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Sehenswürdigkeiten Teil 4 Katharinenkirche bis Neustadt

Von der Katharinenkirche bis in die Neustadt

An der Katharinenkirche beginnen wir nun den 4. Teil des Rundganges. Sollten Sie diese Seite zuerst gefunden haben, kommen Sie über diesen Link zur Übersicht der Osnabrücker Stadtrundgänge und Sehenswürdigkeiten.

Katharinenkirche

Bevor wir in die Katharinenkirche gehen, fällt zuerst einmal der Steckenpferdreiterbrunnen hinter der Kirche auf. Er wurde Ende der 1970er-Jahre vom Osnabrücker Bildhauer Hans Gerd Ruwe (1926-1995) geschaffen und erinnert an das Steckenpferdreiten der Drittklässler, dass regelmäßig am Rathaus stattfindet und an den Westfälischen Frieden von 1648 erinnert.

Er stand eigentlich vor der Stadthalle, musste da aber wegen des Umbaus Anfang 2013 weichen. Allerdings wollte die damalige Geschäftsführerin ihn auch gar nicht zurück haben, sie war der Meinung „die schnörkelige Bronzeskulptur beißt sich mit der schicken Glasfassaden-Optik der renovierten Veranstaltungshalle“. Na ja, was nun schöner ist, darüber ließe sich sicherlich streiten.

Man hat den Umzug dann auch gleich zum Grund genommen, um den Brunnen zu restaurieren. Das übernahmen Azubis der Fa. KME. Die Kosten  von 32000 Euro kamen zur Hälfte von der Stadt, während sich die andere Hälfte die Stiftung „Osnabrücker Club“ und die heimische Wirtschaft teilten.

Die Aufstellung hinter der Kirche brachte auch sofort Probleme mit sich, musste der massive Brunnen doch mit Muskelkraft dort hingestellt werden, weil man an der runden Bronzeschale keine Möglichkeit fand, ein Seil vernünftig zu befestigen. Also acht starke Männer und dann mit aller Kraft runterlassen. Um den Brunnen hat man dann Bänke gestellt, nicht zuletzt, damit der Brunnen nicht beschädigt werden kann, wenn die LKWs für den wöchentlichen Markt dort fahren.

Ein Modell der Kirche, aber es zeigt nicht die aktuelle Kirche. Achten Sie einmal auf die kleinen Türmchen am Turmdach.

Den Bericht zur Katharinenkirche habe ich aufgrund der Länge auf eine Unterseite ausgelagert, die Sie hier finden. An dieser Stelle nur so viel, es handelt sich um eine barocke Hallenkirche, deren Bau im Jahre 1300 begann und nach vielen Problemen und Verzögerungen ca. 1500 abgeschlossen wurde.

Hier sehen Sie, dass weiter heruntergezogene Dach, das heute die Türmchen abdeckt.

Um die Katharinenkirche siedelten sich einige begüterte Familien an. Zum einen, weil halt in der Altstadt der Platz knapp wurde, so dass ein repräsentativer Bau dort nicht mehr hinpasste, oder einfach auch nicht mehr zu finanzieren war. Der Vorteil der Katharinenkirche war, dass sie am Übergang Altstadt zu Neustadt stand und dort noch jede Menge Platz war. Vielleicht sahen es die Reichen damals auch als sehr innovativ und vorteilhaft an, dort nahe der Neustadt ihr Domizil zu bauen. So wie heute in manchen Städten aus früheren Arbeiter- und Speicherstädten die neuen „In-Viertel“ für die Prominenz werden. Es war zu der Zeit ein richtiges Nobelviertel.

Die ehemalige Poggenburg Hakenstraße 9. Früher gab es hier noch den Poggenbach – Froschbach. Freiwillig würde sein Zuhause wahrscheinlich niemand nach einem Frosch benennen.

Sie bauten also dort ihren Adelshof. In späterer Zeit war man da in direkter Schlossnähe (Bau 1667-1673), was das eigene Zuhause noch zusätzlich aufwertete.

