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Campo Santo Teutonico – Der deutsche Friedhof im Vatikan

Campo Santo Teutonico – Der deutsche Friedhof im Vatikan

Campo Santo Teutonico

Es muss ja auch mal einen Vorteil haben, wenn man deutschsprachig ist und der Vorteil ist, dass man in diesen Friedhof nur hineinkommt, wenn man sich als Deutscher oder Österreicher outet.

Der Friedhof ist eine staatsrechtliche Rarität: Er ist nicht Teil des vatikanischen Staatsgebietes, gehört also zu Italien. Trotzdem ist er nur vom Vatikan aus zugänglich und ist exterritoriales Gebiet des Vatikans, vergleichbar dem Gelände einer Botschaft. Deshalb konnten 1943/44 während der deutschen Besetzung Italiens Mussolini-Gegner und Juden dort versteckt werden. In der Kirche Santa Maria delle Pietà, die neben dem Friedhof liegt, feierte manchmal Kardinal Ratzinger die Frühmesse, bevor er zum Papst gewählt wurde. Weitere Erklärung finden Sie auf diesem Stein, der am Beginn des Friedhofes steht.

Erklärung zur Entstehung des Friedhofes

Haupteingang zum Vatikan direkt neben Petersdom

Man fragt am Durchgang links neben der Peterskirche die Schweizergardisten, ob man den Campo Santo besuchen kann.

An diesen Herren müssen Sie vorbei.

Zugänglich ist er normalerweise von 7-12 Uhr. Und weil man dabei auch schon „gefilzt“ wird, also sicher ist, kann man später dann auch direkt gegenüber dem Friedhof den Seiteneingang zum Petersdom nehmen. Wir haben das zwar nicht genutzt, weil wir bereits vorher zweimal im Dom waren, doch das ist ein Geheimtipp, wenn draußen die Schlangen gar zu lang werden.

Der Friedhof ist sehr schön angelegt, ich lasse einfach einmal die Bilder allein wirken, ohne alles zu kommentieren. Auf jeden Fall hatten wir einen schönen strahlend blauen wolkenlosen Himmel bei unserem Besuch. Auf der rechten Seite sind die Bilder der Kreuzwegstationen Jesu, die in diesem Friedhof bildlich sehr schön dargestellt werden.

Der Friedhof ist seit langer Zeit den Gräbern von Theologen, Wissenschaftlern und dem Adel vorbehalten. Anfang 2015 wurde dort aber ein Obdachloser beerdigt. Er hieß  Willy, war Niederländer und lebte vor dem Petersdom. Papst Franziskus ist ja eine Kämpfer der Armen, deshalb hat er wohl der Beerdigung zugestimmt.

Eingang zum Friedhof und links das Wappen von Papst Benedikt.

Aber lesen Sie selbst in der Kölnischen Rundschau Online.de vom 25.2.2015:

Doch jetzt erst einmal die Eindrücke vom Friedhof selbst. Sie wissen, wenn Sie ein Bild anklicken, dann können Sie auch eine Art Fotoshow sehen, bei der die Bilder größer dargestellt werden.

Pforte zum Friedhof

 

 

Campo Santo Teutonico – eine grüne Oase

 

 

 

Der Friedhof war von Anfang an für jeden Pilger aus dem Heiligen Römischen Reich gedacht, der von der Pilgerfahrt nicht mehr heimkehren konnte. Deutsche und deutschstämmige Geistliche machen einen weiteren großen Anteil aus. Im Laufe der Zeit wurden aber auch einige Prominente, die in Rom lebten und starben, auf dem Campo Santo begraben. Heute haben das Beerdigungsrecht alle Mitglieder der Erzbruderschaft sowie einige religiöse Gemeinschaften deutschen Ursprungs. Auf dem Friedhof sind ca. 1400 Namensnennungen seit dem 15. Jahrhundert erhalten

Sollten Sie nach Rom kommen, schauen Sie sich den Friedhof an. Er ist zwar eher klein, aber sehr gepflegt.

Eine Tafel weist darauf hin, dass auf diesem Gelände früher der Circus von Nero stand. Die Erklärung zu dieser Tafel:

Questo suolo, già villa e circo di Nerone,
oggi faro di luce al mondo,
conquistarono col sangue
Duce l’Apostolo Pietro I primi martiri Romani
Ascesi di qui moltitudine ingente
per offrire a Cristo le palme del nuovo trionfo.

Il collegio dei cultori dei martiri pose – XXVII giugno MCMXXIII

Diesen Boden, schon Villa und Zirkus des Nero,
heute der Welt ein Leuchtturm des Lichtes,
eroberten mit [ihrem] Blut
der Apostelfürst Petrus
die ersten römischen Märtyrer.
Von hier aus wurde eine riesige Menge entflammt,
Christus die Palmen des neuen Triumphes zum Opfer darzubringen.

Das Kollegium der Förderer der Märtyrer setzte [diesen Stein] – 27. Juni 1923

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