Schultze mit tz

Vatikan

Wir, der Vatikan und unser Papst Benedikt 2012

Ich habe mich immer gewundert, welchen Hype der Papst, sei es Johannes Paul II, Benedikt XVI oder Franziskus, auslöst. Nie haben wir das nachvollziehen können, wir sind ja auch evangelisch, so dass der Papst mit uns wahrscheinlich genauso wenig anfangen kann, wie wir mit ihm.

Unsere Romreise im August 2012 hat das aber geändert. Wir sind zwar immer noch evangelisch, aber Sie sollten mal in einer Menge von über 1000 Gläubigen stehen, die im überdachten Innenhof in Castel Gandolfo zwei Stunden auf den Papst warten und immer wieder Lieder skandieren oder Benedetto, Benedetto Benedetto… rufen. Dazu haben Sie dann einen Pater aus Südamerika in der Nähe, der fast so alt ist wie man selbst, aber über mehrere Stunden seine Reisegruppe anfeuert und im Takt des Gesangs dauernd hochspringt und auf und ab hüpft. Ich hatte auf den Lippen zu sagen: „Das Zeug, dass sie heute Morgen eingenommen haben – das will ich auch“.

Hinter uns standen dann zwei Nonnen aus München, die kichernd darauf hinwiesen, dass die lebensgroße Statue von Petrus lächelt. Einen lächelnden Petrus hätte sie noch nie gesehen. Die kamen aus dem Kichern nicht raus und waren auch schon an die 50 Jahre alt. Wenn Sie das über ein paar Stunden erlebt haben, dann ist da schon Hochachtung für den „älteren Herrn“ auf dem Balkon, der solche Gefühlsausbrüche hervorruft…

… und ein bisschen katholisch ist man dann auch, wenn man wieder nach Hause kommt.

Aber wir wollen nicht vorgreifen, die Erlebnisse und Bilder auf dem Sommersitz des Papstes kommen gegen Ende unseres Reiseberichtes. Fangen wir einfach mal vorn an. Vorn, das ist dann der Petersplatz, bzw. die Straße „Via della Conciliazione“, die direkt zum Petersdom führt. Dort hatte ich auf der Romseite auch den Link gesetzt, der hier hin führt.

Via della Conciliazione

Erste Pläne für eine breite Zufahrtsstraße von der Engelsburg zum Petersplatz entstanden schon Mitte des 15. Jahrhunderts.

Gebaut wurde die „Straße der Versöhnung“ jedoch erst unter Benito Mussolini, nachdem sich 1929 Staat und Vatikan in den Lateransverträgen ausgesöhnt hatten: Der Papst erkannte die Stadt Rom als Sitz der italienischen Regierung an, die im Gegenzug die Souveränität des Vatikans garantierte und erhielt als Entschädigung für seine territorialen Verluste die Summe von 1,7 Milliarden LIre. Allerdings war man sich nicht so recht grün, denn der Vatikan, als kleinster Staat der Welt, war mit 0,44 Quadratkilometern (1/4 der Fläche Monacos) recht klein, so dass Mussolini später behauptet:

„Wir haben den Päpsten gerade so viel Territorium gelassen, wie man braucht, um ihren Leichnam zu begraben.“

Pius XI. kommentierte:

„Ein Gebiet, das die Kuppel Michelangelos und das von zahllosen Kunstschätzen umgebene Apostelgrab einschließe, könne es an innerer Größe mit jedem Staat der Welt aufnehmen.“

Es sollte nicht lange dauern, und Mussolini verletzte die Abmachungen. Ich füge hier einmal einen Link zu einer „Spiegel“ Seite ein, wo der Vertrag und seine Folgen sehr gut und interessant beschrieben wurden. Gefunden habe ich den auf Spiegel Online. Wirklich hochinteressant.

Gesamtansicht des Petersplatzes mit den Arkaden, fast so wie der Papst ihn sieht. Hier merkt man auch, wie weitläufig alles ist. Wer auf dem Platz steht, der kann den Papst auf seinem Balkon nur erkennen, wenn er ein Fernglas dabei hat. Ansonsten muss man einfach darauf vertrauen, dass dort beim „Urbi et Orbi“ nicht jemand anderes spricht.

Um die von den Architekten Marcello Piacentini und Antionio Spaccarelli geplante und gut 50 Meter breite, mit zwei Pylonen-Reihen verzierte Prachtstraße geradlinig zum Petersdom führen zu können, mussten zuvor vier Kirchen, mehrere historische Palazzi und die altern Häuser des verwinkelten Borghi-Viertels abgerissen werden. Stellen Sie sich das mal heute vor, Sie müssen Kirchen abreißen für eine Straße. Die Genehmigung würde in Deutschland wahrscheinlich Jahrhunderte brauchen, denn irgendeine schützenwürdige Fledermausart würde sich immer finden.

Der erste Spatenstich erfolgte 1936 durch Mussolini persönlich. Erst zum Heiligen Jahr 1950 wurde mit der Öffnung der Via della Conciliazione, anstelle der Spina di Borgo, eine neue breite Zufahrtsstraße zu der vatikanischen Basilika angelegt, die die großartige Sicht auf die Kuppel der Peterskirche hervorhebt.

In der Mitte des Petersplatzes befindet sich der ägyptische Obelisk, der 37 n Chr. aus Heliopolis nach Rom gebracht wurde. Er ist mit 25 Metern Höhe der zweitgrößte der 13 römischen Obelisken.

Allerdings hat man damit auch gegen die ursprünglichen Planungen von Bernini verstoßen. Denn eigentlich sollte der Platz abgeschlossen sein und dadurch der AHA-Effekt umso größer sein, wenn die Pilger erst sehr spät den Dom sehen.

Die Fassade

ist das Werk des Architekten Carlo Maderno. Sie wurde 1614 vollendet. Die Breite beträgt 114,89 Meter und die Höhe 48 Meter. Später habe ich auch noch Bilder der Statuen von hinten. Auf der Balustrade befinden sich dreizehn jeweils fast sechs Meter hohe Statuen.

Statuen auf der Eingangsbalustrade von St. Peter. Leider sind nicht alle mit drauf.

In der Mitte die segnende Statue ist der Erlöser. Daneben dann Johannes der Täufer und die 11 Apostel (Ausnahme: Petrus ist nicht dabei). Die folgende Reihenfolge fand ich im Internet:

Thaddäus – Matthäus – Philippus – Thomas – Jakobus der Altere – Johannes der Täufer – Jesus – Andreas – Johannes – Jakobus der Jüngere – Barthalomäus – Simon Kananäus – Matthias (Ersatzmann für Judas Iskariot)

Auf dem Petersplatz vor den Treppen befinden sich dann die Statuen von Simon Petrus und Paulus, wobei der letztere nicht zum 12er Kreis der Apostel zählt.

