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Sehenswürdigkeiten Teil 1 Heger Tor bis Vitischanze

Wer gründete Osnabrück?

Karl der Große 747 – 814 war von 768 bis 814 König des Fränkischen Reichs. 800 wurde er als erster westeuropäischer Herrscher seit der Antike Kaiser

Karl der Große (748-814 v. Chr.) ist der Grund, warum es Osnabrück gibt. Er gründete die Friedensstadt 780 als Bischofsitz. Warum Friedensstadt? Das kommt später, ist doch 1648 in Osnabrück und Münster der Westfälische Frieden geschlossen worden. Über den Namen wird gestritten, zum einen glaubt man, dass der Name Osenbrugge von der Bezeichnung Aue kommt, weil die Ansiedlung an der Hase erfolgte. Zum anderen und das hört sich irgendwie schlüssiger an, könnte der Name auch von der Brücke über die Hase stammen, über die Ochsen getrieben wurden. Bereits vorher verlief eine Fernhandelsstraße durch eine Furt der Hase. Die Kritiker, die diese Namensentstehung bezweifeln, argumentieren damit, dass dann der Name der Stadt erst einige Jahrhunderte nach ihrer Gründung entstanden sein kann, was unüblich wäre. Entscheiden Sie selbst, was sich für Sie glaubhafter anhört.

An der Hase

Überhaupt war die Hase für die Ansiedlung und das Wachsen eines Ortes wichtig. Sie trieb Mühlen an, war Produktionsmittel für Gerber und Handwerker, man konnte darin baden, sich waschen, sie nahm die Abwässer der Stadt auf und (na ja) man konnte das Wasser auch trinken. In die Befestigungsanlage mit einbezogen bot sie zusätzliche Sicherheit. Später übrigens wurde die Hase immer mehr zum Sorgenkind. Mit der Industrialisierung und der zunehmenden Bevölkerung verschlammte die Hase auch aufgrund der eingeleiteten Fäkalien immer mehr. Ökologisch würde man sagen: Der Fluss „kippte um“. Es trat Fisch- und Vogelsterben auf, Zeitungsquellen schreiben 1893 von einem „säuerlich, widerlichem Geruch“.

Am Herrenteichswall ist die Hase heute eine Idylle

Bereits 1859, nach der Cholera-Epidemie mussten Trinkwasserleitungen verlegt werden, weil man das Wasser der Hase aus guten Gründen nun wirklich nicht mehr trinken konnte. Dennoch blieb die Hase weiterhin der Abfluss der Stadt. 1909 wurde das Baden in der Hase verboten und auch die letzte Flussbadeanstalt an der neuen Mühle geschlossen. Ab 1914 wurden dann endlich Kläranlagen gebaut. Doch noch über den Zweiten Weltkrieg hinaus besserte sich der Zustand der Hase nicht wesentlich. Wenn man die Hase heute am Herrenteichswall sieht, kann man sich den früheren Zustand nicht vorstellen. Das Umweltbewußtsein der letzten fünf Jahrzehnte hat da wirklich einiges bewirkt. Doch nun zurück, zur Gründung Osnabrücks.

Wie gesagt: Karl der Große  gründete den Bischofsitz, um den sich dann ein Markt bildete. Beides war zu der Zeit von der Hase und seinen Nebenläufen umflossen, was auch der Sicherheit und dem Schutz diente. Wenn man heute auf die Karte sieht, wundert man sich, warum denn Osnabrück nicht zu Westfalen gehört. Das hat es früher. Aber nach der Abdankung Napoleons kam Osnabrück im Rahmen des Wiener Kongresses Oktober 1814 zum Königreich Hannover, dann später zu Niedersachsen.

Heger Tor oder Waterlootor

Der Sinnspruch am Heger Tor

Geschaffen hat das Heger Tor oder Waterloo Tor, ganz wie man will, Johann Christian Sieckmann (1787-1861).

