Schultze mit tz

Renkenörener See

Der Renkenörener See – ein Idyll von Menschenhand

Stiftung der Familie Thomas an den Heimatverein.

New York wird beschrieben als : „Die Stadt die niemals schläft“. Nur ist das wirklich etwas was der Mensch braucht? Oder ist nicht auch Ruhe oder Stille für die Seele notwendig.

Dieses schmiedeeiserne Tor passt sich wunderschön in die Landschaft ein. Es wurde nach dem Entwurf von Ludwig Thomas gefertigt und 1998, kurz vor seinem Tod, fertig gestellt. Das Tor trägt die Inschrift
„CAELUM TERRAQUE LAUDATE SPIRITUM UNIVERSI“
(Himmel und Erde lobet den Geist des Universums)

Die Siegesgöttin Nike des Wellingholzhausener Künstlers Bernd Obernüfemann verneigt sich vor den Besuchern direkt am Eingang. Zunächst war sie eine Leihgabe des Künstlers.
Mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land erwarb der Heimatverein die Skulptur, mit den Einnahmen eines Seefestes. Somit kann „Nike“, die aus Eichenholz ist, weiterhin auf einem Podest im See ihre Flügel in Ehrfurcht vor den Besuchern ausbreiten.

Jetzt fragen Sie sich sicherlich, wie kommt der jetzt von New York einem Moloch der Aktivität, zum Renkenörener See? Ganz einfach, weil der See genau das Gegenteil ist, nämlich ein Ort der Ruhe, der Besinnung – auch wenn durch die seltene, auf die Sommersonntage beschränkte, Öffnungszeit, einige Menschen dort hinkommen. Dennoch bleibt sinnlich ein leichter Nebelschleier über dem Ort, der trotz der Stimmen hilft, „runterzukommen“.

Nike ist eine griechische Skulptur, die wahrscheinlich 190 v. Chr. entstanden ist, auf der griechischen Insel Samothrake gefunden wurde und heute im Louvre in Paris steht. Dort sind aber nur Fragmente ausgestellt, Kopf und Arme wurden nicht gefunden. Da ist die Renkenörener Nike doch viel schöner. Siegesgöttin wird sie genannt, weil sie wie eine Galionsfigur auf dem Bug eines Schiffes wirkt. Sie soll ein Siegesdenkmal für eine Seeschlacht gewesen sein.

Darum möchte ich auch zu den Bildern nicht allzu viel schreiben, sondern einfach nur die Entstehung des Sees beschreiben und ansonsten zu Ihrer Ruhe und Seelenfindung beitragen, indem ich ein paar zusammengetragene Zeilen großer Dichter hinzufüge.

Der Renkenörener See liegt im Ortsteil Hilter Ebbendorf und wird durch die Wolfsquelle gespeist. Doch Skulpturen, Seerosen, eine ruhige Wasserfläche umgrenzt von Bäumen und Büschen, ein Rundweg mit vielen Ruhezonen und -plätzen, das war nicht immer so. Das Paradies ist von Menschenhand und sicherlich nicht in 6 Tagen geschaffen. Woher kommt eigentlich der Name Renkenören?? Es ist ein Name, der die Umgebung beschreibt. Dort waren früher viele Füchse beheimatet und wie Sie sicherlich aus Ihrer Kindheit wissen, wird der in Märchen der Gebrüder Grimm immer Reinecke Fuchs genannt und weil er in einem Bau aus Erdröhren lebt, liegt die Abwandlung „Renkenören“ sehr nahe.

Abend wird es wieder,
über Wald und Feld
legt sich Frieden nieder,
und es ruht die Welt.
Nur der Bach ergießet
sich am Felsen dort,
und er braust und fließet,
immer, immer fort.
Und kein Abend bringet
Frieden ihm und Ruh,
keine Glocke klinget
ihm ein Nachtlied zu.
So in deinem Streben
bist, mein Herz auch du,
Gott nur kann dir geben
wahre Abendruh.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
(1798 – 1874)

Doch nun weiter mit der Entstehungsgeschichte: Mitte der 70er Jahre kauft das Ehepaar Ingeburg und Ludwig Thomas ein Haus in Renkenören mit Blick auf eine schön gelegene Wiese und die kleine Wolfsquelle. Nur eine Straße trennte das alte Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert von der Wiese. Es handelte sich um ein Gelände von 10000 qm. Die Vision der beiden war es, einen See anzulegen, der drei Jahre später fertig wurde und ca. 6000 qm groß ist. Möglich war das auch, weil die Familie Thomas mit dem Bauunternehmen Wittfeld in Wallenhorst eng verbandelt war und somit über das schwere Gerät verfügte, dass die Seeanlage erst möglich machte. Das Wasser stammt tatsächlich aus der Wolfsquelle, die gestaut wurde. Durch die Bepflanzung entsteht ein Zusammenspiel von Licht und Schatten und vielen Spiegelungen auf der Wasseroberfläche. Ein Rundgang um den See lädt zum Träumen und Entspannen ein.

Das beste aller Güter, wenn es überhaupt Güter gibt, ist die Ruhe, die Zurückgezogenheit und ein Plätzchen, das man sein eigen nennen kann. Jean de La Bruyère, franz. Schriftsteller, 1645 – 1696

Nachdem Herr Thomas 1998 gestorben war, überschrieb Frau Thomas das Seegrundstück im Jahr 2004 dem Heimatverein der Samtgemeinde Borgloh als Stiftung.

An der östlichen Grenze ist eine große Toreinfahrt mit Reet gedecktem Dach.

