auf einen Seitenflügel abgerissen wurde, der bis 1984 stand.

Um 1900 wurde es bei der europäischen Oberschicht modern, Bälle, Diners und andere Festlichkeiten auf großen öffentlichen Bühnen zu zelebrieren.

1931 war Charlie Chaplin im Adlon und es herrschte wegen ihm absoluter Ausnahmezustand. Als er das Hotel verließ wurde er von 1000en Fans so umringt und geschupst, dass er sich gerade noch zurück ins Hotel retten konnte. Als die Security ihn endlich gerettet hatte, stellten Sie fest, dass er seine Hose mit Händen halten musste, weil man ihm als Souvenir sämtliche Knöpfe abgerissen hatte.

Diese Bühnen der Gesellschaft waren Hotels, die allen Luxus erfüllten, den die damalige Welt zu bieten hatte. Ein Fest oder gar einen großen Empfang in solch einem Rahmen auszurichten, war zunächst unvorstellbar, da sowohl der Adel als auch das reiche Großbürgertum daran gewöhnt waren, zu Hause oder auf einem Landsitz zu feiern. Auch in Deutschland gab es elegante Hotels, wie das Bristol oder das Grand Hotel de Rome, doch waren diese im Vergleich zur neuen Spitzenklasse altmodisch und antiquiert. So brannte das Berlin der Kaiserzeit darauf, endlich auch eine dieser großen Adressen zu besitzen, um so mit den anderen Metropolen gleichzuziehen. Kaiser Wilhelm II. unterstützte das Projekt und half bei der Baugrundbeschaffung. 1905 kaufte der Hotelier Lorenz Adlon zwei Grundstücke am Boulevard Unter den Linden. Ein Stück weiter ist dann die

Botschaft der USA.

Für den Bau der Botschaft der USA waren ursprünglich 180 Millionen US-Dollar geplant, der US-Kongress drückte jedoch die verfügbare Summe auf 120 Millionen US-Dollar (rund 95 Millionen Euro).

Die Botschaft der Vereinigten Staaten in Berlin ist der Sitz der Auslandsvertretung der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) in Deutschland. Die Kanzlei befindet sich in einem Neubau am Pariser Platz wenige Meter vom Brandenburger Tor entfernt und wurde am 4. Juli 2008 im Beisein des früheren US-Präsidenten George H. W. Bush und der Bundeskanzlerin Angela Merkel offiziell eröffnet, nachdem die Mitarbeiter bereits Ende Mai 2008 ihre Arbeit im neuen Gebäude aufgenommen hatten. Der Neubau füllte die letzte Bebauungslücke am Pariser Platz.

Und dann waren wir schon am Wachsmuseum Madame Tussauds. Das Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds Berlin wurde im Juli 2008 am Boulevard Unter den Linden eröffnet, nur wenige Meter entfernt vom Brandenburger Tor. Seitdem werden auch in Berlin bei Madame Tussauds Träume wahr. Und Petra konnte alte Freunde wiedertreffen und neue kennenlernen. Aber Topsecret, Bilder davon gehören hier nicht hin.

Danach gingen wir Richtung Regierungsviertel und Bundestag.

Regierungsviertel

Von 1999 bis zum Einzug in ein neues Gebäude saß das Bundeskanzleramt übergangsweise in dem ehemaligen Staatsratsgebäude der DDR am Berliner Schloßplatz (heute: European School of Management and Technology). Seit 2001 dient ein von Axel Schultes entworfener Neubau im Berliner Spreebogen, durch den Platz der Republik vom Reichstagsgebäude getrennt, als Behördensitz. Das Gebäude öffnet sich zu einem zentralen Platz gegenüber dem Paul-Löbe-Haus, der als Bürgerforum gestaltet werden soll. Wie auf der nächsten Seite beschrieben, ist das Bundeskanzleramt Teil der „Band des Bundes“ genannten Gebäudegruppe am Spreebogenpark. In dem Gebäude arbeiten zurzeit auch Mitarbeiter des Kulturstaatsministers.

Marie-Elisabeth-Lüders-Haus. Sie lebte von 1878-1966 und war Frauenrechtlerin und eine der ersten Frauen, die in Deutschland promovieren konnten (1912). Dort ist das Wissenschaftliche Dokumentationszentrum des Bundestages mit über einer Million Bänden.

Das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus ist der dritte Parlamentsneubau an der Spree und wurde im Dezember 2003 mit der feierlichen Schlüsselübergabe eingeweiht. Es vollendet das „Band des Bundes“, das mit dem von Axel Schultes entworfenen Bundeskanzleramt beginnt. Das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus überbaut den ursprünglichen Verlauf der Berliner Hinterlandmauer. In einem öffentlich zugänglichen Mauermahnmal sind Segmente dieser Mauer wieder an ihrem ursprünglichen Ort aufgebaut. Im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus befindet sich das Parlamentsarchiv, die Bibliothek und Büros.

Das Band wird durch eine Freifläche unterbrochen, da das Bürgerforum nicht gebaut wurde. Es setzt sich jedoch mit dem Paul-Löbe-Haus fort und findet mit dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus seinen Abschluss.