Das Heger Tor sieht aus, als ob es von der Stadtmauer übrig geblieben ist. Das ist aber nicht der Fall, denn die Wehranlage bestehend aus Turm, Tor, Bastion, Zwinger und Durchfahrt wurde 1815 n. Chr. abgerissen.

Bei Glatteis mit Vorsicht zu genießen

Zwei Jahre nach der Schlacht bei Waterloo 1817 n. Chr., an der auch viele Osnabrücker teilnahmen, stiftet ein Gerhard Friedrich von Gülich 1000 Taler für ein Ehrentor zugunsten der Osnabrücker Kämpfer, die bei Waterloo am 18.6.1815 Mut bewiesen.

Sehr schöne Aussicht auf die Osnabrücker Altstadt

Es sollte ein Triumphbogen werden. Ausgerichtet ist es zur stadtauswärts liegenden Heger Laischaft, auf die ich später noch eingehen.  Gehen Sie einmal nach oben und genießen Sie den Ausblick über die Altstadt.

Nachdem das Heger Tor nicht aus dem Mittelalter ist, kommt man nun aber zu Teilen der mittelalterlichen Befestigungen.

Im Mittelalter war die Sicherheit besonders wichtig, weshalb jede Stadt versuchte sich zu verbarrikadieren. Die Stadt erhielt im Jahr 1157 Besuch von Kaiser Friedrich Babarossa, der Osnabrück die Wallrechte verlieh. Das hieß für die Stadt sie hatte die Genehmigung endlich eine Stadtmauer um Alt- und Neustadt bauen zu können.

Ab 1306 umgab die Alt- und Neustadt Osnabrücks ein Mauerring, der nun endlich auch vor den immer besser werdenden Schusswaffen Schutz bot. Die Stadt konnte durch fünf Stadttore betreten werden, diese waren Hase-, Herrenteichs-, Johannis-, Heger- und Natruper Tor. Es gab über dreißig Befestigungsbauwerke. Die Ecke zwischen Hegertor und Vitischanze war am schwierigsten zu bewachen. Während an anderen Stellen alles entweder versumpft war, oder man mit riesigen Wiesen und Gräben sichern konnte, war dieser Bereich kam man im Bereich der heutigen Lotterstraße und der Natruperstraße sehr gut an die Stadt heran. Vieles ist heute noch gut erhalten, wie zum Beispiel der Buchsturm, der Pernickelturm und der Plümersturm. Vieles ist aber auch aufgrund der Stadtentwicklung entfernt worden. Geblieben sind so Namen wie Schlosswall oder Herrenteichswall.

Bevor wir auf derselben Seite weitergehen, einmal kurz über die Ampel zum Felix  Nussbaum Haus. Das Museum ist heute nicht mein Zwischenziel, sondern wird später auf einer Museumsunterseite bearbeitet. Nein, interessant ist die

Bogenbrücke

Weil sie zu spät entdeckt wurde, steht sie leider nicht frei, sondern ist relativ zugebaut

Entdeckt wurde sie erst als der Bau des Felix-Nussbaum-Haus begann ca. 1996. Die dreibogige Ravelinbrücke  (Ravelin ist die Bezeichnung für ein eigenständiges Werk, das den Wall schützt) ist wohl aus dem 17. Jahrhundert, ca. dem Jahre 1671. Sie überspannte den Stadtgraben und gehörte zu einer Bastion. Damit sicherte man wichtige Stadttore vor Kanonenbeschuss. Hier wurde wohl das alte Heger Tor geschützt.

Schöne Durchsicht, Treppe zur Lotter Straße

Sie war so breit, dass Fuhrwerke sich begegnen konnten. Zur Brücke gehörten damals wohl auch eine hölzerne Zugbrücke und ein Torgebäude.

Fachleute sind der Meinung das es sich um das größte Verteidigungswerk handelte, das es damals gab.