Eine Inschrift auf dem Gebälk erinnert daran, dass Papst Paul V. (1605-1621) die Arbeiten beendete. Im Juli 1999 endete eine Restaurierung, die einige von Maderno gewollte Färbungen ans Licht brachte, die vorher unter dem Altersüberzug versteckt waren.

Hier möchte ich einmal zwei Bilder einfügen, die Sie evtl. von Ostern oder Weihnachten kennen. Nicht?

Segensloge des Papstes. Sehen Sie sich mal die Menschen auf dem Bild an, dann wissen Sie, wie weit man bei einer Segnung auf dem Petersplatz stehend, vom Papst entfernt ist.

Doch, der Papst spricht immer den Segen „urbi et orbi“ (übersetzt: an die Stadt und an die Welt) von der sogenannten „Segensloge. Und ein neuer Papst zeigt sich sofort nach der Wahl auf dem Balkon. Wir sind allerdings froh, im Hochsommer im Vatikan gewesen zu sein, dadurch war nämlich der Papst nicht da, sondern in seinem Sommersitz Castel Gandolfo. Warum das gut war.

Nun ja, schauen sie sich auf den verschiedenen Bildern einmal die Dimensionen an. Vor dem Petersdom sind auch noch Aufgänge. Die Gläubigen stehen auf dem Petersplatz. D.h. Sie stehen mindestens 50-70 Meter vom Dom entfernt, der Papst erscheint dann noch im fast dritten Stock. Wenn Sie nicht wüssten, wer da stehen sollte, können Sie das wahrscheinlich auch kaum erkennen. Wie Sie später sehen werden, war das im Sommersitz des Papstes

Blick aus dem Petersdom zum Obelisken.

viel besser und „Kunden freundlicher“.

Der Obelisk, den man auf Bild dem weiter oben und rechts sieht, befand sich in der Antike mitten im Zentrum des Zirkus von Nero.

Aufstellung des Obelisken auf dem Petersplatz 1586 mit 900 Arbeitern und 75-140 Pferden. Diese Zeichnung stammt von Niccola Zabaglia (1664-1750)

Die Asche von Caesar soll sich im Fuß des Obelisken befinden, während in seiner Spitze ein Teil des Kreuzes Christi liegen soll. Das Gewicht wird auf 322 Tonnen geschätzt und steht auf einem Fundament mit vier Bronzelöwen. Als er 1586 auf dem Petersplatz vor den im Bau befindlichen Petersdom aufgerichtet wurde, war das eine technische Meisterleistung. Sogar Michelangelo hielt es für unmöglich. Papst Sixtus blieb aber dabei und Domenico Fontana organisierte Transpost und Aufstellung.

Brunnen von Maderno 1613 aufgestellt

Der Obelisk auf dem Petersplatz

Er brauchte dafür aber auch fünf Monate. 1913 entwarf Carlo Maderno einen Brunnen für den Platz, der rechts vom Obelisken hin sollte. Damit aber die Symmetrie des Platzes darunter nicht litt, begann Bernini einen zweiten Brunnen, eine identische Kopie des ersten, für die linke Seite zu bauen. der 1677 aufgestellt wurde.

Die Maße des Platzes sind schon recht groß. 320 Meter tief und ein zentraler Durchmesser von 240 Metern. Er wird von 4 Reihen mit insgesamt 284 Säulen und 88 Pfeilern gesäumt. Oben auf der

Kolonnaden Petersplatz

Balustrade sind 140 Heiligenstatuen. Davon ist jede 3,20 Meter hoch und alle entstanden 1585 von Schülern Berninis. Unten am Fuße der Treppen sind Statue des hl. Paulus und des hl. Petrus. Die 17 Meter breiten Kolonnaden sind symmetrisch zu zwei Brennpunkten auf dem Petersplatz. Dort  sind in den Boden je eine Platte eingelassen. Aufschrift ist „Centro dell Collone“. Steht man auf einer der Platten, sind alle vier Säulen optisch hintereinander aufgereiht, so dass man meint nur noch eine Säulenreihe (statt vier hintereinander) zu sehen.

Hier einmal die rechte Seite zusammen mit dem Petersdom, und dem Apostolischen Palast

Apostolischer Palast

Zwischen den Kolonnaden und dem Petersdom befindet sich der Apostolische Palast. Er sit die offizielle Residenz des Papstes im Vatikan auch wenn Papst Franziskus so bescheiden ist, dass er die Wohnung gar nicht erst bezog, sondern weiter im Gästehaus Santa Marta im Vatikan bleibt. Er sagte: „ihm gefalle es inmitten der anderen Mitglieder der Geistlichkeit zu wohnen.“

Eigentlich werden im Gästehaus Santa Marta (120 Zimmer) die Kardinäle während des Konklaves untergebracht. Papst Franziskus hat aber dort mittlerweile sein kleines Zimmer gegen eine Suite mit drei Räumen getauscht, damit er im Rahmen seiner Tätigkeit wenigstens Besucher empfangen kann.

Apostolischer Palast

Beschreiben möchte ich den Apostolischen Palast aber dennoch, denn bisher wohnte dort jeder Papst. Neben dem Appartement des Papstes sind dort auch Kapellen und Büros der römischen Kurie, und Teile des Vatikanischen Museums untergebracht. Z.B. auch die Sixtinische Kapelle, die Cappela Niccolina, die Stanzen des Raphael und das Appartamento Borgis.

Der Palast ist ein Gebäudekomplex mit ca. 1400 Räumen und 55000 qm Grundfläche. Die Privaträume des Papstes sind etwa 400 qm groß. Die sechs Zimmer plus Privatkapelle ist im dritten Stock zusammen mit einem Dachgarten oberhalb der Wohnung. Den hatte Johannes Paul II. angelegt.

Auf dem Bild sind die päpstlichen Gemächer, die zuerst im zweiten. Stock lagen, die drei äußeren Fenster rechts.

Oben rechts die letzten drei Zimmer (3. Etage) sind die eigentlichen Papstgemächer

Vom zweiten in den dritten Stock zog Papst X. (1903-1914) um, damit das Schlaf- und Sterbezimmer von Papst Leo XIII. (1878-1903), ganz rechts außen so bleiben konnte, wie es war. Und bis heute ist es unberührt.

