Schultze mit tz

Vatikanische Gärten

Ein Spaziergang durch die Vatikanischen Gärten anno 2012

Wir hatten davon gehört, dass es recht seltene deutschsprachige Führungen durch den Garten des Papstes gab. Eine Bewerbung musste direkt über den Vatikan erfolgen, was wir dann auch mit mehreren Wunschterminen machten. Und das Glück war uns holt, wir konnten da „wandeln“, wo auch der Papst seine Auszeiten verbringt. Allerdings zu anderen Zeiten. Es lohnt sich auf jeden Fall, so etwas langfristig anzumelden. Die Gärten sind ein Hort der Ruhe, und was wir durch die Führerin alles erklärt bekamen, hätte wir so auch nicht gewusst.

Die Landschaft auf dem Mons Vaticanus, übrigens mit 75 m der höchste Berg des Landes, ist bereits über 2000 Jahr alt. Seit Jahrhunderten dient diese beeindruckende Anlage den Päpsten zur Erholung und zur Besinnung,, als Stätte ruhiger Zurückgezogenheit.

Ein Hort der Ruhe

Heute kann man in der ca. 40 ha großen Anlage, die nur wirklich nur mit einer Führung besucht werden darf, u.a. eine Fülle von Gewächsen finden.

Pflanzenvielfalt

Sowohl tropische, als auch nordische Pflanzen sind hier zu sehen: Oleanderbüsche, Agaven, ganzjährig grüne Steineichen, daneben Zedern, aber auch riesige Palmen und Ligusterhecken. Ein felsiger Hang ist mit Alpenpflanzen bepflanzt.

Wappen als Busch geschnitten

Seit langer Zeit ist es Tradition, dass der Heilige Vater in seinem Wappen um den Schild herum die beiden gekreuzten Schlüssel trägt, einer golden, der andere silbern: Sie werden als Symbole geistlicher und weltlicher Macht interpretiert.

Offizielles Wappen des Vatikans

Sie erscheinen hinter oder über dem Schild und nehmen einen herausragenden Platz ein. Das Matthäusevangelium berichtet, wie Christus zu Petrus sagt: „Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein“ (Mt 16,19). Die Schlüssel sind daher das typische Symbol der dem Petrus und seinen Nachfolgern von Christus übertragenden Macht. Deshalb befinden Sie sich zu Recht auf jedem päpstlichen Wappen.

Aktueller Blumentopf 2012

Übrigens tragen z.B. alle Blumentöpfe immer das Wappen des aktuellen Papstes. Sobald ein neuer gewählt wird, werden alle Blumentöpfe erneuert. Hier sieht man das Wappen von Papst Benedikt. Sollten Sie unseren Bericht „Dem Petersdom aufs Dach steigen noch nicht gelesen haben, dann hier noch einmal eine kleine Erklärung des Wappens von Papst Benedikt XVI.

Wappen von Papst Benedikt XVI

Das Bemerkenswerteste an dem Wappen von Papst Benedikt XVI ist die Tatsache, dass auf ausdrücklichen Wunsch von Benedikt die Papstkrone also die Tiara, entfernt und durch die Papsthaube ersetzt wurde. Da die Tiara bislang Bestandteil in allen Wappen gewesen ist, darf man das durchaus als Fingerzeig mit hohem symbolischen Wert verstehen. Die Tiara – die dreifache Papstkrone – symbolisiert den dreifachen Machtanspruch des Papsttums: „Vater der Fürsten und Könige, Haupt der Welt und Statthalter Jesu Christi“ zu sein, Papst Paul VI. hatte 1964 seine Tiara niedergelegt aus Solidarität mit der Welt der Armen. Der Verzicht auf die Krone bringt Benedikts Grundeinstellung zum Ausdruck. In erster Linie sieht dieser sich als „Diener“ und ganz und gar nicht als Fürst.

Das Wappen von Papst Benedikt wurde von Bischof Andrea Cordero Lanza di Montezemolo gestaltet.

Die Wappenfiguren oder „Wappenwaffen“, die das Wappen des amtierenden Papstes Benedikt XVI. kennzeichnen, sind der Mohr von Freising, Symbol der Erzdiözese München-Freising, wo der Heilige Vater Erzbischof war, der Bär des hl. Korbinian mit dem Packsattel, der die Beziehung des Papstes zum Freisinger Schutzheiligen und die Bürde des apostolischen Amtes als „Träger Gottes“ zum Ausdruck bringt, und schließlich die Muschel des Wanderers mit dreifachem Symbolwert:

Des Eintauchens ins unergründliche Meer der Göttlichkeit, wie es der hl. Augustinus predigte, der Muschel des Wanderers in Bezug auf das wandernde Volk Gottes und des Wappenzeichens des Schottenklosters in Regensburg.

