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Vatikanische Museen

Die Vatikanischen Museen

Wendeltreppe bzw. Spiraltreppe  zum Vatikanischen Museum von Giuseppe Momo (1932)

Ja, da mussten wir also die große Wendeltreppe herunter, um in die Vatikanischen Museen zu landen.

Ich schreibe immer von den „Vatikanischen Museen“, also in der Mehrzahl. Das ist so auch richtig, man geht zwar in eines, aber im Laufe der Zeit wurde immer mehr erweitert, so dass man schon merkt, dass es sich um unterschiedliche Sammlungen und auch unterschiedliche Gebäude handelt.

Hier sieht man die Hauptgebäude der Vatikanischen Museen

Wer glaubt, dass wir hier auf einer Seite alles darstellen können, den muss ich aber leider enttäuschen. Wir haben wahrscheinlich nur einen kleinen, sehr kleinen Teil innerhalb der Führung sehen können. Der Papstpalast besteht aus einem Gebäudekomplex, der etwas 55000 qm Grundfläche und über 1300 Räume hat.

Noch ist hier die Ruhe vor dem Sturm.

Der Papst und seine Mitarbeiter nutzen davon nur einen ganz kleinen Teil, während der Rest Besuchern geöffnet wird.

Der Eingang zum Museum ist auf der Nordseite, durch einen zum Heiligen Jahr 2000 neu errichteten Eingangsbereich. Wenn man keine gebuchte Führung hat, die dann den direkten Zugang beinhaltet, der sollte sich auf fast endlose Wartezeiten einstellen. Schon um acht Uhr morgens sah man Schlangen von fast 500 Metern Länge. Also auf jeden Fall eine Führung buchen.

Außeneingang zum Museum

Der Reichtum der Kirche an Kunstschätzen veranlasste die Päpste, die Malereien und Skulpturen auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Unter Papst Klemens XIV. (1769-1774) und Papst Pius VI. (1775-1799) wurden die die Päpstlichen Galerien eingerichtet.

Papst Gregor XVI. (1831-1846) eröffnete 1837 das Etruskische Museum  Museo Etrusco, das Ausgrabungen aus Etrurien enthält und 1839 das Ägyptische Museum mit Ausgrabungen aus Ägypten und Denkmälern.

Sie sehen also, es wurde nicht das Museum geschaffen, sondern eine Vielzahl ineinander verschachtelter Museen. Aber fangen wir einfach mal an.

Cortile della Pigna

Der Pinienzapfen und die Pfauen. Hochmittelalterliche Quellen bezeugen die Präsenz der Pfauen in der Gegend des Mausoleums Hadrians (117-138 n. Chr.), der heutigen Engelsburg.

Das bedeutet so viel wie „Hof des Pinienzapfens. Das hört sich komisch an, ist aber wirklich so gemeint. Er sollte den Palast des Papstes Innozenz VIII. (1484-1492) mit der von Papst Sixtus IV. (1471-1484) erbauten Sixtinischen Kapelle verbinden. Der Hof erhält seinen Namen von einem riesigen, fast 4 Meter hohen Bronzepinienzapfen. Im Mittelalter wurde der wahrscheinlich aus der Nähe des Pantheon in die Vorhalle der alten Peterskirche gebracht und von dort 1608 zu seinem jetzigen Standort transportiert. Im Christentum gilt die Pinie als Lebensbaum und ihre Blütenzapfen werden als Symbole der Auferstehung und der Unsterblichkeit angesehen.

Unterhalb des Aufgangs zum Nicchione im Hof des Pinienzapfens wurden zwei Löwenskulpturen aus Ägypten aufgestellt.

An den Seiten befinden sich zwei Bronzepfauen, Kopien der Originale aus dem 2. Jhd. n. Chr., die im „Braccio Nuovo“ (Teil der Museen, 1806 von Pius VII. beschlossen und 1817 gebaut) aufbewahrt werden.