Seit diesem Umzug 1903 sind im letzten Zimmer rechts im dritten Stock folgende Päpste gestorben:

Pius X. (1903-1914)  –  Benedikt XV. (1914-1922)   –   Papst Pius IX. (1922-1939)   –  Papst Johannes XXIII. (1958-1963)  –  Papst Johannes Paul I. (1978)  –  Papst Johannes Paul II. (1978-2005)  Paul VI (1963-1978) starb auf Castel Gandolfo (Quelle Wikipedia)

 

Nun ein wenig zum Bau des Petersdoms

Der Petersdom steht dort, wo vor 2000 Jahren der Privatzirkus des Kaisers Nero war. Nach dem großen Brand in Rom, die Stadt brannte fast komplett ab, machte er im Jahre 67 n. Chr. die Christen dafür verantwortlich. Er ließ sie bestrafen, ja viele hatten sogar das gleiche Schicksal wie Jesus´ und fanden am Kreuz ihr Ende. Darunter soll auch der heilige Petrus gewesen sein.

Er wurde ca. 30 Jahre nach der Kreuzigung Jesu, wahrscheinlich war er da so 60-70 Jahre alt, mit dem Kopf nach unten ans Kreuz genagelt.

 

Petrus

Er soll darum selber gebeten haben, weil er sich nicht für würdig befand, auf die gleiche Weise wie Jesus zu sterben. Das umgedrehte Kreuz nennt man daher auch Petruskreuz

Von ein paar Christen wurde er dann ganz in der Nähe der Kreuzigung begraben. Der Ort wurde mit Ziegeln gekennzeichnet, die zu einem Dach aufgestellt wurden. Heute belegen Ausgrabungen, dass genau über dem Grab dann später das Herz der Basilika, der Altar errichtet wurde. Obwohl noch keine Kirche gebaut war, diente der Ort dennoch als frühchristlicher Wallfahrtsort. Hier ein Link zu ZeitOnline, wo am 11. Januar 1951 schön beschrieben wurde, wie das Grab Petrus` gefunden wurde.

Alt-St. Peter, wie der Vorgängerbau genannt wurde, ließ dann Konstantin der Große 324 als Grabeskirche direkt über dem vermuteten Grab des Apostels Simon Petrus bauen und weiht sie ihm. 1000 Jahre war sie dann das Zentrum der Christenheit, bis sie unter den Päpsten Nikolaus V. (1397-1514) und Pius II. (1405-1464) gegen 1451 umfassend renoviert wurde.

Kuppel des Petersdoms. Da kann man hochlaufen und dann auf einem Rundgang oberhalt der Kuppel über Rom gucken.

Allerdings ist das nicht der heutige Dom, denn diese 270-337 und 326 geweihte Kirche wurde von Papst Julius (1443-1513) abgerissen, um schöner, prächtiger und größer zu bauen. Tebartz van Elst aus Limburg lässt grüßen. Am 18.04.1506 wurde der Grundstein aus weißem Marmor gelegt. Bauherr war Donato Bramante (1444-1514), doch als der Papst und auch der Baumeiter starben, wurde bis 1546 unter Leitung von Raffael, Antonio Sangallo d.J. und Baldassare Peruzzi weiter gebaut, allerdings mit vielen Pausen. Nachdem Sangalle relativ schnell starb, wurden seine Pläne nie verwirklicht. Es sprang im Jahre 1547 Michelangelo  persönlich ein. Er sollte den Basilika fertigstellen. Sein Name ist ganz besonders mit der Kuppel verbunden. Nach seinem Tode setzten seine Schüler die Arbeiten fort. Allerdings nahmen sie ein paar Änderungen an Michelangelos Entwurf vor. Die Kuppel wurde steiler. 1593 wurde sie dann endlich fertiggestellt. Durchmesser 42,3 Meter und acht kleinere Nebenkuppeln.

 

Die Dimensionen sind kaum zu glauben:

Länge 187 Meter, (mit den Eingangstoren sogar 218 Meter). Auf einer Fläche von 22000 qm befinden sich 800 Säulen, 400 Riesenstatuen, 45 Altäre, 11 Kapellen und viele viele Meisterwerke.

So nun sind wir langsam an der Reihe um den Dom zu besichtigen. Vorab müssen wir an der Schweizer Garde vorbei. Apropos …

Schweizer Garde

Die Päpstliche Schweizergarde ist das einzige verbliebene päpstliche Armeekorps in Waffen. Der Apostolische Palast wird von ihr genauso geschützt, wie alle Eingänge zum Vatikan und der Sommerresidenz Castel Gandolfo. Papst Julilus II. fragte im Jahre 1505 bei Abgesandten der Schweizerischen Eidgenossenschaft an, ob diese ihm nicht einige Schweizer Söldner zum Schutze des Vatikans schicken können. Finanzieren sollte das die Augsburger Kaufmannsfamilie Fugger. Die Schweizer Söldner hatten einen sehr guten Ruf. 150 von Ihnen machten sich umgehend auf den Weg nach Rom. Der Ankunftstag war der 22. Januar 1506 und das somit auch der Gründungstag der Schweizergarde des Vatikans.

Allerdings ist die Aufgabe keine militärische, sondern rechtlich nur eine Art „Hauspolizei“. Die Rekruten müssen mehrer Aufnahmebedingungen erfüllen:

Katholische männliche Schweizer/zwischen 19 und 20 Jahre alt, mindestens 1,74 Meter groß und sportlich. Außerdem benötigen sie einen guten Leumund, müssen eine Mittel- oder Berufsschule und die Rekrutenschule der Schweizer Armee absolviert haben. Als Hellebardiere und Vizekorporäle dürfen  sie nicht verheiratet sein; wenn sie Heiraten, wird ihnen ein Wohnung angeboten. Nach mindestens 25 Monaten Dienstzeit, können sie ihren Dienst beenden, müssen aber die vatikanische Staatsangehörigkeit zurückgeben.

Sichtbare Bewaffnung ist die Hellebarde und das Schwert, aber auch Pistole, Sturmgewehr und Pfefferspray.

Im Eingangsbereich zum Petersdom sind fünf Türen, die in die Basilika führen. Tür des Todes/Tür des Guten und des Bösen/Hauptportal Tür der Filarete/Tür der Sakramente und die Heilige Tür.

Nur die mittlere ist wirklich antik, die anderen vier wurden ab Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts ausgeführt. 1947 schrieb die Fabbrica Sankt Peter einen Wettbewerb für die Schaffung neuer Bronzetüren aus, die die bestehenden aus Pappelholz ersetzen sollten.