Das Akzisehaus

Direkt neben dem Felix Nussbaum Haus, bzw. der Bogenbrücke befindet sich das Akzisehaus. Es wurde 1817 im klassizistischen Stil gebaut. Es war eines von vielen Zollhäuschen, die nach dem Abtragen der Befestigungsanlagen als Ersatz der Stadttore an Haupteinfallstraßen errichtet wurden. Denn schließlich wollte man weiterhin die Warenströme kontrollieren und Zölle und Verbrauchsteuern darauf erheben zu können. Die sogenannte Akzise war eine Steuer auf Verbrauchsgüter wie Bier, Wein, Mehl usw. Das war zu damaliger Zeit eine der wichtigsten Einnahmequellen der Stadt.

Nach der Zollunion und der Neuordnung des städtischen Finanzaufkommens verloren die Akzisehäuser ihre Funktion.

Ab 1894 war das Akzisehaus dann eine Zweigstelle der Post, die erst 1972 aufgelöst wurde. Der Name „Kleine Post“ ist einigen Bürgern noch heute bekannt. Danach wurde Kunst des 20. Jahrhunderts präsentiert, bevor das Haus als Museumsladen für das Kulturgeschichtliche Museum und das Felix-Nussbaum-Haus diente. Heute ist dort die Museums-Werkstatt des Museumspädagogischen Dienstes.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Lotter Straße ist heute die Volkshochschule untergebracht. Das war aber nicht immer so. Das Haus ist unter dem Namen

Stüvehaus

bekannt. Am Hang des Westerberges wurde 1864 das dreigeschossige Haus im Stile der Neo-Romanik gebaut.

Das Stüve Haus vom Heger Tor aus gesehen

Der Grund war leider kein schöner, und zwar gab es an der Großen Gildewart seit 1811 ein Krankenhaus. Doch dieses städtische Krankenhaus war schnell zu klein. 1859 brach dann die Cholera aus und innerhalb kürzester Zeit starben sehr viele Menschen.

Architekt Wilhelm Richard war der erste und zugleich wichtigste Stadtbaumeister Osnabrück. Er initiierte die erste große Stadterweiterung nach dem Mittelalter und etablierte den Rundbogenstil in Osnabrück, der fortan zahlreiche Gebäude prägte.

Man plante also ein zweites Krankenhaus zu bauen. Zu der Zeit war Johann Carl Bertram Stüve Bürgermeister und er nahm Einfluss auf die Bauweise des Hauses, die von Stadtbaumeister Wilhelm Richard geplant wurde. Übrigens erfolgte die Namensgebung Stüvehaus erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Aber zurück zum Bau. 50% der Baukosten in Höhe von 53168 Talern spendeten die Osnabrücker Bürger, womit das Gebäude 1864 fertig gebaut werden konnte.

Zu damaliger Zeit geradezu sensationell waren die hochmodernen Wasserklosetts, die nicht einmal gehobene Stände in ihren Privathäusern hatten. Das Krankenhaus wurde dann aber 1931 abgelöst von dem Neubau ein paar Meter weiter, in dem mittlerweile das Stadthaus untergebracht ist.

Die Inschrift deutet heute nur noch auf das Baudatum hin:
Erbaut in den Jahren 1862-1864

Über dem Eingang war ein Relief mit dem Spruch: „Was ihr einem meiner geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan“, der leider zusammen mit einem großen Teil des Hauses 1944, also im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Nach langer Sanierung zog erst die Altstädter Schule, 1964 dann die Volkshochschule ein.

Nun gehen wir den Rundweg auf der anderen Straßenseite weiter.

Hohe Mauer

Die hohe Mauer ist der Rest einer um 1280 gebauten Mauer. Sie sollte verhindern, dass Brandgeschosse Schaden anrichteten. Seit 1338 waren keine Strohdächer innerhalb der Stadtmauern mehr erlaubt. Grund dafür war, dass es eine erhöhte Brandgefahr, aufgrund der notwendigen Leichenverbrennung während der Pestzeit gab.