Ein Beispiel an der Katharinenkirche ist zum Beispiel der gleich erklärte Ledenhof (erbaut 14.-16. Jahrhundert), aber auch die Poggenburg an der Hakenstraße direkt hinter der Kirche. Obwohl natürlich die Poggenburg schon sehr früh, nämlich 1487 in den Mittelpunkt rückte, weil dort der Erbauer des Rathauses, (Sie wissen noch? Aus einem unserer ersten Rundgänge) Ertwin Ertmann (1429-1505) Ende des 15. Jahrhunderts wohnte. Im Zweiten Weltkrieg wurde dann das Gebäude stark zerstört, aber nach dem Kriege von der Stadt wieder aufgebaut. Gott sei Dank fast so, wie es früher aussah, bis auf die Dachgauben, aber na ja man kann nicht alles haben.

Der Ledenhof

Ledenhof

Direkt nach unserem Besuch in der Katharinenkirche gehen wir weiter zum Ledenhof. Bevor wir links das Altenheim sehen, fällt eine Säule auf, die aus vielen Keramikfliesen besteht und auf einem Backsteinsockel steht. Sie wurde 1982/83 von der Keramikgestalterin Petra Murray geschaffen und nennt sich „Osnabrücker Bürger und Gäste“, weil die bei der Gestaltung halfen.

Jetzt sieht man auch schon das farbig dekorierte Gebäude Ledenhof.

Die Gebäude gehörten vom 16. Bis 19. Jahrhundert zum Herrenhaus eines Adelshofes. Von der riesigen Handelsniederlassung sind heute nur noch drei Gebäude übrig: Der siebengeschossige Weinspeicher mit Bruchsteinmauerwerk als Steinwerk, das älteste Gebäude, das farbig gestaltete ehemalige Wohnhaus mit den Ziergiebeln und der Treppenturm aus dem späten 16. Jahrhundert.

Steinwerk bedeutet, es wurde besonders massiv gebaut, um bei Bränden die Vorräte zu schützen. Und genau das war das Gebäude mit dem Satteldach auch bereits im 14. Jahrhundert – ein Speicher, den der Weinhändler Johann Leden Mitte des 14. Jahrhunderts am Rande der Altstadt zusammen mit einem Fachwerkwohnhaus errichtete.

Wenn man genau hinschaut, sieht man wo in früherer Zeit ein Dachgiebel an die Außenwand stieß. Das kleine mit Ziegeln belegte Holzanhängsel wurde dann später angebaut und ist die sogenannte „Heimlichkeit“. Das ist eine Toilette, allerdings ist es schwer vorstellbar, dass der Adel aus dem 1. Stock gesch…. hat.

Daher der Name Ledenhof. Der Weinhandel muss wohl eine sehr lohnende Beschäftigung gewesen sein.

Ende des 15. Jahrhunderts baute der dritte Heinrich von Leden, auf den Resten des Wohnhauses dort einen Renaissancebau als Palas mit zwei Ziergiebeln.  Diesen sogar mit einer sogenannten „Heimlichkeit“. Was das ist? Eine Toilette. Außerdem stockte er das Steinwerk zu einem Bergfried (das ist die Bezeichnung für einen unbewohnten Turm) mit sieben Geschossen und Ladeluken auf und verband es mit dem Palas.

Offizielles Schild

Der Palas hatte im Erdgeschoss eine vier Meter hohe Diele, als Wohnküche und einen Raum hinter dem Kamin, der wohl als Schlafraum für Heinrich von Leden und seiner Frau Margarete von Bar diente. Im Obergeschoss war eine Festsaal und eine Saalkammer. Es gab von dort auch einen Zugang zum Speicher im Steinwerk.

Er gehörte mittlerweile zu einem Patrizier- und Adelsgeschlecht, weil ihm König und Kaiser Maximilian I 1499 weit reichende Privilegien dafür verlieh, dass er ihm als Ritter bei der Belagerung von Neuss geholfen hatte. Unter anderem wurde er von Zahlung von Kontributionen (meist Sondersteuern für Kriegszwecke) befreit. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ledenhof im Jahr 1499. Sein Grab in seiner Patronatskirche in Holte ging verloren, der Grabstein Heinrichs befindet sich vor dem Eingang der Sakristei.

Noch im späten 18. Jahrhundert war der Ledenhof außen von Mauern umschlossen.