Die Heilige Tür (1948-1950) befindet sich am rechten Ende des Atriums. Bis 1949 war sie von einer unverputzten Mauer verschlossen und von den von Gregor XIII. für das Jubiläum 1575 in Auftrag gegebenen Marmorverkleidungen eingerahmt. 1949 schenkte der Bischof Francesco von Stren im Namen der schweizer Katholiken zwei bronzene Türflügel aus Dank dafür, dass sein Land vom Krieg verschont geblieben war. Die Heilige Tür wird nur  alle 25 Jahre geöffnet. Auf ihr sind 16 Tafeln mit Bildern aus der Bibel zu sehen. Dazwischen sind die Wappen der 36 Päpste angebracht, die die Heiligen Jahre gefeiert haben.

Eine weitere Tür, die nach ihrem Schöpfer benannt wurde, ist die Tür der Filarete (1433-1445).

Tür der Filarete
geschaffen von dem Florentiner Bildhauer und Architekten Antonio Avelino, genannt Filarete und seiner Werkstatt. Die mittlere von fünf Eingangstüren am vorderen Dom

Sie war eigentlich zu klein, mit ihren 6,30 Metern. deshalb wurde sie 1619 an die Maße der neuen Eingänge angepasst. Zwei Bänder wurden einfach hinzugefügt.

Tür des Guten und des Bösen

Dann gibt es noch die Tür des Guten und Bösen (1977). Der Name kommt von den Darstellungen. Der linke Flügel mit dem Bösen, der rechte mit dem Guten.

Wir nähern uns also jetzt der Pforte zum Dom. Gleich dahinter fällt uns der Fußboden auf. Er ist ein Meisterwerk. Kostbare farbige Marmore aus allen Teilen der Welt wurden hier zu Intarsien zusammengefügt. In der Form existiert das kein zweites Mal. 60000 Menschen haben im Dom Platz. Hauptattraktion ist Michelangelos Pièta, das einzige Bild, dass der Meister jemals signiert hat. Allerdings ist es nur hinter Glas zu sehen, weil es 1972 von einem verwirrten Mann beschädigt wurde.

Reiterstatue Karl der Große

Zuerst fällt uns eine Reiterstatue in der über 110 Meter breiten Vorhalle auf. Sie stellt Karl den Großen da und wurde von Agostino Cornacchini im Jahr 1725  entworfen. Karl der Große war der erste der fränkischen und später deutschen Kaiser, die hier in St. Peter gekrönt wurden. Der Grund den Petersdom als Krönungskirche zu nehmen war die Tatsache, dass der Papst Rom für sich beanspruchte und der Kaiser die päpstliche Stadt nicht betreten sollte. Deshalb nahm man den Petersdom, der damals noch vor der Stadt lag.

 

Atrium und Mittelschiff

Blick aus dem Atrium auf den Petersplatz mit dem Obelisken

Es gilt als das bedeutendste Werk von Carlo Maderno. Er war 27 Jahre lang Architekt im Dom. Etwa 71 Meter lang und 12,80 Meter breit, wurde es in der Zeit zwischen 1608 und 1612 gebaut. Das Gewölbe erzählt in 32 Szenen die Geschichte der Apostel Peter und Paul. Wobei Petrus überwiegt. Außerdem wird seine starke Bindung mit der Mission Christis besonders herausgestellt.

Atrium von Carlo Maderno

Seitlich unter dem Gewölbe sind Statuen, 31 an der Zahl, der ersten Päpste zu sehen, die für ihren Glauben starben. Das Atrium soll den Besuchern Ruhe und Besinnung geben und eine gewisse Spritualität fördern, bevor der Besucher ins Mittelschiff kommt und sich zum Grabmal des Petrus mitten in der Basilika begibt. Dazu geht man durch die Tür der Sakramente, dem Basilika Eingang. Die Verlängerung führt Maderno 1609 durch.

Bronzebaldachin über dem Papstaltar

Dadurch ist Sankt Peter die größte heute noch existierende Kirche. Damit man das vergleichen kann, sind auf dem Boden mit Bronzebuchstaben die Längen anderer Kircheninnenräume gekennzeichnet. Weil der Raum unter der Kuppel so leer wirkte, gab Papst Urban VIII. Barberini den Bronzebaldachin in Auftrag, den Bernini 1624-1632 gestaltete. Kosten waren egal, denn er steht mit seinen 28 Metern Höhe, genau über dem Grab von Petrus. Dadurch sieht die Kirche noch viel länger aus. Der Baldachin ruht auf Säulen, die in mehrere Abschnitte eingeteilt sind. Unten Spiralen, in den beiden oberen Teilen Lorbeerzweige, Bienen (das Emblem der Barberini deutet auf Fleiß hin), Olivenzweige, Putten und Eidechsen. Weil man für den Baldachin unheimlich viel Bronze brauchte, ist man hier auch auf „Beutezug“ gegangen.

Papstaltar

Es wurden Bronzetafeln aus dem Pantheon, aber auch Statue eingeschmolzen. Ich habe im Internet einen schönen Ausspruch gelesen, der da lautete: „quod non fecerunt barbari fecerunt Barberini“ („das, was die Barbaren nicht taten, machten die Barberini“). Die lateinische Inschrift auf der Basis der Kuppel besagt folgendes: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und dir die Schlüssel zum Himmelsreich geben.“

Der Altar und sein Drumherum wirkt doch sehr protzig.

Der Papstaltar befindet sich unter dem Baldachin, aber nicht genau mittig, sondern etwas versetzt. Es war in frühchristlicher Zeit üblich alles in Richtung Sonne, also nach Osten auszurichten. Dieser Altar von 1594 ist ausschließlich dem Papst oder einer von ihm bevollmächtigten Person vorbehalten.

Cathedra Petri ca. 1657-1666

Hinter dem Altar ist eine übergroße Nachbildung eines Thrones mit einer sehr aufwendigen Dekoration. Sie nennt sich Cathedra Petri, ein riesiger Schrein aus Holz, im Barockstil um den Thron gestaltet. Über dem Thron sieht man einen Strahlenkranz mit einer Taube als Glasmalerei in der Mitte eines  gelblichen Fensters. Die Taube ist das Symbol des Heiligen Geistes und ist von Bündeln zwölf Lichtstrahlen umgeben, die die Apostel symbolisieren sollen. Über dem Bronzekatheder von Petrus ist eine Wolke aus Engeln und Putten. Darin wird der Holzthron aufbewahrt.