Die Hohe Mauer wurde im 16. Jahrhundert abgetragen. Die Wälle sorgten danach für Schutz. Im 19. Jahrhundert wurde auf der Grundmauer eines der beiden Türme ein Gartenhäuschen gebaut. Das Gebäude mit dem Fachwerkobergeschoss und die Mauerreste wurden mehrfach restauriert, sodass sie heute noch gut erhalten sind.

Bucksturm

Auf dem Weg zum Bucksturm

Anfang des 13. Jahrhunderts wurde innerhalb der Stadtmauer der Buchsturm mit einem Durchmesser von 10,7 Metern als Wachturm gebaut, in dem später ein Gefängnis untergebracht wurde.

Osnabrücker Bürger und Bischof Ludwig von Ravensberg nahmen 1302 n. Chr. den Grafen Simon von der Lippe gefangen, der gegen die Stadt Osnabrück Krieg führte. 1305 n. Chr. sperrte man ihn in den Bucksturm. Später – 1441 bis 1448 –  wurde der bekannteste Gefangene dort eingesperrt, Graf Johann von Hoya, auch der Streitbare genannt.

Der Name könnte von Bauernfamilien abgeleitet sein, die in der Umgegend wohnten. Es ist bekannt, dass 1456 ein Viehdieb namens Friedrich von Buck ins Gefängnis kam und somit Namensgeber wurde

Er führte nicht nur Krieg mit Bremen und Lübeck, sondern auch gegen Osnabrück. Für seine Einkerkerung diente der nach ihm benannte Johanniskasten, ein Holzverlies aus Eichenbohlen in der zweiten Etage. Er war so niedrig, dass man nicht aufrecht darin stehen konnte und hatte nur eine kleine Luke durch die das Essen gereicht wurde. Nur mit einer Leiter konnte man auf den Kasten kommen, wo die einzige, aber verriegelte Holztür war. Ein Wunder, dass darin jemand 7 Jahre überleben konnte. Freigelassen wurde er nur, weil 1447 n.Chr. die Reichsacht über Osnabrück verhängt wurde. Erst 1470 gelingt es Ertwin Ertmann, durch die Zahlung einer kleinen Geldsumme an einen kaiserlichen Abgesandten, Osnabrück von der Reichsacht zu befreien. Die Reichsacht ist eine Ächtung durch den Kaiser, die Personen oder Städte für schutz- und rechtslos erklärten. Und das für 23 Jahre, ist schon eine harte Strafe.

1534 n. Chr. wurden Prediger des Täuferreichs aus Münster im Bucksturm gefangen gehalten.

Später, nämlich im 16. und 17. Jahrhundert war der Turm Folterkammer bei der Hexenverfolgung. Die ursprüngliche Höhe von 28 Metern wurde 1805 um 10 Meter ermäßigt, weil der Bucksturm baufällig war.

Schießscharten

Die Wachen konnten die Stadtmauer über den Bucksturm verlassen, oder sich einfach dort nur aufwärmen. Die Schießscharten sind für Gewehre gemacht, Kanonen wären zu groß gewesen.

Kriegerdenkmal von Hermann Hosaeus (1875-1958)

Am 1.10.1922 brachte man an der Seite ein Kriegerdenkmal an, um den Soldaten des Infanterie Regiments „Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig“ Nr. 78 zu gedenken.

Dieses Regiment kämpfte 1870/71 im Deutsch-Französischen Krieg, speziell bei der Schlacht von Vionville. Osnabrück stellte das Bataillon 1893 neu auf. Zum Gedenken wurde eine Inschrift angebracht:

 

Dominikanerkirche

Auf dem Weg vom Bucksturm zum Turm Bürgergehorsam kommt man auch an einer Kirche vorbei. Jedenfalls sieht sie von außen wie eine Kirche aus, die Kunsthalle Dominikanerkirche. Im Mittelalter war sie – im 13.und 14. Jahrhundert erbaut – Klosterkirche. Die Dominikaner sollten die Stellung der Kirche gegenüber dem Rat festigen.