Übrigens waren die Italiener mit Papst Benedikt XVI sehr zufrieden. Sie rechnen ihm hoch an, dass er sich entschieden hat die Tiara nicht mehr in sein persönliches offizielles Wappen aufzunehmen, sondern sie durch eine einfache Mitra zu ersetzten, die daher nicht wie die Tiara von einer kleinen Kugel und einem Kreuz überragt wird. Sie meinen laut der Führerin, er würde damit als einer der ersten Päpste das kirchliche Kreuz nicht über die weltliche Macht (Kugel) setzen, sondern sich selbst etwas zurücknehmen.

Ein Stück Berliner Mauer

Schon seit Jahren halb versteckt und kaum bekannt steht ein Bruchstück der Berliner Mauer in den vatikanischen Gärten. Dieses Stück deutscher Geschichte stammt aus Berlin Mitte. Der Bau der Berliner Mauer teilte die Gemeinde Sankt Michael in zwei Teile. Die Sankt- Michaels-Kirche befand sich im Osten, während ein großer Teil der Gemeinde dem Westen der Stadt angehörte. Die Mauer verlief hinter der Kirche und versperrte den Blick aus dem Westteil der Stadt. Im Jahre 1986 schuf der in Berlin lebende iranische Künstler Yadegar Asisi an genau dieser Stelle ein illusionäres Bild, welche die Durchlässigkeit der Mauer demonstrieren sollte. Durch die Skizzierung der Kirchenwand auf dem Fragment scheint die Mauer nicht existent und die Sicht auf das Bauwerk unverstellt. Nach dem Fall der Mauer wurde das Bruchstück 1990 von einem Italiener ersteigert, der es 1994 dem Vatikan schenkte. Vielleicht auch ein Dank für die Verdienste des Papstes um die Wiedervereinigung und den Fall des Eisernen Vorhangs.

Hier ist ein Bildstock mit dem Gnadenbild der Mater Ter Admirabilis von Schönstatt. In Liebe und Verehrung für den Papst Johannes Paul III von einer Pilgergruppe der Diözese Augsburg/Allgäu zum Fest „Maria Geburt“ 8.9.92

Ein 200 bis 400 Jahre alter Olivenbaum ist auf Anweisung von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu dem Papst geschenkt worden. Dieser soll als Symbol für die „blühenden“ Beziehungen zwischen dem Vatikan und dem jüdischen Staat dienen.

Papst Benedikt XVI. hatte während seiner Pilgerreise nach Israel im Jahr 2009 vor einem alten Olivenbaum inne gehalten und den Wunsch geäußert, dass ein ähnlicher Baum die Vatikanischen Gärten segnen möge.

Netanjahu wollte den Wunsch erfüllen und beauftragte den Jüdischen Nationalfonds einen geeigneten Baum auszuwählen. Ein Baum, der nach Angaben des Rundfunks gar 400 Jahr alt, wurde nach Nazareth gefunden, ausgegraben und auf dem Seeweg 2000 Kilometer weit nach Ravenna geschickt.

Am Mittwoch, um 9 Uhr, wurde der alte Baum in der Viale Degli Ulivi (Olivenbaum Boulevard) in den päpstlichen Gärten eingepflanzt. Anwesend waren Kardinal Tarcisio Bertone, der Staatssekretär des Vatikans., Israels Vatikan Botschafter Mordechail Levy, der Vorsitzende des Keren Hayesod Effi Stenzler und viele andere  Honoratioren aus Israel und dem Vatikan. Netanjahu erklärte, dass der Olivenbaum das gemeinsame Streben nach Frieden und Brüderlichkeit zwischen den Völkern und Religionen repräsentiere.

Denkmal der Jungfrau von Guadalupe

Das nächste Bild zeigt eine Statue zum Gedenken an die bekannteste Marienerscheinung, nämlich die von Guadalupe, Mexiko im Dezember 1531, welche historische Bedeutung erlangte. Das Denkmal der Jungfrau von Guadalupe ist aus weißem Marmor und steht auf der höchsten Erhebung, die es in den Vatikanischen Gärten gibt. Die Madonna erschien einem jungen Indio und trug ihm auf, zum Bischof zu gehen und an einem Hügel eine Kapelle bauen zu lassen. Der Bischof glaubt dem Indio nicht und verlangte ein Zeichen.