Wegen seiner Optik und den riesigen gläsernen Seitenschiffen nennt man das Paul-Löbe-Haus auch die „Bundestags-Waschmaschine“. Ein etwas hämischer Name, weil hier angeblich „die schmutzige Wäsche der Politik“ gewaschen wird. Im Gegensatz dazu nennen sie das Bundeskanzleramt oft die Bundeswaschmaschine.

Benannt ist das Paul-Löbe-Haus nach dem letzten demokratischen Reichstagspräsidenten der Weimarer Republik

Hier sieht man hinter dem Paul-Löbe-Haus schon den Reichstag.

Anders als beim Reichstagsgebäude konnten mit dem Paul-Löbe-Haus, losgelöst von den Vorgaben der Geschichte, eigene Akzente gesetzt werden. Der achtgeschossige Neubau mit seinen jeweils fünf markanten Seitenkämmen und den acht charakteristischen gläsernen Zylindern soll wie ein kraftvoller „Motor der Republik“ wirken.

Die Brücke zwischen den beiden Parlamentsbauten Paul-Löbe und Marie-Elisabeth-Lüders schließt die Verbindung zwischen West und Ost. Der Architekt der beiden Häuser, Stephan Braunfels, nennt es den „Sprung über die Spree“. Im Paul-Löbe-Haus sind viele Abgeordneten-Büros und eine Kantine untergebracht, im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus ein großer Anhörungssaal, die Bibliothek und die Parlamentarischen Dienste des Bundestages.

Wer auf kürzestem Wege vom einen zum anderen will, muss sich auf die „höhere Beamtenlaufbahn“ wagen, wie der namenlose Steg aus Spannbeton im Bundestagsjargon auch genannt wird. Und wird mit einem eindrucksvollen Blick über das Parlamentsviertel belohnt.

Oben die Beamtenlaufbahn exklusiv für die Politik und voll verglast, die unteere Ebene für alle Bürger, aber direkt im Freien.

Die Kreuze wurden in West-Berlin genau an der Stelle errichtet, an denen Menschen beim Versuch die Grenze zu überwinden, ums Leben kamen. Die Spree an dieser Stelle war komplett Staatsgebiet der DDR. Wer also ins Wasser sprang um in den Westen zu schwimmen, der wurde oft noch im Wasser erschossen.

Der Gedenkort Weiße Kreuze am Ufer der Spree am Friedrich-Ebert-Platz neben dem Reichstagsgebäude in Berlin erinnert an die Todesopfer an der Berliner Mauer.

Der private Berliner Bürger-Verein stiftete die Gedenkstätte am 10. Jahrestag des Mauerbaus am 13. August 1971. Von 1961 bis 1990 verlief die Mauer direkt am Ufer, die Wasserfläche befand sich auf Ost-Berliner Gebiet.

Die neue Installation nach einem Entwurf des Landschaftsarchitekten Jan Wehberg hat acht Plätze für Kreuze, von denen sieben belegt sind. Die Kreuze sind beidseitig mit Namen und dem zugehörigen Todesdatum versehen.

Ein paar Stolpersteine, die wir auf dem Weg gefunden haben.

Die Kronprinzenbrücke überspannt die Spree und verbindet die Ortsteile Mitte und Tiergarten mit dem Regierungsviertel.

Vorläufer war eine im Jahr 1709 unterhalb des Schönhauser Grabens errichtete hölzerne Klappbrücke. 1877–1879 folgte

Kronprinzenbrücke

der Bau einer neuen Brücke am (westlichen) Kronprinzenufer, die ihren Namen dem damaligen deutschen Kronprinzen Friedrich Wilhelm verdankte. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kronprinzenbrücke im Frühjahr 1945 schwer beschädigt und nach 1945 provisorisch wieder instandgesetzt. Mit dem Bau der Berliner Mauer im Jahr 1961 wurde die Brücke gesperrt und verlor ihre Bedeutung als Verkehrsbauwerk, da die Spree hier Sektorengrenze war. 1972 folgte der Abriss des Brückenüberbaus, die Pfeiler und Widerlager blieben stehen. Schon im April 1991 wurde ein internationaler Realisierungswettbewerb zum Wiederaufbau der Kronprinzenbrücke ausgelobt. Es war der erste Brückenneubau nach der politischen Wende über die ehemalige Sektorengrenze. Sie ist damit ein Symbol der deutschen Wiedervereinigung. Nachts wird die Brücke von unten angestrahlt, so dass sie wirkt, als wenn sie über dem Wasser schwebt.

Der Reichstag

Doch nun ging es weiter zum Reichstag, wo unsere Innenführung beginnen sollte.

Der Einlass war sehr aufwändig. Man musste vorher beantragen, alle Daten online einmelden, und dann gab es ein Zeitfenster, das eingehalten werden mussten.

Erbaut als Regierungssitz für das Kaiserreich. Das Reichstagsgebäude wurde von 1884 bis 1894 nach den Plänen von Paul Wallot gebaut. Mit der Proklamation des Deutschen Kaiserreichs 1871 wurde Berlin zur Reichshauptstadt. Das neu entstandene Parlament benötigte nun einen Regierungssitz. Wallot wollte ein repräsentatives und monumentales Gebäude schaffen, so fügte er Elemente aus Renaissance, Barock und Klassizismus zusammen.