Das Kunstwerk „Sfera con Sfera“ harmoniert so hervorragend mit der Kuppel des Petersdoms.

Genau gegenüber des Pinienzapfens ist ein Kunstwerk namens „Sphere Within Sphere“ („Sfera con Sfera“) des italienischen Bildhauers Arnaldo Pomodoro (geb. 23.6.1926 in Morciano di Romagna). Diese „Kugel in der Kugel“ stammt jedoch aus der Neuzeit. Modern art meets classic also. Der Künstler arbeitet seit 1954 in Mailand und schuf diese futuristisch aussehende Bronzeskulptur im Jahre 1990. Er schenkte sie dem Vatikan. Die wirklich riesige Plastik hat einen Durchmesser von 4 Metern. Sie besteht aus zwei ineinander verschachtelten Metallkugeln, wobei die äußere entgegen dem Uhrzeigersinn rotiert. Weitere Skulpturen aus dieser Serie werden u.a. vor dem Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York und auf dem Campus der University of California in Berkley ausgestellt. Der Weg zum Hof „Cortile Ottagono führt über eine Treppe und einen langen Gang mit schönen Wand- und Deckenmalereien. Es handelt sich hierbei um ein Tonnengewölbe. Es ist über der Treppe zum Belvedere Palast.

Treppe zum Belvedere Palast

Dann kommen wir zu diesem achteckigen Hof. Er wurde so angelegt von Clemens XIV.

Gott der Schönheit

Unter den bekanntesten Statuen ist die Statue des Gottes der Schönheit, der vielleicht am ausgestreckten Arm einen Bogen trug und in der Hand einen Pfeil hielt. In der Nähe dann der Flussgott Tigris oder Arno, der auf einem Schlachtensarkophag der Griechen und Amazonen liegt.

Der Flussgott

Auf dem Sarkophag selber wird ein Kampf zwischen Griechen und Amazonen dargestellt. im Hintergrund links und rechts zwei Satyr-Skulpturen (Figuren der griechischen Mythologie.

1506 wurde dann die berühmte Laokoon-Gruppe aufgestellt, die man auf dem Esquilin-Hügel im Goldenen Haus Neros gefunden hatte. Es handelt sich hierbei um eine römische Kopie aus dem 1. Jhd. n.Chr.

Laokoon-Gruppe mit einem tiefen Ausdruck menschlicher Verzweiflung und dem Leiden im Todeskampf. Sie beeinflusste in hohem Maße die Künstler der Renaissance, vor allem Michelangelo.

Das Werk wurde von Julius II. für den Vatikan erworben und dort aufgestellt. Die Skulptur stellt den trojanischen Priester des Apollos Laokoon dar. Dieser wurde, weil er seine Mitbürger vor dem im Holzpferd versteckten Betrug gewarnt hatte, von der zornigen Athene zusammen mit seinen zwei Söhnen zum Tode verurteilt, nämlich als Opfer von Meeresschlangen.

Alles gut bewacht

Während wir einige Kunstwerke ansahen wurden wir immer auch von Polizei beobachtet. Toller Job, den die da haben.

Gebäudefront im Hof „Cortile Ottagono“. Der Innenhof iist mit einem Netz überspannt. Evtl. weg der Vögel??

Der nächste Saal, in den man kommt ist dann der

Sala degli Animali

Das ist der Saal der Tiere, der Tierstatuen aus römischer Zeit enthält, die Ende des 18. Jahrhunderts restauriert wurden. Die kuriose Sala degli Animali enthält zumeist Skulpturen verschiedenster Tierarten, die alle durch den Bildhauer Francesco Franzoni (1734–1818) gefertigt oder aus antikem Bestand restauriert wurden.

Der Sala Degli Animali besteht aus 2 Räumen, die

hauptsächlich alte Tiere ausstellen. Es gibt ca. 150 verschiedene Tiere in unterschiedlichen Posen. Dann geht man weiter zur Statuen Galerie, der

Galleria delle Statue.