Immer wieder wurde erzählt, schon Petrus hätte von dem Stuhl im Schrein gepredigt. Das allerdings kann wohl nicht sein, weil das Relikt erst im 9. Jahrhundert (875) als Geschenk Karl des Kahlen in den Petersdom gelangt. Die bronzenen Teile wurden sogar erst im 17. Jahrhundert von Bernini angefertigt. Die ganze Anlage nennt man auch das Presbyterium, das ist der Altarraum in Kirchen, der früher zur Feier des Stundengebets da war. Dort hatten die Sänger ihren Platz nahe dem Altar.

Die Kuppel

Kuppel des Petersdoms

Die Kuppel befindet sich direkt über dem Papstaltar, bzw. dem Bronzebaldachin. Oben im unteren Bereich der Kuppel konnte man ganz rundherum laufen. Bis dort sind die ersten 220 Stufen des Aufganges der dann ganz nach oben führt. Ab da läuft man in der Außenhülle der Kuppel weitere 320 Stufen hoch, um den grandiosen Panoramablick über Rom, den Petersplatz und den vatikanischen Hügel zu erleben.

Markus mit dem Löwen
Eine der Darstellungen am Rande der Kuppel

Die Kuppel der Basilika ist doppelschalig und außerdem das größte freitragende Ziegelbauwerk der Welt. Durchmesser sind 42,34 Meter (86 cm weniger als das Pantheon, aber mit 43,20 Meter höher) und wird von vier fünfeckigen Pfeilern getragen. 16 Gewölberippen tragen die Oberfläche. In den Kuppelschalen erkennt man die statische Konstruktion. Oben in der Kuppel befindet sich ein Bildnis von Gottvater, umringt von acht Engelköpfen. In den Gewölberingen sind dann 96 Bilder, von Engeln über Jesus, bis zu Aposteln, Bischöfen und Patriarchen. Auf dem oberen Ring der von 32 vergoldeten Sternen umringt ist, steht auf blauem Grund „Zu Ehren von Sankt Peter, Papst Sixtus V, 1590“.

Im inneren Kuppelfries steht in zwei Meter hohen Buchstaben das Zitat aus dem Matthäus Evangelium: Tu es Petrus et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam et tibi dabo claves regni caelorum (Du bist Petrs, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und dir gebe ich die Schlüssel zum Himmelreich. (Aus dem Matthäus Evangelium Kap.16, Vers 18) . Daraus leiten die Päpste ihre Legitimation und ihren Machtanspruch ab. Um die Dimensionen der Kirche zu verdeutlichen sei angemerkt, dass die Buchstaben ca. zwei Meter hoch sind. Als Dekoration sind außen herum Darstellungen der vier Evangelisten (Lukas, Markus, Matthäus und Johannes) angebracht. Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen, möglichst hoch auf den Petersdom zu kommen um Fotos von Rom zu machen. Doch das ist eine andere Geschichte, zu der Sie mit diesem Link kommen.

Die Konfession

Die Konfession, gemäß einer Überlieferung das Grab des heiligen Petrus.

Zwei Treppen führen 16 Stufen auf jeder Seite in die Konfession hinab. Das ist der Ort, an dem sich das Grab von Petrus befindet. Wände und Böden sind seit 1618 mit Marmor verkleidet. In dieser Vertiefung kann man hinunter zum Petrusgrab sehen.

Alles wird von 95 immer brennenden Flämmchen beleuchtet, die in Füllhörner aus vergoldeter Bronze gesetzt sind. Am Ende des Halbrunds befindet sich ein Bild mit einem Mosaik aus dem 10. Jahrhundert. Man sieht den segnenden Christus. Mit rechter Hand hält er ein aufgeschlagenes Buch, in dem natürlich auf lateinisch zu lesen ist: „Ich bin die Wahrheit und das Leben, wer in mich glaubt, wird leben“. Dort warfen auch sehr viele Gläubige Kleingeld auf den Boden. Ein interessanter Bericht über das Grab Petrus, oder was man davon hält erschien auch im Spiegel Online Wissenschaft, falls Sie das interessiert, ist hier der Link.

Bronzestatue des heiligen Petrus. Man achte auf den Fuß.

„Ich bin die Wahrheit und das Leben, wer in mich glaubt, wird leben.“

Eines der bekanntesten Werke ist eine Bronzestatue des heiligen Petrus. Sie stammt wohl aus dem 13. Jahrhundert, obwohl man sie lange Zeit für älter hielt. An Festtagen kleidet man sie mit Gewändern und einer Tiara.

Schauen Sie sich die Statue einmal an. Fällt Ihnen der eine helle Fuß auf? Nein kein Materialfehler, der ist so abgeschliffen, weil er von vielen Gläubigen geküsst oder angefasst wird. Frauen glauben an Kindersegen, wenn sie den Fuß berühren, also aufgepasst, wenn Sie dort mit Ihrer Frau auf Besichtigungstour gehen. Der Petrus sitzt auf einem Mamorstuhl und ist in ein Philosophengewand gekleidet. Mit der rechten Hand spendet er Segen, mit der linken drückt er sich den Schlüssel an die Brust.

Das Denkmal für die königlichen Stuarts. Es erinnert an die letzten drei Mitglieder des königlichen Hauses Stuart: James Francis Edward Stuart, sein ältester Sohn Charles Edward Stuart und sein jüngerer Sohn, Henry Benedict Stuart.
Die Marmor-Denkmal ist von Antonio Canova, dem berühmtesten italienischen Bildhauer seiner Zeit. Es hat folgende Inschrift:
IACOBO · III
Iacobi · II · Magnae · BRIT · REGIS · FILIO
KAROLO · EDVARDO
ET · HENRICO · DECANO · patrum · CARDINALIVM
Iacobi · III · FILIIS
Regiae · STIRPIS · STVARDIAE · POSTREMIS
ANNO · M · DCCC · XIX
(James III, Sohn von König James II von Großbritannien, den Charles Edward und Henry, Dekan des Kardinal Väter, Söhne von James III, dem letzten des Königshauses von Stuart. 1819)

Im linken Kirchenschiff ist das Monument von Antonio Canova an die Familie Stuart (1819) zu sehen. Es ist den letzten Nachkommen dieser tapferen englischen Familie gewidmet, die Im Profil unter der Konsole porträtiert sind. Oben die drei Büsten der Stuarts, unten die Figuren der Geister, die mit umgedrehter Fackel die Lebensflamme löschen. Sie befinden sich an der Seite der geschlossenen Tür zum Grab und symbolisieren die zuversichtliche christliche Gelassenheit angesichts des Todes. Die Kosten wurden von Georg V. von England errichtet, dem siegreichen Rivalen der Familie Stuart.