Die noch heute erhaltene Inschrift im Giebel „Dem Deutschen Volke“ wurde erst 1916 hinzugefügt. Im Krieg wurde der Reichstag schwer beschädigt und erst einmal nicht wieder genutzt. Die Kuppel musste aus statischen Gründen gesprengt werden. Ein erster Umbau begann im Jahre 1957 durch Paul Baumgarten. Baumgarten verglaste den Plenarsaal und drängte fast alle historischen Züge des Gebäudes zurück.

Das Reichstagsgebäude ist seit 1990 Sitz des Deutschen Bundestages. Das Gebäude selbst heißt bei den meisten Menschen nur verkürzt „Reichstag“, auch wenn diese Bezeichnung aus dem längst vergangenen deutschen Kaiserreich seine Ableitung findet. Die erste Sitzung im Plenarsaal, des aus Bundestag und Volkskammer zusammengesetzten gesamtdeutschen Parlaments, fand am 4. Oktober 1990 statt. Knapp drei Monate später fand im Reichstagsgebäude die erste konstituierende Sitzung des gesamtdeutschen Bundestages statt. Am 20. Juni 1991 fiel die Abstimmung über den zukünftigen Regierungssitz zugunsten Berlins aus. Am 30. Oktober 1991 entschied der Ältestenrat des Bundestages, dass der historische Reichstagsbau als Sitz eines gesamtdeutschen Parlaments wiederhergestellt und genutzt werden solle. Die Ruine des Reichstagsgebäudes war in den sechziger Jahren wiederaufgebaut worden, wurde jedoch nicht als Parlamentsgebäude genutzt.

Den Auftrag zum Umbau des Reichstagsgebäudes nach dem Hauptstadtbeschluss erhielt der britische Architekt Sir Norman Foster nach einem internationalen Architekturwettbewerb. Im Juni 1994 stellte er seinen überarbeiteten Entwurf des Reichstagsprojekts vor. Dieser sah vor, einen modernen Parlamentsbau zu gestalten, der die Geschichte des Reichstagsgebäudes respektiert und zugleich die Umsetzung eines zukunftweisenden Energiekonzeptes realisiert.

Das ehemalige Reichstagsgebäude wurde zu einem modernen Arbeitsparlament umgestaltet, das allen Anforderungen an neueste Kommunikations-, Büro- und Arbeitsplatztechnik entspricht. In einer zweiten Umbauphase ab 1994 setzte der britische Architekt Sir Norman Foster unter anderem seine Entwürfe der gläsernen Kuppel um.

Das 800 Tonnen schwere Bauwerk aus Stahl und Glas misst 40 Meter im Durchmesser und 23,5 Meter in der Höhe. An der Innenseite winden sich zwei spiralförmig angelegte Wege bis zur Aussichtsplattform in die Höhe und wieder hinunter zur Dachterrasse.

Die Umbauten endeten mit der ersten Sitzung des Bundestages im neuen Reichstagsgebäude am 19. April 1999.

Nun doch noch ein wenig mehr Geschichte:

Mit dem Reichstagsgebäude sind bedeutende Wendepunkte und Ereignisse der deutschen Geschichte verbunden. Am 9. November 1918 rief der SPD-Politiker Philipp Scheidemann vom Balkon am Westportal die Republik aus.

Am Abend des 27. Februar 1933 ereignete sich der „Reichstagsbrand“. Dabei wurden der Plenarsaal und die Kuppel vollständig zerstört. Eine rote Fahne der Sowjetunion, gehisst am 30. April 1945 durch zwei Rotarmisten, symbolisierte den Sieg über das „Dritte Reich“.

Im Sommer 1995 wurde das Reichstagsgebäude durch eine ganz und gar unpolitische Aktion weltberühmt. Das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude verhüllte das komplette Gebäude zwei Wochen lang mit einer rund 100.000 Quadratmeter großen, silberfarbenen Plane. In einer zweiten Umbauphase ab 1994 setzte der britische Architekt Sir Norman Foster unter anderem seine Entwürfe der gläsernen Kuppel um.

Der Mann hat uns alle Informationen zum Plenum gegeben. Und zwar mit einer sehr mitreißenden Rede. Dem hätten wir ewig zuhören können.

Das Plenum ist die Gesamtheit der vom Volk gewählten Abgeordneten. Die Sitzungen sind in aller Regel öffentlich. Wir waren aber in der Urlaubszeit da, alle Personen, die hier zu sehen sind, sind auch Urlauber, die den Bundestag einmal besichtigen wollten.

Die Zusammensetzung des Plenums, also die Verteilung der Sitze auf die verschiedenen Parteien, errechnet sich aus dem Ergebnis der Bundestagswahl.

Dann ging es nach oben auf den Reichstag, um die Aussicht zu genießen.

Aussicht vom Reichstag

Platz der Republik

Links: Das ist der Platz der Republik vor dem Reichstag. Das große weiße Gebäude rechts im Bild ist das Bundeskanzleramt.