Im hinteren Bereich sieht man die Statue Meleager (Held der kaledonischen Jagd) mit Hund und Eberkopf

Sie enthält acht Statuen der Musen und als Führer der Künste, einen Apollo Kitharoedos, welche allesamt im achtzehnten Jahrhundert bei den Ausgrabungen in der Hadriansvilla zu Tage traten. Im Mittelpunkt des Saales kann man den sogenannten Torso vom Belvedere bewundern, ein Werk das früher in der Torsohalle aufgestellt war und bei dem sich bereits Michelangelo Anregungen geholt hatte.  Auch diese Skulpturen wurden vom Architekten Simonetti dem achteckigen Grundriss des Saales entsprechend angeordnet.

Deckengemälde im Sala delle Muse in den Vatikanischen Museen.

Die Galleria delle Statue war einst eine offene Loge des Palastes von Papst Innozenz VIII. und wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in eine Skulpturengalerie umgewandelt. Sie enthält wertvolle römische Statuen, einige davon sind Kopien von Werken aus der klassischen griechischen Periode (V.-VI. Jahrhundert v. Chr.).

In dieser Gruppierung Apollo ist mit Caliope, der Muse der Elegie zu sehen.

Der Saal der Musen, der im Jahr 1784 für Besucher geöffnet wurde, war entworfen worden, um eine Reihe an Skulpturen aus

Muse Statuen in den Ruinen der Villa von Claudius gefunden gehören Clio, Muse der Geschichte … Urania, die Muse der Astronomie … Thalia, Muse der Komödie.

zustellen, die in der sog. Villa di Cassio bei Tivoli gefunden worden waren: zahlreiche Musenstatuen, ein Apollon Musagete, eine Athene, Hermen und Büsten bekannter griechischer Persönlichkeiten, die auf die hadrianische Epoche zurückzuführen sind. 

Weil man immer mal wieder aufs Neue deuten will, glaubt man, die Figur ist eine Skulptur des griechischen Helden Ajax, der über den Selbstmord nachdenkt. Na ja, irgendwie wirkt er, als ob das schon geklappt hat. Evt. indem er unter die Straßenbahn gekommen ist.

In diesem Saal befinden sich Statuen der Musen und Dichter. Alle sind römische Kopien der griechischen Original. In der Mitte steht der berühmte „Torso des Belvedere“, ein Original des Athener Bildhauers Apollonios aus dem 1. Jahrhundert v. Chr.

Melpomene, Muse der Tragödie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der in der Renaissance und dem Klassizismus vielbewunderte Torso besitzt eine überaus kräftige und männliche Muskulatur. Weiter geht es zur

Sala Rotonda

Panorama Foto vom Sala Rotonda

Das Mosaik aus dem 3. Jhd. stammt aus den Thermen von Otricoli, das ist eine Ortschaft in der Region Umbriochen.

Der sogenannte runde Saal wurde von Michelangelo Simonetti erbaut und entspricht ganz dem klassizistischen Geschmack des ausgehenden 18. Jahrhunderts (1779 erbaut). In der Tat weist

Kuppel Sala Rotonda

die Kuppel eine Durchmesser von 21,60 Meter auf und ahmt damit die des Pantheons nach. Der Raum hat eine Reihe von Nischen, die Kolossalstatuen aufnehmen; dazwischen tragen Halbsäulen Büsten großer Dimension. Auf dem Boden sind sehr schöne Mosaike aus dem 18. Jahrhundert zu sehen. Diese wurden zu dem Zeitpunkt dort aber nur eingebaut, entstanden sind sie bereits Anfang des 3. Jhd. n. Chr.

Die Schale ist die größte Steinschale der Antike aus einem Stück. Links die Statue der Hera aus dem 2.Jhd. n. Chr.. Mittig halt der Herkules und rechts die Kolossalstudie der Ceres. sie ist die römische Göttin der Fruchtbarkeit, Ehe und des Ackerbaus

Im Mittelpunkt des Saals befindet sich ein großes Becken aus rotem Porphyr, das mit den modernen Vervollständigungen 13 Meter Umfang, bzw. 5 Meter Durchmesser erreicht. Es muss wohl einen großen öffentlichen Raum im kaiserlichen Rom geschmückt haben. Wahrscheinlich stammt sie aus Neros goldenem Haus.