Marienerscheinung von Guadalupe

Die Madonna trug daraufhin dem Indio auf, auf dem Gipfel des Hügels Blumen zu pflücken, in seinen Umhang einzuschlagen und zum Bischof zu bringen. Als er vor dem Bischof seinen Umhang öffnete, fielen die Blumen zu Boden und auf dem Umhang erschien plötzlich das Bildnis der heiligen Maria.

Der Umhang ist erhalten geblieben und wird seit dem 16. Jahrhundert in einer Dauerausstellung täglich auf dem Hügel Tepeyac, am Stadtrand des heutigen Mexiko City, in der Nacional Basilica de la Santisima Maria de Guadalupe über dem Hauptaltar ausgestellt. Jährlich kommen über 20 Millionen Pilger zu dem größten Marienheiligtum der Erde.

Der Umhang besteht aus einem 55 Zentimeter breiten und 1,43 Meter langen Tuch aus schnell verderblichen Agavenfasern. Normalerweise vermodert ein solches Gewebe schon nach 20 Jahren. Dieses Tuch trägt aber nun schon seit bald einem halben Jahrtausend ganz unversehrt das Bild eines Mädchens mit mestizischen Gesichtszügen (eines Volkes also, das es zurzeit seiner Entstehung noch gar nicht gab). In anderer Hinsicht gibt das Tuch darüber hinaus der Wissenschaft Rätsel auf. Das Bild wurde von vielen Experten und bedeutenden Malern untersucht und alle sind sich darin einig, dass das Tuch keine aufgetragenen Farben enthält, mit anderen Worten, es ist farbig, aber ohne irgendeinen Farbauftrag.

Erläuterungen auf dem Monument selber

Die Skulptur in den Vatikanischen Gärten ist ein Kunstwerk von A. Ponzelli und war ein Geschenk der mexikanischen Katholiken an Papst Pius XII. im Jahr 1939.

Als ein noch größeres Wunder dieser Erscheinung kann man jedoch bezeichnen, dass sich nach dieser Erscheinung über neun Millionen Azteken in der größten Massenkonversion der Geschichte taufen ließen und danach Spanier und Indios plötzlich anstatt Krieg zu führen, als Liebhaber übereinander herfielen. Zwei Völker, die sich davor gegenseitig vollständig vernichten wollten.

Das habe ich alles nicht erfunden, sondern im Internet gefunden.

Eine Feuerwehr hat der Vatikan auch

Etwas weiter  kamen wir dann zum vatikanischen Hubschrauberlandeplatz. Papst Paul VI (Giovanni Battista Montini, 1963-1978) gab 1978 den Auftrag den Heliport zu errichten, um den Papst und Staatsgäste der Vatikanstadt zu transportieren, ohne den Ablauf des Straßenverkehrs zu behindern. Der Papst wird während der Sommermonate von diesem Heliport aus in die rund 25 km entfernte päpstliche Sommerresidenz in Castel Gandolfo am Albaner See geflogen und kann durch diese Verbindung auch seine Amtsgeschäfte in der Vatikanstadt regelmäßig beaufsichtigen.

Portus Helicopterorum

Es gab immer wieder lange, bis zu ein paar Stunden andauernde Straßensperren, wenn der Papst per Auto durch Rom nach Castel Gandolfo fuhr. Von hier aus verlassen die Päpste gewöhnlich auch den Vatikan für ihre zahlreichen Pastoralreisen, beschützt von dem Bronzebild der schwarzen Madonna von Czestochowa. Eine Anekdote erzählte uns noch die Führerin. Und zwar wird im Vatikan ja meist lateinisch gesprochen, eine alte, aber irgendwie auch tote Sprache. Um diese den modernen Gegebenheiten anzupassen, muss man manchmal zu einer Umschreibung kommen und so  wurde eine sprachlich Konstruktion für den Hubschrauberlandeplatz erfunden. Das Wort Hafen und die Hubschrauber führte dann zu der lateinischen Übersetzung des „Portus Helicopterorum“. Man muss sich nur zu helfen wissen.

Johannesturm

Johannesturm oder Turm San Giovanni

Eines will ich nicht unterschlagen, kurz vor dem Hubschrauberlandeplatz ist westlich umgeben von Pinien, Zypressen, Steineichen und einem kleinen Palmenhain der aus Backsteinen erbaute Johannesturm. Der mittelalterliche Turm San Giovanni, ist sowohl nach Johannes dem Täufer, wie nach Johannes dem Evangelisten benannt – aber er ist auch mit dem Konzilspapst Johannes XXIII. verbunden. In den Vatikanischen Gärten hatte der Roncalli-Papst von den Strapazen seiner zahlreichen Verpflichtungen, den Audienzen, Gottesdiensten und Vorbereitungen auf das II. Vatikanische Konzil Erholung gesucht.