Der große Park links im Bild ist der Große Tiergarten.

Der Platz der Republik entstand um 1730 mit der nach Westen verlegten Berliner Zoll- und Akzisemauer und diente bereits unter König Friedrich Wilhelm I. als Exerzierplatz für die preußischen Soldaten; man nannte ihn Exerzierplatz vor dem Brandenburger Tor. Er wurde nach 1860 als Stadtplatz gestaltet und am 18. Dezember 1864 in Königsplatz umbenannt. Die neue Namensgebung gehe darauf zurück, dass auf diesem Platz „früher hier verschiedene Könige ihre Paraden abhielten“.

Turm des Carillons

Das 1884–1894 errichtete Reichstagsgebäude auf dem Königsplatz ersetzte dann das Palais des preußischen Grafen Atanazy Raczyński. So wandelte sich der Name und die Gestaltung immer wieder. Als wir zuletzt 2024 da waren, wurde gerade wieder neugestaltet.

links: Carillon im Berliner Tiergarten. Das Carillon ist ein von Hand spielbares Glockenspiel. Es steht etwa an der Stelle, an der sich bis 1951 die Krolloper befand.

Noch einmal das Bundeskanzleramt

Es wurde anlässlich des 750. Geburtstags der Stadt Berlin im Jahr 1987 gebaut, weil von der Daimler-Benz AG unter Edzard Reuter dafür fünf Millionen Mark gestiftet wurde.

Der Turm des Carillons besteht aus vier zum Karree gruppierten Einzeltürmen, die jeweils 42 Meter hoch und mit schwarzem Granit verkleidet sind. 187 Stufen einer Wendeltreppe führen im Inneren zur Spielerkabine in 33 Meter Höhe. Mit 68 Kirchenglocken ist es eines der größten Carillons Europas (das größte Instrument des Kontinents ist mit 76 Glocken das Europa-Carillon im Roten Turm in Halle an der Saale), das zweitgrößte der Welt.

„World Trade Center der DDR“

links: das „World Trade Center der DDR”. Das Hochhaus des Internationalen Handelszentrums am Bahnhof Friedrichstraße wurde noch zu DDR-Zeiten gebaut und war sehr geheimnisumwittert.

1978 war der Bau fertig, den ein japanisches Unternehmen ausführte. Die Japaner gaben den Kredit dafür und zogen auch mit 18 Firmen ein. Die Miete wurde in Dollar bezahlt.

links: Die Kuppel des Berliner Doms und rechts daneben müsste der Turm des Roten Rathauses mit seiner Fahne und Uhr sein.

unten: Die Charité (französisch für ‚Nächstenliebe‘, ‚Barmherzigkeit‘) ist das traditionsreichste Krankenhaus Berlins und mit 3293 Betten eine der größten Universitätskliniken Europas.

Die Charité – Universitätsmedizin Berlin vereint seit 2003 die medizinischen Fakultäten von Humboldt- und Freier Universität. Sie verteilt sich auf vier Standorte.

Der Verbund von Universitätskliniken geht auf ein im Jahr 1710 gegründetes Pesthaus zurück. Friedrich Wilhelm I. wandelte 1727 die Einrichtung in ein Bürgerhospital namens Charité um.

Mit Aufnahme des Lehrbetriebs der Berliner Universität im Jahr 1810 wurde es zu einer bedeutenden Lehr- und Forschungsstätte, der über die Hälfte der deutschen Nobelpreisträger für Medizin oder Physiologie entstammen.

Vier markante Ecktürme, die nach dem Zweiten Weltkrieg vereinfacht wieder hergestellt wurden, verleihen dem Reichstag eine wehrhafte Massivität und prägen das Reichstagsgebäude. Die vier Ecktürme stehen für die vier Königreiche Preußen, Sachsen, Bayern und Württemberg, die die Reichseinigung 1871 mittrugen. Sie werden von jeweils 16 Sandsteinskulpturen geschmückt, die Anspielungen auf Handel, Militär, Wissenschaft und Handwerk darstellen.

Der Innenhof eine ruhige Zuflucht vor dem geschäftigen Regierungsviertel.

Nordwestturm (Handel und Schifffahrt, Großindustrie, Klein- & Hausindustrie und Elektrotechnik)
Nordostturm (Erziehung, Unterricht, Kunst und Literatur)
Südostturm (Wehrkraft zu Lande, Wehrkraft zur See, Rechtspflege und Staatskunst)
Südwestturm (Ackerbau, Viehzucht, Weinbau und Bierbrauerei)

links: Die weiblichen Büsten sind allegorische Darstellungen, die oft als architektonische Stützen fungieren.

Der Hauptbahnhof

unten links: Die Siegessäule auf dem Großen Stern im Großen Tiergarten gehört zu den bedeutendsten Nationaldenkmälern Deutschlands und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Berlins.

Erbaut 1864 bis 1873 von Heinrich Strack auf dem Königsplatz und 1938 an den heutigen Standort versetzt. Die bekrönende Viktoria von Friedrich Drake wird im Berliner Volksmund auch „Goldelse“ genannt.