Es muss sich da früher auch eine Münzwerkstatt befunden haben, weil man den Ledenhof bis weit ins 20. Jahrhundert „Alte Münze“ nannte. Erst in den 1930iger Jahren wurde der Name Ledenhof wieder verwendet. Im 19. Jahrhundert wechselten die Besitzer sehr häufig, bis dann der Ledenhof im Jahr 1930 in den Besitz der Stadt Osnabrück kam. Weil die Städte aber auch damals wohl wenig Geld hatten, um für den Erhalt der Substanz zu sorgen, verfielen die Gebäude zusehends und wurden erst in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts saniert.

Im Treppenturm aus dem 16. Jahrhundert befindet sich die älteste Spindeltreppe Norddeutschlands.

Die diagonale Bemalung ist tatsächlich historisch überliefert.

Heute nutzt man den Renaissancesaal für kulturelle Veranstaltungen, also Lesungen, Konzerte und Vorträge. Seit 2002 hat im Steinwerk Ledenhof die Deutsche Stiftung Friedensforschung seinen Sitz.

Geht man um den Ledenhof herum in Richtung Schloss, dann entdeckt man zum einen noch das Wappen der Familie Ledenhof/Von Bar und hinter einem Gitter eine recht kleine Bronzefigur. Schauen Sie sich die einmal genau an. Und? Erkannt? Ja in der Tat, das soll Willi Brandt sein, unseren Bundeskanzler der Jahre 1969-1974. Er ist sowas wie ein Denkmal für die Friedensforschung, und die gleichnamige Stiftung im Ledenhof.

Fußballer Toni Polster sagte einmal:
„Ein Denkmal will ich nicht sein, darauf scheissen ja nur die Tauben.“
Das hätte Willy Brandt nicht gewollt.

Nach einer Ausstellung in der Dominikanerkirche kaufte die Stadt, bzw. unser Bürgermeister Hans Jürgen Fip die Skulptur im Jahre 2016 mit Hilfe von Firmen- und Bürgerspenden für 15000 Euro. Die nur 80 cm hohe Bronzefigur wurde von Rainer Fetting erstellt.

Wundern Sie sich allerdings nicht, wenn Sie woanders auch noch einmal so eine Skulptur sehen. Insgesamt gibt es davon 47Ausführungen. Eine, die 3,40 Meter hoch ist und seit 1996 im Willy Brandt Haus in Berlin aufgestellt ist, eine weitere Große in Stockholm und halt 45.

Osnabrücker Schloss

Jetzt gehen wir über die Straße und kommen zum Schloss, in dem sich heute die Universität befindet. Es steht an der Grenze zwischen der historischen Altstadt und der Neustadt.

Trotz der vielen Studenten, die ein und aus gehen, ist das Schloss sehr gut erhalten.

Erbaut wurde es zwischen 1667 und 1675 als fürstbischöfliche Residenz von Ernst August I von Braunschweig-Lüneburg und seiner Gattin Sophie von der Pfalz. Das waren noch Zeiten, da war Osnabrück noch wirklich wichtig. Ernst August war erster evangelischer Bischof von Osnabrück seit 1662 und lebte erst auf der Iburg in Bad Iburg. So war es üblich seit dem 12. Jahrhundert.

Da aber seit dem Westfälischen Frieden 1648 das Bistum immer im Wechsel zwischen katholischen und evangelischen Bischöfen regiert werden sollten, brauchte man eine würdige Bleibe für den Bischof, also ein Schloss in der „Bistumshauptstadt“. Nicht zuletzt auch weil man die Unabhängigkeit der Stadt eine wenig einschränken wollte. Da aber die vom katholischen Amtsvorgänger Franz Wilhelm von Wartenberg erbauter Petersburg 1648 von den Osnabrücker Bürgern abgerissen wurde, baute man das vierflügelige barocke Schloss mit drei Hektar Garten. Und es wurde sehr großzügig gebaut.

Da weiß man, was die Uhr geschlagen hat.

Im dritten Stock entstand zum Beispiel ein Festsaal von 25 Metern Länge. Sophie von der Pfalz hatte mit ihrer Tochter Sophie Charlotte extra Schlösser in Frankreich besucht, um „richtig zu bauen“:

Weil Ernst August 1679 das Erbe seines verstorbenen Bruders in Hannover antrat, war er aber nach dem Bau nur kurz in Osnabrück.

Sie wohnten nun in Hannover, allerdings soll Sophie dem Osnabrücker Schloss nachgetrauert haben. Es ist folgende Äußerung von ihr überliefert:

Ich werde mein Leben lang den Garten und das Schloss in Osnabrück vermissen. Mein Garten, meine Blumen, mein Haus, meine Möbel: Ich finde mich dieser Freuden auf einmal beraubt.