Michelangelos Pietà

Michelangelos römische Pietà befindet sich in einer der ersten Seitenkapellen des rechten Seitenschiffs, in der Nähe der heiligen Pforte. Sie ist 1,75 Meter hoch und ruht auf einer Standplatte. Der Auftrag wurde von dem Kardinal Villiers de la Grolaye gegeben. Michelangelo vollendete dieses Werk im Jahr 1500, als er 25 Jahr alt war. Dieses Werk ist das einzige, das der Künstler auf dem Gürtel signierte.

Sehr mystisch mit diesem Licht.

 

 

 

 

 

Auf dem Brustband Marias befindet sich die Inschrift:

MICHAEL. A[N]GELVS. BONAROTVS. FLORENTIN.FACIEBA[T] (Der Florentiner Michelangelo Buonarroti hat es gemacht).
Es handelt sich um die Darstellung von Maria, der Mutter Gottes, mit ihrem toten Sohn, der vom Kreuz abgenommen wurde. Die Bibel berichtet davon allerdings nichts. Dennoch kam diese Art der Darstellung ab 1300 in Deutschland und Frankreich auf. Sie hat sich ihrem Schicksal gefügt und hält in ihrem Schoss den Leib des toten Christus. Wenn sie sich die Skulptur einmal größer und genau anschauen, werden Sie sehen, dass Michelangelo die Jungfrau Maria tatsächlich als junge Frau darstellt und zwar jünger als ihren Sohn. Laut Fachleuten, hat Michelangelo hier eine technische Vollendung erreicht, wie nie mehr danach.
Angeblich erhielt Michelangelo für die Pietà ein Honorar von 450 Golddukaten (das sollen mindestens 50.000 Euro nach heutigem Geldwert sein.) Die Pietà ist leider nur noch hinter Panzerglas anzusehen, weil sie 1972 bei einem Attentat schwer beschädigt wurde, und man nach der Restaurierung keine Gefahr mehr eingehen wollte.

Gemälde im Petersdom sind nicht gemalt, sondern Mosaiken. 10.000 Quadratmeter Mosaik gibt es im Inneren des Petersdomes. Und kein einziges Gemälde.

Papst Gregor XIII., nach dem die gregorianische Kapelle (in der Mitte rechts im Hauptschiff) benannt wurde, war ein großer Freund von Mosaiken. Er ließ diesen Teil mit Mosaiken ausschmücken und gründete sogar eine Mosaikschule dafür.

Die Schüler dieser Einrichtung sollten diese Kunstform erlernen, studieren und pflegen. Die päpstliche Mosaik-Werkstatt, die diese Pracht vom 16. bis zum 19. Jahrhundert schuf, besteht heute noch. Zwölf „Mosaikzisten“ kümmern sich um die Restaurierung des gewaltigen Erbes aus farbigen Steinchen. Und nebenbei fertigen sie auch handlichere Arbeiten an, die der Papst gerne als Präsente hochrangigen Gästen verehrt.

Im Laufe der Zeit wurden fast alle großen Altargemälde im Petersdom durch Mosaik Kopien ersetzt. Das merken aber die wenigsten. Selbst bei näherem Hinsehen glaubt man vor Gemälden zu stehen. Die Originale befinden sich in der vatikanischen Kunstsammlung.

Auf einige der Mosaike möchte ich hier einmal eingehen:

Die Kapelle des Heiligen Sebastian

Kapelle des Heiligen Sebastian

Auf dem Altar findet man das Märtyrium des Sankt Sebastian, ein römischer Märtyrer, der in der antiken Basilika seit Ende des 10. Jahrhunderts verehrt wird. Darunter ruhte eigentlich der Leichnam des Seligen Innozenz XI., der nach seiner Seligsprechung am 7.10.1965 dort niedergelegt wurde.

Nach der Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. wurde eine Umbettung von Innozenz XI. vorgenommen, um dort Johannes Paul II. niederzulegen. Am 1. Mai 2011 sprach Papst Benedikt XVI. bei einer feierlichen Heiligen Messe auf dem Petersplatz Johannes Paul II. selig und nahm ihn in das Verzeichnis der Heiligen und Seligen auf.

Sarg Johannes Paul II,

Nach dem Seligsprechungsritus brachten zwei Ordensschwestern, eine davon Marie Simon-Pierre, deren Heilung im Seligsprechungsprozess als Wunder auf die Fürsprache des Seligen anerkennt worden war, ein Reliquar mit einer Ampulle, die etwas Blut von Johannes Paul II. enthält zum Altar. Pilger, die auf dem Petersplatz keinen Platz fanden, verfolgten die Seligsprechung auf Großleinwänden in Rom. Insgesamt kamen 1,5 Millionen Pilger nach Rom. Bereits vor der Messe war der Sarg Johannes Pauls II. vor der Confessio im Petersdom aufgebahrt worden. Papst Benedikt XVI. betete dort nach dem Gottesdienst für kurze Zeit, danach hatten die Gläubigen Gelegenheit, am Sarg vorbeizudefilieren. Bis zum Abende des 2. Mai 2011 zählte man 350000 Menschen, die den Sarg besuchten. Der schlichte Holzsarg mit den sterblichen Überresten Papst Johannes Pauls II. wurde anschließend in einer kurzen Zeremonie in der Sankt-Sebastianus-Kapelle beigesetzt.

Der Altar von St. Hieronymus

Altar von St. Hieronymus

Am Ende des rechten Seitenschiffes befindet sich dieser Altar. Seit dem 2.6.2001 ist er dem seligen Johannes XXIII. gewidmet, der seit 2001 unter dem Altar ruht. Die Umbettung hatte Papst Johannes Paul II. angeordnet. Als Vatikanexperten das Grab in der Krypta der Peterskirche öffneten, stellten sie fest, dass die Leiche des vor 38 Jahren gestorbenen Johannes XXIII. sehr gut erhalten ist. Römische Zeitungen sprachen von einem „kleinen Wunder“: Gesicht, Körper und Kleider sind so gut wie unversehrt, da der Körper nicht mit Sauerstoff in Berührung kam.