Anlass zur Erbauung ist der Sieg Preußens im Deutsch-Dänischen Krieg 1864. Innerhalb weniger Jahre kommen zwei weitere siegreiche Kriege hinzu, der Deutsche Krieg 1866 gegen Österreich, sowie der Deutsch-Französische Krieg 1870/1871. An diese drei Siege – heute Einheitskriege genannt – sollten die drei Säulensegmente ursprünglich erinnern.

Blick auf die Spree in Richtung Friedrichstraße.

Während des Nationalsozialismus wird die Siegessäule um eine vierte Trommel erhöht, so dass sie heute eine Gesamthöhe von 67 Metern besitzt. 1938/39 lässt man zudem für die geplante Umgestaltung von Berlin in die „Reichshauptstadt Germania“ das Denkmal rund 1,6 km nach Westen versetzen – auf den Großen Stern inmitten des Tiergartens, wo sie auch heute noch steht.


unten: Ein Denkmal am Einlass zum Reichstag. Es ist ein Mahnmal zur Erinnerung an die ermordeten Reichstagsabgeordneten. Also an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Bisher sind 96 bekannt. Das Mahnmal wurde 1992 aufgestellt. Es besteht aus 96 gusseisernen Platten, die hochkant aneinandergereiht wurden. Auf den Kanten stehen die Namen, Geburts- und Sterbejahre sowie die Orte der Ermordung.

Brandenburger Tor noch vom Reichstag aus gesehen.

links: Blick auf den Potsdamer Platz. Der Potsdamer Platz entstand nach der Wiedervereinigung. Das Ensemble aus Hochhäusern und futuristischen Neubauten bildet seit den 90er Jahren ein ganz eigenes Stadtviertel, entwickelt und geplant von Architekten. Er gehört zu den bekanntesten Plätzen Berlin.

Einst Brachland ist der Potsdamer Platz ein guter Beweis, dass am Reißbrett geplante Stadtviertel gut funktionieren können. Das DB Logo im Hintergrund ist der Hauptsitz der Deutschen Bahn.

Am Eingang des Reichstagsgebäudes in Berlin, genauer über dem Hauptportal auf der Westseite, prangt die berühmte Inschrift „DEM DEUTSCHEN VOLKE“, die 1916 angebracht wurde und die drei Initialen. Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. sind drei aufeinanderfolgende deutsche Kaiser aus dem Haus Hohenzollern, die das Deutsche Kaiserreich prägten, wobei das Jahr 1888 als das „Dreikaiserjahr“ in die Geschichte einging, da alle drei innerhalb weniger Monate regierten: Wilhelm I. starb, gefolgt von seinem Sohn Friedrich III. (99 Tage) und schließlich seinem Enkel Wilhelm II., der bis 1918 herrschte

– Wilhelm I. (1797–1888)
Herrschaft: König von Preußen (ab 1861) und erster Deutscher Kaiser (ab 1871).
Bedeutung: Erster Kaiser des vereinten Deutschen Reiches nach den Einigungskriegen.

– Friedrich III. (1831–1888)

Herrschaft: Deutscher Kaiser für nur 99 Tage im Jahr 1888.
Er starb an Kehlkopfkrebs, was seine kurze Regierungszeit erklärte.

– Wilhelm II. (1859–1941)
Herrschaft: Letzter Deutscher Kaiser (ab 1888) und König von Preußen. Der Enkel Wilhelms I. und Sohn Friedrichs III., er regierte bis zur Novemberrevolution 1918, als er abdanken musste.

Das Dreikaiserjahr 1888
Dieses Jahr wird durch den schnellen Wechsel der drei Kaiser definiert, die drei Generationen der Hohenzollern-Dynastie repräsentieren: Großvater (Wilhelm I.), Vater (Friedrich III.) und Sohn (Wilhelm II.).

Potsdamer Platz

Und danach wollten wir noch zum Potsdamer Platz. Da gibt es eine besondere Aussichtsplattform im Kollhoff Tower, von der man einen Super Blick über Berlin hat. 360 Grad Sicht am Potsdamer Platz

 

 

rechts: Das Center am Potsdamer Platz (bis März 2023 offiziell Sony Center) ist ein Bauensemble am Potsdamer Platz. In einem der futuristischen sieben Gebäude – gegenüber der Philharmonie am Kemperplatz gelegen – befand sich zunächst die Europazentrale, nun die deutsche Niederlassung von Sony. Die Dachkonstruktion stellt eine spektakuläre Ingenieurleistung dar. Ein aufgefächertes Zeltdach aus Stoffbahnen ist mit Zugankern an einem Stahlring befestigt, der auf den umliegenden Gebäuden aufliegt. Es soll eines der Wahrzeichen Japans, den heiligen Berg Fujisan, symbolisieren. Nach japanischem Glauben wohnen die Kami in den Bergen, da Berlin allerdings in diesem Sinne keinen Berg hat, wurde kurzerhand das Sony-Center als künstlicher Wohnsitz für die Kami gebaut, damit Sony auch in Europa im Schutz dieser steht.