Inschrift Johannesturm

Sooft es der Terminkalender erlaubte, ließ sich der Papst in die Gärten fahren und unternahm dort alleine oder in Begleitung seines Privatsekretärs ausgedehnte Spaziergänge. Besonders oft zog es den Papst zu dem Turm, der nach seinem Namenspatron benannt war. Hier standen immer ein Stuhl und ein Tisch für eine päpstliche Ruhepause bereit.

Da Johannes XXIII in der heißen Jahreszeit nur sehr ungern nach Castel Gandolfo fuhr, beschloss er, die Torre di San Giovanni zu seiner Sommerresidenz zu machen. Er ließ den Turm aufwendig restaurieren und in ihm bequeme Wohnräume einrichten. Seinen neuen Sommersitz zu genießen, war dem Papst nur kurze Zeit vergönnt; viel zu früh verstarb Johannes XXIII. am 3. Juni 1963. Die Führerin sagte, auch Papst Benedikt würde den Turm nutzen.

Gelegentlich werden hier prominente Gäste des Papstes untergebracht. Benedikt XVI. empfing im Turm mit George W. Bush einen sperrigen Geschäftspartner. Während Bush die Treppen zu Turm emporstieg, hörten Umstehende – nach Angaben der britischen Tageszeitung „The Telegraph“ – wie der Us-Präsident flüsterte: „Welche Ehre, welche Ehre, welche Ehre!“

George W. Busch und Papst Benedikt XVI. zogen sich anschließend für eine halbe Stunde zur Privataudienz in den Turm zurück. Themen des Gespräches seien unter anderem die Beziehungen zwischen USA und Europa und der Friedensprozess in Nahost gewesen, teilte der Vatikan anschließend mit.

 

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In der Mitte über der Tür ist das Wappen von Papst Johannes XXIII, (Angelo Giuseppe Roncalli 19598-1963) das auch einen Turm enthält.

Zwar nicht diesen, sondern anscheinend einen Glockenturm der Kirche „Chiesa di San Giovanni“ aus seinem Geburtsort. Die Kirche war 1904 abgerissen worden – im selben Jahr in der Angelo Roncalli in Rom zum Priester geweiht wurde. Der Turm steht bis heute, restauriert von den Gebirgsjägern von Sotto il Monte, denen der Papst 1959 in einer eigens anberaumten Audienz aufgetragen hatte: „Hütet mir meinen schöne San Giovanni-Turm!“ Das Wappen Roncallis – Silberner Turm auf rot-weißem Grund – geht zurück auf einen Vorfahren namens Martino –oder Maitino – Roncalli im 15.Jahrhundert, der an den ursprünglichen Mauern der Casa Maitino ein Wappenzeichen mit diesem Turm anbringen ließ, das bei Restaurierungsarbeiten freigelegt worden war

Den Johannes Turm in den Vatikanischen Gärten restaurierte Papst Johannes XXIII und brachte sein Wappen an. Die beiden Figuren daneben könnten Johannes den Täufer und Johannes den Evangelisten zeigen, der auf Christus weist. Er war der Lieblingsjünger Jesu und Verkünder der Liebe Gottes.

Wo Pius wandelte in den Vatikanischen Gärten

Pius XII. (Eugenio Pacelli, 1939-1958) war der Papst vor Johannes XXIII. Er ging fast jeden Tag nach Tisch ganz allein eine Stunde lang um diese grün umrankte Mauer. Unsere Führerin sagte, extra dafür sei diese Mauer gebaut worden, damit man ihn von der Kuppel des Petersdoms nicht beobachten konnte.

Direkt am Turm beginnt die Mauer um die Pius immer lief.