Stele

Dieser ist seitdem für die Pflege zuständig, was mit viel Arbeit verbunden war. Musste doch erst ein kleines Gerätehäuschen gebaut werden, das heute auch zur Bewirtung der Gäste dient und später der See komplett ausgebaggert und von Algen befreit werden. Heute wird man vom Heimatverein sogar am Eingang bewirtet. Den leckeren Kuchen müssen Sie einfach mal probiert haben. Geöffnet ist die Anlage meist sonntags von Mitte Mai bis Mitte Juli zwischen 14 und 18 Uhr und dann für ein Seefestwochenende am ersten Wochenende im September. Es werden wechselnde Skulpturen verschiedener Künstler ausgestellt, die auf dieser Seite abgebildeten habe ich 2017 fotografiert. Übrigens: Auch wenn der Eintritt frei ist, möchte ich doch an Sie appellieren, eine kleine Spende für den Heimatverein übrig zu haben.

Der Barockbrunnen ist nach einem Entwurf von Ludwig Thomas entstanden. Dieser Brunnen wurde mit Efeublättern und Tellern ausgestattet, so dass das Wasser kaskadenförmig herunter fließt.

 

Denn die viele Arbeit wird zwar von den Mitgliedern ehrenamtlich erbracht, doch was ist im Leben schon umsonst. Material und Werkzeug muss halt auch bezahlt werden und da sollte ein schöner Nachmittag im Idyll Ihnen doch etwas wert sein.

Sie sind aber mit Ihrer Spende in guter Gesellschaft, haben sich in der Vergangenheit auch die Sparkassenstiftung und die Gemeinde Hilter beteiligt. So ein Objekt ist nur zu erhalten, wenn viele etwas einbringen. Wenn Sie sich wundern, dass viele Skulpturen des Bildhauers Hans Gerd Ruwe dort ausgestellt sind, das zeigt die Bedeutung Ruwes für die Kunst in der Region.

Seine Ehefrau hat diese Werke als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Auf meinen Seiten zu Sehenswürdigkeiten Osnabrücks treffen Sie immer wieder auch auf Brunnen die der Künstler gestaltet hat. Schauen Sie dafür ruhig über diesen Link auch einmal auf meine Seite „Brunnen in Osnabrück“.

Bischof
vom Atelier Tonwerk
Margret und Wolf Ewert aus Visbek
Sieht er nicht genauso aus, wie man sich einen Bischof vorstellt?

Mephisto
aus französischem Kalkstein
Bildhauerin: Anne Lammers

Meeresstille
Tiefe Stille herrscht im Wasser,
Ohne Regung ruht das Meer,
Und bekümmert sieht der Schiffer
Glatte Fläche ringsumher.
Keine Luft von keiner Seite!
Todesstille fürchterlich!
In der ungeheuern Weite
Reget keine Welle sich.
Johann Wolfgang von Goethe
(1749 – 1832)

Mittag
Am Waldessaume träumt die Föhre.
Am Himmel weiße Wölkchen nur.
Es ist so still, daß ich sie höre,
die tiefe Stille der Natur.
Rings Sonnenschein auf Wies‘ und Wegen,
die Wipfel stumm, kein Lüftchen wach.
Und doch, es klingt, als ström‘ ein Regen
leis tönend auf das Blätterdach.
Theodor Fontane
(1819 – 1898)

Möge Klarheit sich spiegeln auf dem Grunde Deines Herzens.
Rein sei Deine Seele wie ein See in der Stille des Gebirges.
Volksweisheit / Volksgut

Die Wassergießerin
Künstler: Karl-Heinz Metzger Nottuln-Schapdetten

Das ist eindeutig mein Favorit der Kunstwerke. Schön, geradlinig und doch sehr ausdrucksstark – ‚hübsches Madl‘

An dieser Stelle möchte ich auch noch ein paar Bilder eines weiteren Kunstwerkes vom Bildhauer Ruwe zeigen, die mich von der Ausdruckskraft und einer Spur Schonungslosigkeit in der Darstellung an den Bürgerbrunnen in Osnabrück erinnern. Hans Gerd Ruwe nennt das Werk: „Der Fortschritt ist ein trojanisches Pferd“. Damit will er sicherlich zum Ausdruck bringen, dass nicht alles, was man für Fortschritt hält, wirklich ein Gewinn für die Menschheit ist. Urteilen Sie selber:

Trojanisches Pferd in der Moderne

Waffen, Raketen und Panzer quellen aus dem Pferd heraus.

Und der Tod sitzt oben auf und kehrt mit großem Besen aus.

Da kann man schon einen langen Hals bekommen, oder?

 

 

Doch nun noch einmal zurück zur Seeidylle. Ich bin Ihnen noch die genaue Adresse schuldig geblieben, wo Sie, wenn auch erst im nächsten Sommer, den See finden. Er ist über die L 95 zwischen Kloster Oesede und Borgloh an der Einmündung der Straße „Zur Wolfsquelle“ zu erreichen. Für die Öffnungstermine im Sommer und das Seefest wäre hier ein Link zum Heimatverein der Samtgemeinde Borgloh.

Für 2018 sind die offenen Sonntage und das große Seefest des Heimatvereins leider schon vorbei. Die Termine für 2019 finden Sie hier, sobald sie bekanntgegeben werden.

Auf der ganzen Welt gibt es nichts Weicheres und Schwächeres als das Wasser,
und doch, in der Art, wie es dem Harten zusetzt, kommt nichts ihm gleich.
Es kann durch nichts verändert werden.
Dass Schwaches das Harte besiegt und Weiches das Harte besiegt,
weiß jedermann auf Erden, aber niemand vermag danach zu handeln.
Lao-Tse

Was Du suchst,
ist nicht auf den Gipfeln der Berge,
nicht in den Tiefen der Meere,
nicht in den Straßen der Städte –
es ist in Deinem Herzen.
Quelle: Unbekannt

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