links: Haus der Kulturen der Welt ist im Großen Tiergarten nahe dem Regierungsviertel. Es wird aufgrund seiner Form auch „Schwangere Auster” oder „Jimmy Carters Lachen“ genannt. Beides kann man in der Form tatsächlich erkennen. Die Kongresshalle wurde 1956/57 gebaut und war der Beitrag der USA zur Internationalen Bauausstellung Interbau 1957. 1958 wurde die „Benjamin-Franklin-Halle“ als Geschenk der Stadt Berlin übergeben. Also ganz im Sinne einer Deutsch-Amerikanischen Freundschaft. Allerdings teilte man sich unter Freunden auch die 19 Millionen DM Baukosten. Von Anfang an wurde die Halle stark beleuchtet, auch in der Nacht, sie sollte ein „Leuchtfeuer der Freiheit“ sein. Im Grunde war die Kongresshalle als Propagandabau gedacht. Sie stand nah an der Grenze zur Sowjetischen Zone und wurde absichtlich noch auf einen aufgeschütteten Hügel gesetzt, damit sie im Osten auch auf jeden Fall zu sehen ist. Schon damals erwartete man, dass irgendwann in unmittelbarer Nähe die Regierungsbauten entstehen würden.

Das Dach ist mit vielen Stahlseilen an Stahlbögen aufgehängt und überdacht  mit ca. 1000 Sitzplätzen. 1980 stürzte das Dach teilweise ein und wurde 1987 wieder aufgebaut. Es handelte sich bei dem Einsturz wohl um schlechte Planung des Daches, bzw. statische Fehler, die Wind, Schnee und schwankende Temperaturen wohl nicht gut berücksichtigt hatten.

Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz und beherbergt das Haus der Kulturen mit Ausstellungen internationaler Künstler.

Damit ist auch der 3. Tag vorbei und wir fahren zurück ins Hotel Estrel.

Aber nicht, ohne vorher noch einmal durch die Potsdamer Platz Arkaden zu gehen, ein großes Einkaufszentrum. Der Name hat sich danach geändert, es heißt heute The Playce.

Das Einkaufszentrum wurde am 2. Oktober 1998 als Potsdamer Platz Arkaden eröffnet. Über drei Ebenen mit einer Verkaufsfläche von rund 40.000 m².

Mit der 2014 erfolgten Eröffnung der Mall of Berlin in unmittelbarer Nähe, verloren die Potsdamer Platz Arkaden zunehmend an Bedeutung. Im November 2018 wurden Planungen für einen umfassenden Umbau der Arkaden bekanntgegeben. Der Umbau erfolgte von Frühjahr 2020 bis 2022. Am 15. September 2022 wurde das Einkaufszentrum unter dem neuen Namen The Playce wiedereröffnet. Der Name bezog sich ursprünglich auf das geplante „Mission: Play!” Geschäft von Mattel, das aber nicht realisiert wurde.

Überdachter Innenhof des Hotels Estrel

Unser Hotel Estrel ist mit über 2000 Betten Deutschlands größtes Hotel und seit 2016 das umsatzstärkste. Der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben des Besitzers Bauunternehmer Ekkehard Streletzki zusammen.

Das Hotel liegt südöstlich des Stadtzentrums im Bezirk Neukölln.

Der Ausblick aus unserem Hotel am frühen Morgen.

Die Poller sind in verschiedenen Blautönen und Weiß gehalten und sollen eine Welle darstellen. Die Installation war Teil eines Projektes zur Verschönerung des öffentlichen Raumes.

 

 

Nun beginnt der 4. Tag. Hier einige Bilder des Weges vom Hotel zur S-Bahn.

 

 

Heute war Einkaufsbummel angesagt. Links eine Seitenansicht des KADEWE. Das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) wurde am 27. März 1907 in der Tauentzienstraße am Wittenbergplatz, in der damals noch eigenständigen Stadt Charlottenburg eröffnet und gilt als das bekannteste Warenhaus Deutschlands.

Das KaDeWe ist mit 60.000 Quadratmetern Verkaufsfläche eines der größten Warenhäuser Europas. Als besondere Attraktion gilt seit Ende der 1920er Jahre die Feinkost­abteilung. Nach einer Erweiterung ist sie seit 1978 die zweitgrößte Lebensmittelabteilung eines Warenhauses weltweit.

Die Idee Werbung ist ein Hinweis auf den Ausbau einer Ladeneinheit auf 2000 qm Verkaufsfläche im Kadewe.

Wir sind dann einfach weitergebummelt.

Der Weltkugelbrunnen, volkstümlich Wasserklops genannt ist ein Wasserspiel direkt vor dem Europa-Center auf dem Berliner Breitscheidplatz.

Als der Bereich zwischen dem Breitscheidplatz und dem Europa-Center in den 1980er Jahren neu und ansehnlicher hergerichtet werden sollte, gewann der Berliner Bildhauer Joachim Schmettau. Die Anlage wurde 1983 errichtet.