Eindrucksvoll ist auch der Herkules aus vergoldeter Bronze aus dem Ende des

Man fand ihn 1864 in der Nähe des Pompejus-Theaters und schenkte ihn wenig später Papst Pius IX..

Bei der Auffindung war das Werk horizontal in einem Graben gelagert und mit einer Travertinplatte bedeckt, auf der die Buchstaben F C S (Fulgur Conditum Summanium) eingraviert waren. Der Herakles wurde also von einem Blitz getroffen und nach Brauch der Römer hatte er eine rituelle Bestattung zusammen mit Resten eines Lammes erhalten. Dazu gibt es auch eine kleine Geschichte:

Kaum eine Bronzestatue überlebte die Zeit des metallarmen Mittelalters. Als ein reicher Bankier 1864 seinen Palast renovieren ließ, fanden Arbeiter in dem abgeräumten Erdreich im Hof einen Finger aus Goldbronze. Daraufhin übernahm der päpstliche Kommissar der Altertümer selbst die fachmännische Leitung der weiteren Grabungen. Tatsächlich entdeckte man eine sorgfältig abgestützte weiträumige Kammer, in der die wohlerhaltene Statue des Herakles lag, nur der Finger fehlte ihm.

Die Statue stellt einen jungen Herakles dar, der sich auf die Clava (eine Keule) stützt und Äpfel der Hesperiden in der linken Hand hält.

Sala a Croce Greca

Danach kamen wir in den „Saal in griechischer Kreuzform“. Geplant wurde er während des Pontifikats von Biua VI. Braschi (1775-1799). Mittendrin ist ein wunderbares Mosaik, das ins Auge sticht. Es ist ein Werk aus dem 3. Jahrhundert aus Tusculum (im Altertum war das eine Stadt südöstlich von Rom in den Albaner Bergen).

Außerdem sind zwei kolossale Sarkophage zu sehen. Zum einen der von der hl Helena (IV. Jahrhundert), Mutter von Konstantin (306-337).

 

Das Mosaik im Saal des griechischen Kreuzes (Sala a Croce Greca), so benannt nach seiner Form, zeigt im Zentrum eine Athena mit dem Haupt der Medusa auf ihrer Rüstung.

 

Dies ist der Sarkophag für die sterblichen Überreste einer der Tächter des Kaisers Konstantin. Wahrscheinlich war es Constantina, die 354 n. Chr. gestorben ist. Zuerst stand er in der Basilika S. Agnese, zwischen 1467 und 1471 wurde er dann auf den Platz S. Marco verlagert und 1790 gelangte er von 40 Ochsen gezogen in den Vatikan.

Er stammt aus dem ihr gewidmeten Mausoleum auf der Via Labicana. Und zum anderen der Sarkophag von Constantina, der Tochter des Kaisers Konstantin. Material ist roter Porphyr, ein vulkanisches Gestein. Vier Löwinnen fungieren als Stützen. Als Muster auf den vier Seiten sind Blättergewinden und Weinranken angebracht, dazwischen Figuren bei der Weinlese, bzw.  Pfauen.

Vom Sala a Croce Greca kann direkt zurückschauen in das Museo Pio Clementino, also in die Sala Rotonda.

Dabei sieht man ein imposantes Eingangsportal, das von zwei ägyptisierenden Stützfiguren (Telamone) in rosa Granit flankiert wird; sie sind auf die Anfänge des 1. Jh. n. Chr. zu datieren.

Weiter geht es dann eine Treppe hoch, wo man in die

Vatikanische Pinakothek

kommt. Wie geht auf Papst Pius XI. (1922-1932) zurück. In 18 Sälen sind 460 Meisterwerke der berühmtesten Künstler der italienischen Malerei zu bewundern und wurde eröffnet am 27. Oktober 1932.