Ernst August
1629 bis 1698, Kurfürst von Hannover; Herzog von Braunschweig und Lüneburg; Bischof von Osnabrück
Inschrift über Schlosseingang
Bischof von Gottes Gnaden in Osnabrück

Die nachfolgenden evangelischen Bischöfe lebten nur selten in Osnabrück.

Seit 1803 wird das Osnabrücker Schloss Verwaltungsgebäude genutzt und innen mehrfach umgebaut. Während des Dritten Reichs hatte man dort sogar Haft- und Folterzellen der Gestapo untergebracht. Dort wurden nach 1938 jüdische Osnabrücker inhaftiert, ehe sie ins Konzentrationslager Buchenwald gebracht wurden.

Eine Gedenkstätte erinnert seit 1995 im Westflügel an jene grausame Zeit eingerichtet.

Bombenangriffe zerstörten das Schloss im Zweiten Weltkrieg bis auf die Außenmauern. Nach dem Wiederaufbau zog 1953 erst die Pädagogische Hochschule ein, bis dann 1974 die Verwaltung der Uni Osnabrück folgte.

Wie oben schon geschrieben hat der Schlossgarten eine Fläche von mehr als drei Hektar. 1674 plante ihn der Architekt Martin Charbonnier.

Sehr gut erhalten

Auch hier noch einmal ein Zitat von Sophie von der Pfalz, die sich hier anscheinend genauso wohl fühlte wie heute die Studenten auf den Bildern dieser Seite:

Ich stehe alle Morgen um sechs Uhr auf. Dann beobachte ich die Soldaten, die unseren Garten vergrößern und ihn mit einem Kanal umgeben. Er ist noch nicht sehr schön, aber es freut mich, ihn fortschreiten zu sehen. Ich hoffe, meine Tage hier zu beschließen; ich werde es niemals bequemer haben.

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg legt man den Garten in den 1960ern neu an. Heute verbringen die Studenten häufig die Zeit zwischen den Vorlesungen in den Parkanlagen des Schlosses.

Solara – Der Wolkenquirl

Neben dem Schloss ist noch ein Kunstwerk zu sehen. Für uns, die wir Farbe lieben, ist es ein besonders schönes. Die Plastik Solara wurde von der Schweizer Künstlerin Claire Ochsner entworfen. Grund war eine Umweltmesse im Jahre 1999. Nachdem sich eine Schulklasse der Lüstringer Waldschule dafür einsetzte, 28,50 Mark sammelte und auch von Künstlern unterstützt wurden, entfernte man sie dann nicht wieder. Gut, die 28,50 reichten nicht, aber Sponsoren und die Stadt nahmen den Einsatz der Kinder an und besorgten die benötigten 100000,- Mark. Eine schöne Gemeinschaftsaktion, oder?

Solara die „freundliche“ Statue

Solara mit Bewegung pur

Die Statue ist aus Polyester, sieben Meter hoch und bunt bemalt. Viele Teile sind  durch Sonne und Wind beweglich. Das ist auch die Krux, sind solche Teile doch sehr anfällig für Schäden. 2012 musste die Sonnen- und Windskulptur in der Schweiz von der Künstlerin überholt werden. Die Farbe bröckelte, und Teile, die auch für Bewegung sorgen sollten, wenn die Sonne nicht scheint (in Osnabrück meist nur in der Nacht), waren defekt. Das Geld für die Sanierung war eine Gemeinschaftsarbeit, die Stadt gab 14000 Euro, weitere Spenden und der kostenlose Transport der Spedition Nosta schafften es dann, die Sanierung möglich zu machen. Lange Zeit wurde sogar überlegt, ob die Skulptur hinterher nicht woanders, vielleicht am Zoo aufgestellt werden sollte. Doch weil Solara Kinderfreundlichkeit, Engagement der Bürger vereint und zudem noch so ein „freundliches“ Kunstwerk ist, beließ man sie im Schlossgarten.

Lyra Denkmal

Waren Sie schon einmal beim Maisingen am 30. April. Nein? Na da ist Ihnen aber was entgangen. Im Garten der Uni, wenn man einfach den Wegen im Garten parallel zum Wall folgt kommt man zum Denkmal eines Dichters. Gestaltet von Rudolf Wulfertange im Jahr 1905.