Der Hauptteil der Anlage besteht aus mehreren, behauenen Blöcken roten Granits, die gemeinsam eine etwa halbkugelförmige Basis mit einem Gesamtdurchmesser von 8,5 Meter bilden und in einem Wasserbecken von 16 Metern Durchmesser angeordnet sind. Auf ihnen befinden sich zahlreiche Springbrunnen, Wasserfontänen und andere Wasserspiele.

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Als ehrendes Denkmal für Kaiser Wilhelm I. wird die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche am 1. September 1895 eingeweiht.

Mit dem Kirchengebäude, der Kapelle, dem Glockenturm und dem Foyergebäude, die sich um die Turmruine gruppieren besteht das Ensemble aus fünf Gebäuden.

Nach einem Entwurf des Baurates Franz Schwechten, entsteht sie als neoromanischer Bau mit gotischen Elementen.

Im November 1943 wird die Kirche in einem Bombenangriff zerstört. Bald wird die Turmruine zum Mahnmal und schließlich zum Wahrzeichen des westlichen Teils der Stadt Berlin.

Noch ein bisschen mehr zur Geschichte der Kirche. Die evangelische Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (im Berliner Volksmund Hohler Zahn genannt) ist ein Baudenkmal auf dem Breitscheidplatz. Sie wurde im Auftrag von Kaiser Wilhelm II. zum Gedenken an seinen Großvater Kaiser Wilhelm I. in den Jahren 1891–1895 von Franz Schwechten im Stil der Neoromanik erbaut. Ihr Kirchturm war mit 113 Metern der damals höchste der Stadt Charlottenburg.

rechts: Wuchtige Portalfassade.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Gedächtniskirche 1943 schwer beschädigt. Nach einem Streit um den Wiederaufbau folgte die Einigung auf den Abriss des Kirchenschiffs, den Erhalt der Turmruine als Mahnmal gegen den Krieg.

In der Turmruine befindet sich seit 1987 eine Gedenkhalle.

links: In der Eingangshalle zur Gedächtniskirche sieht man dieses Mosaik, eine feierliche, zum Abendmahl führende Prozession des Kaiserpaares. Abgebildet sind unter anderem Wilhelm I.. und Friedrich III. direkt hinter dem Brautpaar und dann die Könige Friedrich Wilhelm IV. und Friedrich Wilhelm III. samt seiner Ehefrau Luise. Ganz rechts schauen Kronprinz Wilhelm und seine Frau Cecilie aus dem Bild. Ja und das Brautpaar will ich nicht unterschlagen, das ist Wilhelm II und seine Frau Viktoria Luise. Dies Bild wurde vom

Bildhauer Adolf Brütt hergestellt, der einen Bildzyklus der Deutschen Kaiserfamilie 1906 vollendete. Immer prunkvollere Dekoration in dieser Kirche trieb die Kosten schließlich auf 6,4 Millionen Mark, das Zehnfache der ursprünglich veranschlagten Summe. Ja, das konnte Berlin schon immer. Als die Kirche 1895 eingeweiht wurde, war aber nur der

Chorraum fertig gestaltet. Der Ehemalige Eingang zur Kirche dient heute als Gedenkhalle.

Für die Entwürfe der Mosaiken, Glasfenster, Statuen und Reliefs verpflichtete man namhafte Dekorationskünstler. Mit den alles überstrahlenden Glasmosaiken der Gewölbe wollte Schwechten an die frühchristlich-byzantinische Kunst anknüpfen. Im Chor wurde die christliche Heilsgeschichte vermittelt, im Lang- und Querhaus dominierten Szenen aus dem Leben Jesu. Die im letzten Schritt ausgestaltete Vorhalle war ganz der Huldigung von Wilhelm I. und seiner Dynastie gewidmet und betonte die Legitimation der Kaiserwürde von Gottes Gnaden.

Mit der Einweihung der Eingangshalle am 22. Februar 1906 war der historistische Repräsentationsbau vollendet. „Ist es nicht schwer, zwischen Gold und Marmor vom Mammon zu predigen?“ – die Kritik aus protestantischen Kreisen begleitete das Projekt von Anfang an.

Der Zweite Weltkrieg schuf Fakten und die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche wurde stark zerstört. Den markanten Hauptturm, dessen steinerner Helm zur Hälfte weggebrochen war, tauften die Berliner – auch in Notzeiten nicht auf den Mund gefallen – „hohler Zahn“. Es sollte eine Liebeserklärung sein. 1954/55 sicherte man den von 113 auf 68 Meter geschrumpften Westturm, legte aber die noch vorhandenen Mauern des Schiffs und des Chores nieder. Gefordert war eine Lösung, „bei welcher der Turm der Kirche – in alter oder veränderter oder neuer Gestalt – auf dem bisherigen Standort steht“.

links: Kirchenstuhl Wilhelms II.