Seitenansicht der Dominikanerkirche

Um 1295 wurde das Kloster zum heiligen Kreuz bezogen.

Zu Zeiten Napoleons war sie Exerzierhalle und Lager einer Infanteriekaserne. Nach dem 2. Weltkrieg wurden dort Theaterkulissen gelagert.

45. Luftangriff auf Osnabrück
Dienstag, 21. November 1944
96 Personen starben alleine im Stollenbunker am Kinderheim Schölerberg, unter ihnen waren 51 Kinder.
Dies ist die Liste der Kinder, ausgehängt an der Dominikanerkirche.

Sie wurde in den 60iger Jahren restauriert und 1992 renoviert und ist seither ein Ausstellungszentrum für zeitgenössische Kunst. Neben der Kirche ist auch ein Klostergebäude aus der Barockzeit erhalten, in dem heute Behörden der Stadt zu finden sind.

Bürgergehorsam

Nicht weit vom Bucksturm und auch am Wall steht ein zweiter Turm, der Bürgergehorsam. Er ist der jüngst der großen Wehrtürme, also ein zu den ehemaligen Wehranlagen gehörender Turm, der zwischen 1517 und 1519 gebaut wurde. Die Wanddicke beträgt teilweise 3,50 Meter. Bereits 1542 wurde er um einen Meter erhöht und bekam ein steileres Dach. Heute ist er mit Dachziegeln gedeckt, obwohl er früher Bleiabdeckungen aufwies.

Aufgrund der größeren Schießscharten kann man davon ausgehen, dass auch Kanonen abgeschossen wurden. Dafür stand er auch vor der eigentlichen Stadtmauer.

Heute gelangt man genau wie damals nur durch eine Tür im 1. Stock ins Innere. Weil heute aber die Stadtmauer fehlt, von der man in den Turm kam, wurde 1977 eine Wendeltreppe angebaut.

Ganz schön mächtig

Ach ja, der Name muss noch erklärt werden. Der Turm diente auch dem Bürgergehorsam. Darunter verstand man ein städtisches Gefängnis für die Verbüßung von Disziplinar- und Polizeistrafen durch Bürger.

Bevor wir den Barenturm sehen, gehen wir eben über den Hasetorwall. Hier kommen wir zum

Benediktinerinnenkloster

Der volle Name lautet „Kloster der Benediktinerinnen der ewigen Anbetung“.

Gebaut wurde es 1854. Osnabrück hatte im 11. Jahrhundert schon ein Benediktinerinnenkloster, damals auf dem Gertrudenberg. Im Jahre 1803 wurde es in der Säkularisation der Kirche durch Enteignung genommen. 1854 begannen sechs Schwestern  aus Calais Frankreich in Osnabrück, 1855 vier weitere. Finanziell war das Kloster eher schlecht ausgestattet. Im Jahre 1872 begann in Deutschland ein „Kulturkampf“, in dessen Verlauf Reichskanzler Otto von Bismarck die katholische Kirche und die Orden bekämpfte. 1875 gab es ein sogenanntes Ordensgesetz, das alle geistlichen Orden in Preußen verbot, außer den krankenpflegenden. Die Benediktinerinnen flohen in die Niederlande, nach Oldenzaal, wo Sie im August 1876 ein neues Haus bezogen. Die Osnabrücker Bevölkerung unterstützte sie aber weiter. Am 7. Dezember 1888 erhielten die Benediktinerinnen aber die Erlaubnis nach Osnabrück zurückzukehren, was 1890 dann auch geschah. 1896 wurde mit dem Bau des Neuromanisch-Basilikalen Gebäudes auf dem Gelände der ehemaligen Nobbenburg am Hasetorwall begonnen. Viel wurde durch Spenden aus Osnabrück finanziert. 1910 brauchte man bereits einen Erweiterungsbau, weil so viel Mitschwestern hinzukamen. Probleme gab es dann ab 1936. Die Wehrmacht richtete im Kloster einen Sanitätspark ein und die Schwestern wurden als Mitarbeiterinnen eingestellt. Es wurde eine Verbandsmittelabteilung eingerichtet. Im Kreuzgang wurden mit Nähmaschinen Verbandszeug genäht.