Zur Vatikanischen Pinakothek

Die bekanntesten darunter sind Raffael, Leonardo da Vinci, Caravaggio (Kreuzabnahme), Tiziano, Veronese, Perugino, Giotto und Crespi.

Viele Bilder stammen aus dem Petersdom. Wie ich bereits auf der Seite über den Petersdom schrieb, sind dort die Bilder von Mosaiken derselben ersetzt worden und die Bilder in die Pinakothek ausgelagert, was sicherlich auch dem Erhalt und der Sicherheit geschuldet ist.

Auf diese Weise wurde auch das jahrelange Problem der Ausstellung der Gemälde gelöst, die ständig innerhalb der Apostolischen Paläste ihren Standort wechselten, weil es an geeigneten Räumlichkeiten fehlte.

Natürlich viel zu viel, um während einer Führung alles zu sehen. Denn vor allem als Gruppe war in den Gängen ein sehr schlechtes Durchkommen, es waren einfach zu viele Touristen unterwegs. Daher haben wir die einzelnen Säle nicht besichtigen können, sondern hielten uns auf dem Hauptgang. Dort kamen dann drei verschiedene Galerien nacheinander:

Galleria dei Candelabri (Galerie der Kandelaber);
Galleria degli Arazzi (Galerie der Wandteppiche);
Galleria delle Carte Geografiche (Galerie der Landkarten).

Galleria dei Candelabri

Titel: „Die Harmonie zwischen Glaube und Wissenschaft.“ Deckenfresko in der Galleria dei Candelabri

Aber selbst dort ist nichts an freier Wand oder Decke zu sehen, sondern Kunst ohne Ende.

Erbaut im Jahre 1761 war sie ursprünglich eine offene Loggia. Die Deckengemälde stammen aus den Jahren 1883-1887. auf dem gesamten langen Gang sind römische Statuen ausgestellt, Nachbildungen von griechischen Originalen aus der hellenistischen Periode (III-I Jahrhundert v.Chr.)

Titel: „Die göttliche Gnade und die menschliche Arbeit“

und, in Bogenhöhe, große aus Otricoli stammende Kandelaber (profan ausgedrückt: Kerzenständer) aus dem 2. Jahrhundert n.Chr..

Titel: „Sieg durch den Rosenkranz in Lepanto“  Der Krieger und die Victory mit einem Rosenkranz

Dort waren sehr schöne Deckengemälde zu sehen und auch Statuen in den Nischen. Ich zeige hier einfach einmal einige davon:

 

Römische Kopie der Artemis von Ephesos
Artemis ist in der griechischen Mythologie die Göttin der Jagd, des Waldes, des Mondes und die Hüterin der Frauen und Kinder. Sie ist die Tochter des Zeus. Ihr entspricht Diana in der römischen Mythologie. Artemis galt immer als Fruchtbarkeitssymbol, daher auch die vielen Brüste.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Stern zu Bethlehem als Mosaik. Viele Künstler im Mittelalter haben den Stern von Bethlehem als Kometen dargestellt.

Galleria degli Arazzi

(Galerie der Wandteppiche)

Die Auferstehung Christi Wandteppich in der Galleria degli Arazzi

Man findet hier flämische Gobelins angefertigt in Brüssel in der Werkstatt von Pietre van Aelst zur Zeit von Klemens VII (1523-1534) nach Motiven von den Schülern Raffaels.

Anbetung der Hirten

Zum ersten Mal wurden sie in der Sixtinischen Kapelle 1531 angebracht und dann 1838 zur Ausstellung in diese Galerie verlegt.