Johannes der XXIII im gläsernen Sarg

Die Leiche war in drei Särgen eingebettet worden: einen aus Eiche, einen aus Zypressenholz und einen aus Blei. Es wird gesagt, der Papst war so gut erhalten, weil man ihm zehn Liter einer konservierenden Flüssigkeit gespritzt hat. Für den Erhalt des Leichnams sorgt jetzt ein ausgeklügeltes Prinzip. Und zwar ist der kugelsichere 450 Kilogramm schwere Sarg mit einem hochgiftigen Stickstoffgemisch belüftet, wodurch Bakterien und Schimmel abgetötet wird. Zusätzlich ist eine Kühlung integriert. Johannes XXIII. wird als erster Papst der Kirchengeschichte in einem Kristallbehälter bestattet

Auf dem Altar findet man das Bild mit der letzten „Kommmunion des St. Hieronymus“. Es ist eine 1739 durchgeführte Mosaiktechnik.

Altar der Transfiguration

Rechts der Altar der Transfiguration. Geradeaus weiter hinten die gregorianische Kapelle

Hier sieht man Christus, der sich im Licht zwischen Moses und Elias befreit, in Anwesenheit von Petrus, Jakob und Johannes. Auf der linken Seite knien die Märtyrer Felix und Agapito, deren am 6. August gedacht wird. Das Mosaikaltarbild wurde 1768 fertiggestellt.

Der Name des Altares der Transfiguration stammt von einem Altarbild Raffaels mit der Verklärung Christi auf dem Berg Tabor.

Unter dem Altarbild liegt nun der selige Papst Innozenz XI. (1611-1689) Er musste aus der Kapelle des Heiligen Sebastian nach hier umziehen, weil dort der schönere und wichtigere Platz für Johannes Paul II gebraucht wurde. Zunächst waren Messen am Grab von Karol Wojtyla unweit des Petrusgrabes eine Ausnahme. Mittlerweile werden sie genau gestaffelt, denn fast 20.000 Menschen täglich wollen dem früheren Papst ihre Reverenz erweisen. Für die vielen Pilgerer, die Johannes Paul den II sehen wollten, war es in den Grotten der Basilika einfach zu eng geworden, weshalb er zu seiner Seligsprechung umgebettet wurde.

Die Grabstätte von Papst Innozenz XI. ist seit seiner Verlegung 2011 in der Transfigurationskapelle.

Zum Vatikan gehören Verschwörungsgeschichten. Gerade entsteht eine um Papst Innozenz XI.  Rein praktische Gründe werden in der Kurie für die Umbettung genannt. Aber man wittert eine Schmähung für den Umgebetteten: Er sei nicht mehr zeitgemäß sagen Italiener. Er war ein verbissener Kämpfer gegen den Islam. Innozenz XI. wurde 1956 seliggesprochen. Jetzt, genau 400 Jahre nach seiner Geburt, wäre es an der Zeit gewesen, ihn heiligzusprechen. Aber während noch 1956 die Unterstützung Innozenz‘ für die Verteidigung Wiens vor den Türken als rühmenswert galt, sei heute der Dialog mit dem Islam gefragt. Statt den Gegensatz von katholisch und evangelisch zu sehen, werde heute auf Ökumene gesetzt. Deswegen wurde Innozenz angeblich umgebettet. Ich kann das nicht nachvollziehen, denn der jetzige Platz ist eigentlich ein sehr schöner. Verschlechtert hat Papst Innozenz XI. sich nicht.

Der Altar des Sankt Gregor Magnus

Altar des Sankt Gregor Magnus

Er wurde im Jahre 1628 geweiht. In einem Sarkophag aus weißem Marmor wurde seit 1606 der Leichnam des Heiligen Papstes St. Gregor Magnus aufbewahrt. Das Mosaik stellt das Wunder des Heiligen Gregor dar. Einigen Prinzen, die um kostbare Reliquien baten, hatte Gregor ein Stück Tuch gegeben, das neben den Reliquien der Märtyrer gelegen hatte. Als die Prinzen diese wenig wertvolle Reliquie erhielten, sendeten sie sie entrüstet zurück. Daraufhin betete der Heilige Gregor und dann ließ er sich ein Messer bringen und durchstach das Tuch. Aus dem Schnitt floss Blut und so wurde auf wundersame Art bewiesen, wie kostbar diese Reliquien waren.

 

Der Altar der Lüge

Er bekommt seinen Namen von dem Mosaikaltarbild.

Altar der Lüge

Der Name des Altars kommt von der Darstellung einer Szene aus der Apostelgeschichte (5,1-11): Ein Mann namens Hananias aber und seine Frau verkauften zusammen ein Grundstück, mit dem Einverständnis seiner Frau behielt er etwas von dem Erlös für sich. Er brachte nur einen Teil und legte ihn den Aposteln zu Füßen. Da sagte Petrus: „Hananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belügst und von dem Erlös etwas für dich behältst. … Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott.“ Als Hananias diese Worte hörte, stürzte er zu Boden und starb.

Als Vorlage für das farbenprächtige Mosaik „Bestrafung von Ananias und Saphira“ aus dem Jahr 1727 diente ein Gemälde von Cristoforo Roncalli aus dem Jahr 1604.

 

Altar der Kreuzigung

Alter der Kreuzigung

Beeindruckend ist auch die Größe des Querschiffes, in dem vor dem Altar der Kreuzigung des hl. Petrus gerade eine Messe gelesen wird.

Kapelle der Vorstellung der Jungfrau Maria

Zu seinen Schwestern hatte Pius oft gesagt: „Ich sehe einen großen Krieg.“ Wenn sie ihn dann mit allen möglichen Gründen aufzuheitern suchten, antwortete er: „Leider wird es zu einem großen Kriege kommen.“ Ähnliches sagte er auch zu seinem Staatssekretär.

Grab Pius X., Altarbild Tempelgang Mariä, Petersdom

Während des Balkankrieges 1912-1913 äußerte er sehr bestimmt: „Das ist alles nichts im Vergleich zu dem großen Kriege, der kommen wird.“ Wenn der Kardinal dann meinte, das könne noch lange Zeit haben, so erklärte der Papst eindeutig: „Eminenz, bevor der Jahr 1914 vergeht.“
Als am 28. Juni 1914 der österreichische Thronfolger mit seiner Gemahlin bei einem Attentat erschossen wurde, war der Papst tief erschüttert. Er erkannte mit aller Klarheit, daß der lang gefürchtete Krieg unmittelbar bevorstehe. Er versuchte alles, um ihn zu verhindern, und auf die Bitte des österreichischen Botschafters, die Waffen der Donau-Monarchie zu segnen, antwortete der Papst: „Ich segne nicht die Waffen, sondern den Frieden.“