Mehrfach kam es zu Schäden am Kloster, die so gravierend waren, dass es unbewohnbar war. Die meisten Schwestern verließen das Haus. Erst 1954 war der Wiederaufbau geschafft. Mehrere Renovierungen folgten und heute sind sogar Räume für Gäste vorhanden. Außerdem werden hier heute Hostien gebacken oder Paramente hergestellt. Das sind in der Kirche verwendete Textilien und Gewänder. 14 Schwestern leben noch im Kloster.

Nun aber zu

Barenturm und Vitischanze

Vor dem Barenturm liegt die Haarlemer Brücke, auf der heute der Verkehr über den Hasetorwall den Fluss quert. Haarlemer Brücke übrigens der Name seit 1966, weil Osnabrück seit über 50 Jahren eine Städtefreundschaft mit Haarlem verbindet

Auf dem weiteren Weg erreicht man die nördliche Verteidigungsbastion. Der Barenturm, er hat fünf Geschosse, wurde 1471 gebaut. Früher gab es zu Fluchtzwecken einen Gang in der Hohen Brücke, der den Turm mit der anderen Haseseite verband. Ein Teil dieses Ganges soll noch heute begehbar sein. Die Brücke selber ist wohl im 15. Jahrhundert gebaut worden, obwohl ein Zierstein auf 1564 lautet.

Während des 30-jährigen Krieges, im 17. Jahrhundert, bauten die Schweden 1635 die Vitischanze. Damit sollten Angreifer, die aus Richtung Gertrudenberg kamen ferngehalten werden. Benannt wurde die Vitischanze nach dem St. Vitus Hospital, das es heute nicht mehr gibt.

Die Vitischanze und der Barenturm wurden in den Jahrhunderten sehr vielfältig genutzt. Erst als Verteidigungsmöglichkeit, Anfang des 19. Jahrhunderts als Gastronomie. Im zweiten Weltkrieg, im Jahr 1943 wurde unterhalb der Vitischanze eine Luftschutzanlage eingerichtet. Dazu diente ein ins Erdreich gebauter Gang mit einer Länge von 32 Metern.  Kurz nach dem zweiten Weltkrieg diente der Barenturm als Flüchtlingsunterkunft, dann kam die Gastronomie zurück, die aber nie wirklich erfolgreich Fuß fassen konnte. Häufige Wechsel bei den Pächtern zeigt das. So war man froh, dass Ruhe einkehrte, als 2001 die Spielbank einzog und 6 Millionen DM investierte. Doch auch deren Konzept trug nur bis 2008. Die Schach Jugend hat im Barenturm Platz und seit einiger Zeit ist das Zentrum für Industrie-Design der Fachhochschule in der Vitischanze beheimatet. Doch schon da stand fest, dass nach 2016 eine neue Nutzung erfolgen muss, weil der Mietvertrag der Spielbank ausläuft und somit die Untervermietung der Spielbank an die Hochschule. Die Stadt erhielt die Immobilie bei Auslaufen des Erbbauvertrages gegen eine Entschädigung von 3,8 Millionen zurück, doch im März 2017 zog der Fachbereich Industrial Design der Hochschule aus und man bemühte sich um einen Nachmieter. Dieser ist nun ab Sommer 2018 mit der Hochschule für Verwaltung das „Niedersächsische Studieninstitut“ gefunden, die dort Fortbildungen für Verwaltungsmitarbeiter anbieten werden. Allerdings muss vorher noch ein wenig an der Technik gearbeitet werden.Soweit der 1. Teil unseres Rundgangs durch Osnabrück. Hier nun der Link zum 2. Teil, der uns bis zum Dom führt.

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