Das Lyra Denkmal

An diesem wird zwar nicht gesungen, das wurde vor Jahren schon vor das Rathaus verlegt, weil es dort wetterfester ist und bei schlechtem Wetter nicht so ungemütlich ist. Als ob wir in Osnabrück schlechtes Wetter hätten. Falls aber dennoch jemand dort „trällern“ möchte, soll der Gedenkstein sauber sein und wird daher jedes Jahr aufs Neue wieder geputzt. Und wie sagt man so schön, „an wen gedacht wird, der ist nie so ganz gestorben!“

Also das Denkmal ist der Lyrastein und ist dem, am 23.3.1822 in Osnabrück geborenen Dichter

Justus Wilhelm Lyra (1822-1882)

gewidmet. Der war Sohn eines Kanzleiregistrators und Sprachforschers. Er studierte in Berlin und gab mit anderen ein Liederbuch heraus. Später ging er in die evangelische Theologie und wurde erst Lazarettgeistlicher in Langensalza, später Pastor in Wittingen, Bevensen und Gehrden, bevor er 1882 starb. So jetzt kommt Ihre Frage: So ein langer Vorspann, aber was hat er eigentlich gesungen?

Na das wissen Sie nicht: Der Mai ist gekommen.

Viel mehr an bekannten Texten ist nicht überliefert, mir jedenfalls nicht bekannt.

Nun ist ein kurzer Fußweg angesagt, bevor wir zum vorletzten Halt kommen. Die katholische Kirche St. Johann in der Johannisstraße. Wenn Sie die anderen drei Rundgänge mitgemacht haben, dann wissen Sie, dass die Kirchen zu umfangreich sind, um sie auf dieser Seite zu beschreiben. Deshalb wurde auch die Johanniskirche ausgelagert, und zwar auf diese Seite.

Wir enden hier mit den letzten beiden Punkten auf unserer Liste und zwar zuerst zur

Abluftsäule

Abluftsäule neben St. Johann

Sie gehört zwar nicht zur Kirche gehört, aber wurde so von ihr beeinflusst, dass sie aussieht, wie sie heute aussieht.

Auf der Südseite der Kirche, also zur Johannisfreiheit hin sehen Sie etwas wie eine Litfaßsäule. Die habe ich auch immer wahrgenommen, mir aber nie Gedanken gemacht, was die sollte und ob die alt ist. Erst als ich mich mit Osnabrück mehr beschäftigte, stieß ich auf die

Eigentlich ganz profan und damit auch schon erledigt. Sie be- und entlüftet eine unterirdische Toilette und steht unter Denkmalschutz. Aber Sie können sich sicherlich denken, dass ich die nicht erwähnen würde, wenn es das schon gewesen wäre. Richtig. Wenn man sich die einmal ganz genau ansieht, steigt das Interesse.

Nachdem der Stift St. Johann gegründet wurde und sich drumherum in Jahrhunderten ein Siedlungskern entwickelte, wurde im 19.Jahrhundert ein WC (besser Bedürfnisanstalt) aus Blech gebaut. Die fand man in den 1920er Jahren als anstößig, weshalb sie abgerissen und dann Ende der 20iger Jahre unterirdisch neu gebaut wurde.

Nur, wer das von zu Hause kennt, der weiß, die musste auch entlüftet werden. Dazu sollte eine Litfaßsäule gebaut werden, doch dafür hätte die Kirche Werbeplakate in unmittelbarer Nähe akzeptieren müssen, was natürlich unmöglich war. Man kam also darauf, Kunst zu schaffen, oder jedenfalls etwas, was die „vorübereilenden Menschen zum Verweilen aufforderte und zur Besinnlichkeit anregte“.

Geschichten auf der Säule: Ein vom Auto angefahrener Mann, eine Frau mit Handtasche und aufgespanntem Schirm oder ein Mann, der einem Jungen droht.

Der Tod

Es wurde also vom Architekten Theo Burlage (1894-1971) eine Säule entworfen, die außen mit Tonreliefplatten und Tonfiguren von Wolfdietrich Stein (1900-1941) verziert wurde. Auf den Platten findet man Tiere und „Geschichten“. Es werden sogar Sprichwörter dargestellt, wie „vor der eigenen Tür kehren“ oder „der Himmel hängt voller Geigen“.