Er war in einer sehr schwierigen Zeit Papst. Zwei bemerkenswerte Vorkommnisse habe ich im Internet gefunden, die zeigen wie unergiebig es damals war, Kirchenpolitik zu machen:

Der Außenminister des Deutschen Reichs von Ribbentrop befahl nach einer Weihnachtsansprache des Papste dem Gesandten beim Vatikan, Diego von Bergen,  dem Vatikan als Reaktion auf die Weihnachtsansprache 1942 mit Vergeltungsmaßnahmen zu drohen. Der Gesandte, der dem Auftrag seines Berliner Vorgesetzten nachkam, berichtete, dass der Papst dem deutschen Gesandten zunächst schweigend zugehört habe. Dann habe er in aller Ruhe gesagt, ihn bekümmere nicht, was ihm zustoßen werde. Doch käme es zu einem Konflikt zwischen der Kirche und dem deutschen Staat, so würde der Staat den Kürzeren ziehen. Kommentar von Bergen:

„Der Papst ist so wenig durch Drohungen zu beeinflussen wie wir selbst.“

Zitiert nach: Victor Conzemius: Schreien oder Schweigen? Das Dilemma eines Papstes. In: Vaterland, Nr. 209, 9. September 1988.

Auch von jüdischer Seite wurde das Verhalten Pius’ anerkannt:

„Das Volk von Israel wird nie vergessen, was Seine Heiligkeit für unsere unglücklichen Brüder und Schwestern in dieser höchst tragischen Stunde unserer Geschichte tut. Das ist ein lebendiges Zeugnis der göttlichen Vorsehung in dieser Welt. –“

zitiert nach Isaak HaLevy Herzog am 28.2.1944 in Actes et documents du Sanit-Siège relatifs a la Seconde Guerre mondiale, Bd. X, S 292

Intervention bei Hitler

Am 21. Juni 1943 entsandte Pius seinen Nuntius in Berlin, Cesare Orsengio, zu Hitler. Dieser berichtete:

„In allerhöchstem Auftrag bin ich vor einigen Tagen nach Berchtesgaden geflogen. Ich wurde vom Führer und Kanzler Hitler empfangen, aber sobald ich das Thema Juden und Judentum … angeschnitten hatte, drehte sich Hitler ab, ging ans Fenster und trommelte mit den Fingern gegen die Scheibe. Sie können sich vorstellen, wie peinlich es mir war, im Rücken meines Gesprächspartners mein Vorhaben vorzutragen. Ich tat es trotzdem. Dann drehte sich plötzlich Hitler um, ging an einen Tisch, wo ein Glas Wasser stand, faßte es und schleuderte es wütend auf den Boden. Mit dieser hochdiplomatischen […] Geste durfte ich meine Mission als beendet und gleichzeitig leider als abgelehnt betrachten.“

 

Quelle lt. Wikipedia: Erklärung Msgr. Orsenigos gegenüber Professor Edoardo Senatra wenige Tage nach der Intervention, wiedergegeben im Petrus Blatt, dem Organ der Diözese Berlin, vom 7. April 1963, dort mit dem offensichtlich falschen Datum November 1943 (zu der Zeit war Hitler auf der Wolfsschanze und nicht in Berchtesgaden). The Record of Pius XII`s Opposition of Hitler nennt den 21. Juni 1943.

Wo Pius XII wandelte in den Vatikanischen Gärten: La Passeggiata Pio XIIWo

Sollten  Sie interessiert sein, mehr dazu zu lesen, schauen Sie einmal auf Wikipedia hier.

Auf dem Platz des Chinesischen Häuschens steht die Heilige Glocke aus dem Jahr 2000, dem Heiligen Jahr. Die Tradition des Heiligen Jahres, das alle 25 Jahre stattfindet, gibt es schon seit 1400.

Die Glockengießerei Marinelli in Süditalien zählt zu den ältesten Unternehmen weltweit. Das Verfahren hat sich seit dem Jahre 1300 kaum verändert.
Mitten in einer Märchenlandschaft liegt die Stadt der Glocken: Agnone. Der 5200-Einwohner-Ort in der süditalienischen Region Molise ist umgeben von herrlichen Wäldern, er ist reich an Kunst und Kirchen, aber vor allem berühmt für seine Glocken. Es gibt sie aus Schokolade und zu Käse geformt. In Lebensmittelläden, beim Tabakhändler und in Konditoreien. Aber eben auch in tonnenschwerem Großformat, nämlich als echte Kirchenglocken.

Diese Jubiläumsglocke produzierte die „Päpstliche Glockengießerei Marinelli“. Sie sind Glockengießer seit mindestens 1300, und damit eine der ältesten und renommiertesten der Welt, immer von derselben Familie betrieben. „Wir sind die einzige mit Papstwappen auf den Glocken“, erklärt Armando Marinelli. Die Glocke die Marinelli zur Jahrtausendwende für den Vatikan herstellte, wiegt fünf Tonnen. Der polnische Papst hat übrigens in den 90er Jahren persönlich in der Gießerei einen Fusionsritus mit Segnung geleitet. Glockenmeister Antonio Delli Quadri:„Der heilige Ritus der Fusion“ heißt das Ritual, wenn in Agnone ein Priester segnend vor dem Feuerofen steht. Die Bronzefusion wird auf 1200 Grad Celsius aufgeheizt und dann in die Glockenform gegossen. Alle zwölf Beschäftigten stehen vor der Glut. Marien-Litaneien werden laut gebetet. Und das je nach Auftragsdichte mehr als zehnmal im Jahr.