Der Leichnam von Pius X. im Petersdom

Am 2. August, als die Kriegserklärung Tatsache geworden war, richtete er ein „Mahnwort an die Katholiken der ganzen Welt“, aus dem der ganze Schmerz spricht, den sein Vaterherz angesichts des Völkermordens empfand. Oft hörte man ihn in den folgenden Tagen die Worte wiederholen: „Ich möchte mein armes Leben hinopfern, um den Untergang so vieler meiner Kinder zu verhüten.“
Einmal stöhnte er auf: „O dieser Krieg! Ich spüre, dieser Krieg ist mein Tod.“

Leider hatte seine Ahnung ihn nicht getäuscht. Am 15. August überfiel ihn ein Unwohlsein, das sich bald verschlimmerte. Als die große Papstglocke den Römern verkündete, daß Pius im Sterben liege, füllten sich die Kirchen mit Gläubigen, die Gott um sein Leben anflehten und oft ihr eigenes zum Opfer anboten. Aber Gott hatte es anders beschlossen. Am 20. August, noch ehe der Morgen graute, gab Pius X. seine Seele in die Hand seines Schöpfers zurück. Er hatte sein Werk vollendet.
(aus: Kirch/Rodewyk, Helden des Christentums III, 430f).

Die Sakristei

Da gehts zur Sakristei

Summe der Päpste

Dieses Monument ist durch zwei Korridore mit der Basilika verbunden, wobei nur eine davon dem Publikum zugänglich ist. Die Sakristei befindet sich in einem Bereich, wo früher ein kaiserliches Mausoleum errichtet worden war und bis zum Ende des 5. Jahrhunderts fortbestand.

Seiner runden Form nach wurde es Rotunda genannt. Auf der rechten Seite findet man einen 3,16 Meter hohen und 2,02 Meter breiten Grabstein aus Carrara Marmor.

Petrus

In großen Lettern sind hier die Namen von 147 in der Basilika beigesetzten Päpsten eingraviert. Zu lesen sind immer der Name und das Jahr ihres Todes. Einzige Ausnahme ist der Heilige Peter 64 vel 67. Das bedeutet, dass Petrus an einem Tag zwischen dem Jahr 64 und 67 auf dem vatikanischen Hügel den Märtyrertod starb. Einer Legende zufolge waren die ersten Päpste alle rund um das Grab des Petrus beigesetzt worden.

Korridor zumr Sakristei

Der längere der beiden parallelverlaufenden Korridore ist ausschließlich als Durchgang für Geistliche während der Gottesdienste da. Der Korridor durch den wir gehen durften, hat eine Breite von 3,57 Meter, ist von Rundbögen gestützt und ca. 22,70 Meter lang. Der Korridor wird von 4 Fenstern, die auf die Vatikanstadt zeigen, beleuchtet.

 

Die Vatikanischen Grotten

Sie sind nicht zu verwechseln mit der Vatikanischen Nekropole, einem antiken Friedhof, der sich noch tiefer befindet. Papst Pius XII ließ unter der Kirche das Petrusgrab suchen. Gefunden wurden 22 Mausoleen und zwei offene Gräber. An einer Wand fand sich die eingekratzte Inschrift: „Petrus Rogat“, d. h. „Petrus fragt“ oder „Petrus bittet“.

Wir durften eigentlich in den Grotten nicht fotografieren, daher hier nur zwei Bilder.

Die Grotten befinden sich unter der Ebene der Kirche, allerdings höher gelegen als die konstantinische Basilika aus dem IV.. Jahrhundert.

Der gewaltige Untergrundfriedhof der St. Peters Basilika ist bekannt als die vatikanische Grotte. Sie beherbergt die vielen Grotten von Päpsten, Heiligen, aber auch Gräber von Königen und Königinnen vom 10. Jahrhundert an.

Einige Päpste sind auch in der Basilika begraben; und einige wenige in anderen Kirchen Roms.

Im rechten Seitenschiff der Unterkirche die Grablegen von Pius XII., Johannes XXIII., Paul VI., und Johannes Paul I.. Das Grab von Paul VI. ist eines der schlichtesten Papstgräber, ein Erdgrab, mit einer einfachen Platte aus kastanienfarbenen Travertin verschlossen. Die vatikanischen Grotten befinden sich auf dem Bodenniveau derr konstantinischen Basilika. Hier sind auch 23 der insgesamt 164 Papstgräber der Basilika St. Peter, in möglichster räumlicher Nähe zum Apostelgrab, dem Grab des ersten Papstes. Um das Petrusgrab herum, das auch hier die räumliche wie geistige Mitte bildet, sind fünf Nationalkapellen angeordnet werden.

Die Grabstätte des Johannes Paul II war dort, wo zuvor Johannes XXIII gelegen hatte, der wurde 2001 nach seiner Seligsprechung in die Kapelle verlegt. Johannes Paul II ruht in einem Sarg aus Zypressenholz, welcher in einem verschlossenen Zinksarg, umschlossen von einem Eichensarg liegt. Anders als seine Vorgänger hatte er einen simplen Stein mit seinem Namen und Daten haben wollen, statt eines verzierten Sarkophag.

Das ist die Ansicht des Petersdom im Bereich der Außentüren

Insgesamt erschlägt einen einfach die Größe, und der viele Prunk. Man merkt das ja schon an den Bildern, obwohl wir sicherlich einiges nicht gesehen haben, wie die Nekropole. Das sind Gräber, die noch unter den Gräbern, der vatikanischen Grotten sind. Aber man kam leider nur mit Voranmeldung hinein. Wir hatten natürlich keine, denn wer sagt einem denn, dass es einen Untergund unter dem Untergrund gibt. Oder auch die Sakristei, bzw. das „Geschenkearsenal des Vatikans“. Es fehlt einfach die Zeit.

Nun mussten wir aus dem Untergrund hinaus in die luftigen Höhen des Petersdom. Was heißt wir? Eigentlich nur ich, denn meine Frau kann ich dazu nicht motivieren.

Kuppel des Petersdoms

Also hier noch einmal die Kuppel. der erste Weg führt von unten in die Kuppel, dort kann man dann auch mit Blick auf den Innenraum rundherum laufen. Bis hierher würde auch der Aufzug fahren. Danach geht es nur zu Fuß, aber genug der Vorworte, hier klicken für ein derartiges Erlebnis.

Und hier noch einmal alles Links des Vatikans:

Der deutsche Friedhof im Vatikan

Bis in die Kuppel des Petersdoms

Die Gärten des Papstes

Die Vatikanischen Museen

Castel Gandolfo, der Sommersitz des Papstes

Ein Kommentar zu “Vatikan

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