1957 wurde ein Entwurf von Egon Eiermann (1904-1970) ausgewählt. Er projektierte ein Ensemble ohne den alten Turm, für ihn nur eine „baukünstlerische Belanglosigkeit“. Die Berliner Bürger liefen Sturm, es hagelte Protestbriefe: Der Turmstumpf sei ein Wahrzeichen der freien Stadt, er gehöre als Blickpunkt zum Kurfürstendamm, und vor allem verkörpere er das kollektive Kriegsschicksal. Die regionale Presse startete eine Kampagne gegen die „Eierkiste“, die Berlins „schönste Ruine“ verdränge, und forderte zur Abstimmung auf. Über 90 Prozent votierten für den Turm. Unter dem Druck des Volkes entschloss sich das Kuratorium, den wilhelminischen Torso zu bewahren, und bat den Architekten um neue Entwürfe. Der räumte schließlich ein, es gebe „wohl kein Bauwerk, das für immerhin ein paar Millionen Menschen Glanz und Elend ihres Lebens so widerspiegelt wie diese jetzt noch vorhandene Ruine“. Und so gruppierte er seine Baukörper aus Beton, Stahl und Glas als „ein Spiel des Neuen um den alten Turm herum“.

rechts: Mosaikverzierung an der gewölbten Decke.

Soweit die Gedächtniskirche. Unser Tag neigte sich wieder dem Ende. Jedenfalls konnten wir nicht mehr laufen. Vorher wollten wir uns aber noch das Kaufhaus Galeries Lafayette anschauen. Es lag an der Friedrichstraße und wurde nach Plänen des französischen Architekten Jean Nouvel errichtet.

Der Glastrichter im Inneren des Kaufhauses

Eine besonders einprägsame Werbung

Am 29. Februar 1996 eröffneten die Galeries Lafayette als eines der ersten Unternehmen nach der deutschen Wiedervereinigung im ehemaligen Ostteil Berlins ein Warenhaus.

Von 1996 bis 2024 war das Warenhaus Galeries Lafayette in Berlin. Als wir da waren, endete gerade der Räumungsverkauf. Seit 2024 wird das Gebäude unter dem Namen Lumina zu einem Büro- und Geschäftshaus umgebaut; die Fertigstellung ist für 2027 geplant.

 

 

Und jetzt noch was Süsses, was ist da besser, als der M&M Shop.

Damit sind wir am Ende unseres Berichtes aus Berlin. Wir haben noch zwei Schiffsfahrten in Berlin gemacht. Eine im August 2018 IN Berlin, denn Berlin ist wie eine Insel und hat mehr Brücken als Venedig. Damit bekommt man gleich am Anfang einen kleinen Überblick, was wo ist und dass man viele Sehenswürdigkeiten auch per Schiff sehen kann, um dann einzelne Highlights direkt zu besichtigen. Nur bei 5 Tagen musste einfach eine Vorauswahl her, weil Berlin selbst bei unserer kleinlichen Vorplanung nicht komplett zu schaffen war. Bilder hier. Die andere war dann 2024 außerhalb von Berlin über 7 Seen. Bei schönem Wetter hatten wir da einen wunderschönen Tag. Diese Bilder finden Sie hier.

Noch zu unserem Hotel Park Inn von der zweiten Reise. Da waren wir direkt am Alexanderplatz und somit mitten und zentraler in Berlin. Hier ein Bild des Hotels.

… „Erleben Sie Berlin aus einer neuen Perspektive! Unser 4-Sterne-Superior Hotel bietet Ihnen eine unschlagbare Lage direkt am Alexanderplatz. Mit 150 Metern Höhe ist das Park Inn by Radisson Hotel Berlin Alexanderplatz nicht nur eine Top-Adresse für Übernachtungen, sondern auch das zweitgrößte Hotel Deutschlands. Genießen Sie den Komfort und den atemberaubenden Ausblick auf das Zentrum von Berlin.”

– so die Werbung des Park Inn. Und das wollten wir auch.

Darum buchten wir Zimmer in der 35. Etage, also richtig weit oben.

Am letzten Tag, als wir nach Potsdam wollten, haben wir gut gefrühstückt, um uns dann auf dem Zimmer noch kurz fit für den Ausflug zu machen. Wir waren 5 Minuten vor dem Start, als es Feueralarm gab, mit der Anweisung das Zimmer zu verlassen.

Wäre ja kein Problem gewesen, wollten wir ja sowieso. Nur sollte das ohne die Benutzung der Aufzüge erfolgen, nämlich über ein recht gammeliges Treppenhaus. Das kann verflucht anstrengend sein. Einige Gäste waren noch barfuß, einer mit Hund drängelte sich vor, weil er angeblich einen gefährlichen Köter hätte. Auf jeden Fall kamen wir mehr schlecht als recht runter. Als wir unten ankamen waren wir total fertig. Dann das Schlimmste überhaupt. Der Weg war total umsonst, weil es wohl ein Fehlalarm war. Wir kamen gerade total fertig aus dem Ausgang, als uns ein Angestellter sagte, wir könnten wieder aufs Zimmer, jetzt aber ruhig per Aufzug -.

Danach hatten wir keine Lust mehr auf einen weiteren Ausflug und checkten einen Tag früher aus und fuhren nach Hause. Mieser Abschluss, eines ansonsten sehr schönen Urlaubs. Potsdam machen wir irgendwie dann mal später.

Das Hotel Park Inn an sich war aber sehr gut, allerdings würden wir beim nächsten Mal wieder das Estrel buchen. Das gefiel uns irgendwie besser.