Ideal für Fotos mit dem Hintergrund des Petersdoms.

„Der kleinste Fehler bei der Fusion kann die Arbeit von Monaten kaputtmachen.“

Längst gibt es natürlich auch Marinelli-Glocken, die den Päpsten Benedikt XVI. und Franziskus gewidmet sind. Auch der Uno-Sitz in New York hat eine.

Von hier hat man auch einen besonders schönen Ausblick zum Petersdom.

Wir folgen weiter der leonischen Mauer.

Die Leonische Mauer, die im Mittealter zu einer Befestigungsanlage gehörte von der der Johannesturm ein Teil war, bildet heute nicht mehr die Grenze der Vatikanstadt, sondern liegt jetzt innerhalb der Stadtmauer.

Sie wurde Mitte des 9. Jahrhunderts errichtet. Zu der Zeit lag der Vatikan noch außerhalb der Stadtmauern Roms und die Mauer sollte vor Angriffen der Sarazenen schützen.

Nach kurzer Zeit trifft man auf die Kapelle der heiligen Theresia von Lisieux (1873-1897), der Schutzheiligen der Vatikanischen Gärten. Schon als Fünfzehnjährige wollte sie, von ihrer Familie unterstützt, in den Orden der Karmeliter eintreten, ihre Aufnahmegesuche wurden jedoch mehrfach abgelehnt, unter anderem wegen ihres jugendlichen Alters. 1889 wurde sie dann doch aufgenommen. Sie widmete ihren Lebensweg der Hingabe an Gott und die Mitmenschen.

Sie starb 1897 noch sehr jung nach heftigem Leiden an Tuberkulose. Ihre letzten Worte waren: „Mein Gott, ich liebe dich!“. Sie wurde sehr schnell sowohl heilig (1923) als auch selig (1925) gesprochen.

Auch ihre Eltern Marie Zélie Guérin (1831-1877) und Louis Martin (1823-1894) sind das seltene Beispiel eines selig – und bald heilig – gesprochenen Ehepaares. Sie waren Eltern von neun Kindern, von denen nur fünf, alles Töchter, das Erwachsenenalter erreichten. Alle fünf wurden Ordensschwestern, die bekannteste von ihnen ist Theresia von Lisieux. Ihre Mutter Marie Zélie Guérin betrieb als Unternehmerin einen Handel mit in ihrer eigenen Manufaktur hergestellter Stickerei. Das Ehepaar wurden 2008 in Lisieux seliggesprochen. Der Vatikan hat ein Wunder anerkannt, das auf die Fürsprache der beiden Seligen Marie Zélie Guérin und Louis Martin eingetreten ist. Der Nachweis eines Wunders, das nach der Seligsprechung erfolgt, ist Voraussetzung für die Heiligsprechung. Papst Franziskus ist ein erklärter Verehrer der „kleinen“ heiligen Theresia vom Kinde Jesu und hat die Eltern im Oktober 2015 heiliggesprochen.


Radio Vatikan

Studios Radio Vatikan

Doch nun aus der Kirchengeschichte zurück in unser technisches Zeitalter. Hier sehen Sie die Studios von Radio Vatikan, das seit 80 Jahren auf Sendung ist.

Italienischer Garten

In der Nähe des so genannten italienischen Gartens mit seinen symmetrischen Blumenbeeten sieht man die Keimzelle von Radio Vaticana, sprich: Das erste Gebäude des vatikanischen Rundfunks.

Sendemast Radio Vatikan

Von hier aus hat Pius XII. in Gegenwart des berühmten Funkpioniers Guglielmo Marconi am 12. Februar 1931 um 16.30 Uhr die erste Radiobotschaft eines Papstes verkündet. Papst Pius XII. erkannte als einer der ersten den Wert der revolutionären Entwicklung des Rundfunks. Die Leitung des Senders wurde dem Jesuitenorden übertragen. Die jährlichen Ausgaben von derzeit etwa 20 Millionen  Euro werden über das Budget des Papstes bestritten.