Oben auf der Krone ist eine Inschrift: „Der Tod frisst alle Menschenkind‘, fragt nich wes Stand und Ehr‘ sie sind. Der Tod fragt nicht nach Zeit, würgt alt‘ und junge Leut‘“ Dazwischen werden Schriftbänder mit Plastiken dargestellt, z.B. der Tod und junge und alte Menschen, die von ihm aus dem Leben gerissen werden. Anfang der 1980iger Jahre wurde die Säule teilweise restauriert. Sie sehen, so kann auch aus so etwas uninteressantem wie einer Toilettenabluftsäule Kunst werden. Das wollte ich Ihnen nicht vorenthalten. Und wenn Sie einmal in der Nähe sind, vielleicht auch gerade bei uns Bekleidung in Übergrößen eingekauft haben, dann gehen Sie dort vorbei, Sie werden staunen, mit welchem Aufwand die Platten Alltägliches darstellen.

Und last but not least: Ein Brunnen und zwar der

Ständebrunnen

neben der Johanniskirche.

Ständebrunnen

Er wurde vom Aachener Künstler Bonifatius Stirnberg – ein Beuys-Schüler –  entworfen und am 19.8.1981 eingeweiht. Der Künstler wollte Kunst zum Anfassen machen, was ihm gelungen ist.

Der Brunnen kostete 51000 Euro, von denen 30000 Euro die Spende einer Versicherung waren. Aber auch die Osnabrücker Landschaft, die Pfarrgemeinde St. Johann, Industrie- und Handelskammer, Stadtsparkasse Osnabrück, Bürger und Kaufleute gehörten zu den Geldgebern. Alles Weitere finden Sie auf unserer speziellen Seite zu den Osnabrücker Brunnen, also hier!

Das wars, obwohl es noch viel von Osnabrück zu berichten gibt. Zum Beispiel über die Laischaften, die historischen Friedhöfe Johannisfriedhof und Hasefriedhof, Kirchen außerhalb des Zentrums, jede Menge weiterer Brunnen und, und, und…

Osnabrücker Rad

Ich werde immer mal wieder Ergänzungen oder sogar vollständig neue Berichte einstellen, schauen Sie einfach einmal rein. Im Übrigen habe ich auf anderer Seite versprochen auch etwas über den 30.-jährigen Krieg und das Steckenpferdreiten zu schreiben. Das wurde nicht vergessen und ist in Arbeit. Allerdings muss ich mir die Zeit wie bisher auch nachts stehlen, weil tagsüber natürlich das Ladengeschäft im Vordergrund steht. Das eine ist Spaß, vom anderen leben wir. Also nicht böse sein, wenn manche Schreibereien etwas dauern. Sie können aber gern Vorschläge machen, zu welchem Osnabrücker Thema Sie gerne etwas lesen möchten. Ich würde mich freuen.

 

So nun noch eine Zusammenstellung der bisherigen Links zur Zusammenfassung der Osnabrücker Geschichte und dann ist auch der 4. Rundgang fertig:

Teil 1 Heger Tor bis Vitischanze
Teil 2 Hasebrücke bis Dom
Teil 3 Löwenpudel bis Krahnstraße
Teil 5 Innenansichten Osnabrücks

Kirchen in Osnabrück (wird immer weiter ergänzt)
Martin Luther und seine Zeit

Brunnen in Osnabrück (wird immer weiter ergänzt)
Osnabrücks Städtepartnerschaften
Osnabrück und der Dreißig-Jährige-Krieg
Steckenpferdreiten

 

2 Kommentare zu “Sehenswürdigkeiten Teil 4 Katharinenkirche bis Neustadt

    1. admin Autor des Beitrags

      Hallo Herr von Kerckhoff,
      danke für Ihr Lob. Das „geht runter wie Öl“ ;-). Ich stünde „Hinzufügungen“ sehr positiv gegenüber. Wenn Sie da also etwas wissen, was ich nicht weiß und da gibt es sicherlich noch Vieles, dann schreiben Sie mir ruhig über diese Seite. Ich würde das prüfen und dann auch hinzufügen. Wir sind immer dankbar für Infos.
      Wir wünschen Ihnen alles Gute für 2018
      Frank Schultze

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