Sie möchten etwas über die intimsten Geheimnisse des Vatikans wissen?? Da kann ich aushelfen. Nach all den vielen geschichtlichen Informationen und kirchlich interessanten Sehenswürdigkeiten kamen wir an einem Gebäude vorbei, das ganz simpel als Toilette ausgeschildert war. Daran hatte eigentlich niemand ein direktes Interesse, weil sie auch nicht so vertrauenserweckend sauber aussah.

vor dem Toilettengebäude

Vor dem Gebäude arbeitete ein Gärtner, der freundlich grüßte und ein Gespräch mit unserer Führerin anfing. Diese übersetzte dann den Hinweis des Gärtners und erzählte, dass es sich hier um eine Toilette handele, die auch von Papst Benedikt bei seinen Spaziergängen im Park immer benutzt würde. Und? Sie glauben es nicht, innerhalb von Sekunden bildete sich eine Schlange vor der Toilette. Alle Frauen mussten sofort dort rein. Ich weiß nicht, ob man sich in so einer „heiligen Toilette“ nochmal so gut erleichtert?! Ich wollte den Damen aber auch nicht das gute Gefühl nehmen. Aber ich weiß nicht, ob der Papst, wenn er sich dort erleichtert die Tür der Damentoilette mit der Aufschrift „signora“ benutzt. Na ja, der Glaube versetzt vielleicht Berge.

Die Grotte von Lourdes

Nachbau der Grotte von Lourdes

Beim Weitergang erreicht man in einer Höhe von 71 Metern über dem Meeresspiegel, den höchsten Teil der Vatikanischen Gärten, wo man umgehend auf das geistliche Zentrum des Parkes trifft, die Grotte von Lourdes (auch Mariengrotte genannt).

Bild an der Lourdesgrotte

Ein getreuer Nachbau jener von Massabielle bei Lourdes in Südfrankreich.

Eine Schenkung der Franzosen an Papst Leo XIII. (Vincenzo Gioacchino dei Conti Pecci, 1878-1903) im Jahre 1902.

Altar in der Lourdes Grotte

Hier sieht man außerdem, umrankt von einem glänzend grünem Mantel aus amerikanischen Reben einen, Papst Johannes XXIII. (Angelo Giuseppe Roncalli 1958-1963) im Jahre 1958 zum hundertsten Jahrestag geschenkten Originalaltar und die Statue der Madonna,

Madonna

zu der sich der Papst zum Abschluss des Maimonats begibt, um die Gläubigen nach einem eindrucksvollen Fackelzug durch die Gärten empor zu empfangen.

Sollten Sie einmal eine Andacht nachlesen wollen, die Benedikt XVI am 31. Mai 2007 an der Grotte in den vatikanischen Gärten hielt, dann wäre mit diesem Link die Möglichkeit dazu. Ansonsten gehen wir nun weiter und kommen zum

Kloster „Mater Ecclesiae“

Es liegt weiter oben auf dem Hügel entlang den Mauern, die Leo IV (847-855) im Jahre 847 zum Schutz der St. Peter-Basilika vor dem Angriff der Sarazenen errichten ließ.

Kloster Mater Ecclesiae lateinisch für „Mutter der Kirche“

Es ist zum Teil in die Mauerreste der leoninischen Mauer mit eingebaut und besteht zum einen aus einer Kapelle und zum anderen aus Gemeinschaftsräumen und zwölf Zellen für die Schwestern. Papst Johannes Paul II weihte es am 13. Mai 1994 ein und brachte hier die Klausurnonnen unter, die ihn mit ihren täglichen Gebeten unterstützten. Sie sollten sich in besonderer Weise der Fürbitte und dem Gebet für den Papst und die römische Kurie widmen. Papst Benedikt hat sie dann zurück nach Polen geschickt und zuerst dort eigene Helferinnen einquartiert.

Kapelle von Mater Ecclesiae

Im fünfjährigen Wechsel wird es von verschiedenen Frauenorden bewohnt. Seit 2013 lebt zudem der emeritierte Papst Benedikt XVI. in dem Gebäude. Er war nach seinem Amtsverzicht am 28. Februar 2013 erst in die Sommerresidenz Castel Gandolfo gezogen. Nach Umbauten des Klosters kehrte er am 2. Mai 2013 zurück und bezog das Klostergebäude zusammen mit seinen vier früheren Haushälterinnen und seinem Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein.

Besser als dort kann Joseph Ratzinger vor Neugierigen nicht geschützt werden, weil ja die Schweizergarde alle Zugänge zum Vatikan bewacht. Ob weiter Führungen in den Gärten stattfinden, war in 2013 noch nicht ganz klar. Wie sagte Papst Benedikt XVI. bei seiner Rücktrittserklärung: „Was mich selbst betrifft, so möchte ich auch in Zukunft der heiligen Kirche Gottes mit ganzem Herzen durch ein Leben im Gebet dienen.“ Er wählte also selbst ein Leben in der Zurückgezogenheit des Klosters.

Fontana dell’Aquilone

Adlerbrunnen

Eine Architektur aus dem Barock ist der Adlerbrunnen. Die künstliche Grottenanlage wird von einem Adler gekrönt und zwei Greife speien Wasser in ein ovales Becken.

Erbaut von Paulus V. als beeindruckende Fontana dell’Aquilone zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Wie unschwer zu erraten ist, war sein Wappentier der Adler.

Direkt daneben errichtete Papst Leo XIII. 1891 einen Observatoriumsneubau, hinter der St.-Peter-Basilika. Eigentlich beginnt das Interesse des Vatikans an den Sternen bereits unter Papst Gregor XIII. der im Jahre 1576 in Rom einen ersten Beobachtungsturm bauen ließ. Er existiert als „Turm der Winde“ heute noch. Er hat eine auffällig geschmückten Saal, den Meridian Saal. Dort gab es ein kleines Loch, durch das der Sonnenstrahl um zwölf Uhr fiel. Damit konnte man die Pendeluhr justiere dann am 21. März 1582 der mittägliche Sonnenstrahl auf einen Punkt fiel, der 60 Zentimeter vom ursprünglichen Punkt entfernt war, wurde eine Kalenderreform notwendig, denn das astronomische Jahr war um 0,0078 Tage kürzer als ein Jahr des „Julianischen Kalenders“.

So wanderte alle 128 Jahre der Frühlingsanfang einen Tag weiter in Richtung April. Diese Differenz war so gering, das vorher niemand daran Anstoß nahm. Papst Gregor XIII. korrigierte den Fehler: Er ließ 10 Tage im Oktober des Jahres 1582 ausfallen und führte den „Gregorianischen Kalender“ ein.  Daher fällt seither der Schalttag, der 29. Februar, bei jedem vollen Jahrhundert aus, dessen beide erste Zahlen sich nicht durch vier teilen lassen.

1774 wurde die Sternwarte dann an einer anderen Position im Vatikan neu errichtet und 1891 errichtete Papst Leo XIII. dann den Observatoriumsneubau, auf den das Schild an der Wand hinweist.

Casino dio Pio IV

So langsam aber sicher nähern wir uns dem Ende unserer Tour durch die Vatikanischen Gärten.

Casino dio Pio IV

Nun kommen wir zu einem Bau, eine Casina, die ein Landhaus von Papst Pius IV ist, aber überhaupt nicht so alt aussieht, wie es ist. Denn errichtet wurde es in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Über dem Tor sieht man – wie so oft im Vatikan und allgemein in Rom – ein Wappen des Auftraggebers. Im Fall von Pius IV. ist es das der Medici, deutlich zu erkennen an den sechs Kugeln.

Pius IV. zeigte 1559 ausgeprägtes Interesse an den Gärten: Er legte im Nordteil einen dekorativen Renaissance-Garten an, in dessen Zentrum er ein Landhaus, die Casina, errichten ließ, die von Pirro Ligorio im manieristischem Stil gestaltet wurde. Außenwände sind mit Stuckreliefs und Mosaiken, die Decken innen mit Fresken geschmückt. Ein ovaler Innenhof verbindet harmonisch die 4 Baukörper. In dem Schlösschen hat die Päpstliche Akademie der Wissenschaften ihren Sitz, deren Mitglieder sich hier zu Tagungen treffen.

Abgang vom Casino dio Pio IV.

An der Außenseite der Casina befindet sich ein Brunnen, in dem sich sogar Wasserschildkröten aufhalten. Die Führerin sagte, die Schildkröten würden nur mit Shrimps und Kaviar ernährt, sagt man. Wir halten das für Blödsinn.

 

 

 

 

So und jetzt sind wir wieder an den Vatikanischen Museen angekommen, wo wir eine Rundtreppe heruntermüssen und uns dann im Museum umschauen. Alles was wir gesehen haben, finden Sie dann hier. Aber erwarten Sie nicht alles, was es zu sehen gibt, das ist schlichtweg unmöglich. Denn 3 Stunden sind für das Riesenmuseum viel zu wenig, um alles abgedeckt zu haben. Zum anderen sind Sie dann aber auch fertig und froh wieder herauszukommen.

Wendeltreppe im Museum

 

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