Deckenfresken in der Galleria degli Arazzi

Unser Fall waren die Teppiche nicht, dennoch ganz interessant, aber halt nicht so schön farbenfroh, wie vieles andere. Daher hier auch nur wenige Bilder davon. Im weiteren Verlauf wurde es dann wieder farbiger und zwar in der

Galleria Delle Carte Geografiche

(Galerie der Landkarten)

Ligurien mit dem Schiff Andrea Doria und die Darstellung von Christoph Kolumbus als römischer Kaiser mit der Aufschrift: „Christoph Kolumbus Entdecker der Neuen Welt“

Ligurien solche Schilder waren immer über den Darstellungen angebracht.

Mit der Entwicklung der Kartographie im 16. Jh. kamen Landkarten als Palastdekoration in Mode. Dieser Galeriegang ist 120 m lang.

Der Name kommt von den 40  geographischen Karten, die in Form von Fresken an den Wänden sind. Sie bilden die italienischen Regionen und die Besitztümer der Kirche zur Zeit von Papst Gregor XIII. (1572-1585) ab.

Kalabrien, von dem man davon ausgeht, Hannibal hätte drei Winter 206-203 v. Chr. dort verbracht.

Gemalt wurden sie in den Jahren 1580-1585 nach Bildern des damals berühmten Geographen Ignazio Danti.

Civitavecchia mit einem Frachtschiff, das den Obelisk von Psammetich II nach Rom transportiert , später wurde er auf der Piazza Montecitorio platziert

Jede Karte wurde mit dem Stadtplan der regionalen Hauptstatt versehen. auf der einen Seite sind die Karten der Regionen am ligurischen und tyrrhenischen Meer, auf der anderen die Adria-Regionen. Auch die Deckengestaltung war sehr interessant, zum Teil noch mehr, als die Landkarten. Ich füge hier ein paar Bilder der Decke ein. Wenn Sie sich die ansehen, dann denken Sie einmal nach, wie man so etwas malt. Ja malt, denn die sind nicht so dreidimensional, so wie sie aussehen, sondern nur gemalt, ohne irgendwelche plastischen Beifügungen. Gerade weil das so toll wirkt, hier auch einmal ein paar Bilder mehr.

Keine Fresken, nur Farbe auf glatter Gewölbedecke. Sie stammt von Girolamo Muziano und seiner Werkstatt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über einer Tür sind gleich zwei Papstwappen zu sehen, oben das Wappen von Gregor XIII. Boncompagni mit dem Drachen und unten das von Urban VIII. Barberini mit den Bienen.

 

Damit sind wir fast am Ende unserer Führung. Wirklich zu Ende war die natürlich in der Sixtinischen Kapelle, die nach unserer Meinung jeder einmal gesehen haben muss. Und da ist unser Problem. Ich kann Ihnen keine Bilder zeigen. Zum einen waren wir im August da, wohl der Grund warum die Kapelle absolut abgedunkelt war. Fast kein Licht von außen, anscheinend um die gerade sanierten Gemälde und Fresken zu schützen. Dann war die Kapelle voller Touristen und das meine ich genauso. Hunderte standen eng an eng und staunten über die Bilder, die man aufgrund der Dunkelheit kaum wahrnehmen konnte. Das hätte mich vom fotografieren (natürlich ohne Blitz) auch nicht abhalten können. Ein gutes Bildbearbeitungsprogramm hätte da schon das optimale herausgeholt. Doch dann war zusätzlich die Policia sehr gut vertreten. Sobald es etwas lauter wurde, Hunderte Touristen machen natürlich Lärm, riefen Sie „Silenzio“, was natürlich nichts brachte. Nur unsere Führerin sagte, wir sollten auf keinen Fall laut sprechen und auch nicht fotografieren, man liefe sonst Gefahr rausgeworfen zu werden. Na ja, das war deutlich. Also müssen Sie wohl oder übel selber mal hin. Allerdings haben wir für 10 Euro einen sehr gut gemachten Bildband in deutscher Sprache über die Sixtinische Kapelle gefunden. Dafür können Sie den nicht selber schreiben und die Bilder sind wirklich grandios.

Wenn Sie nach Rom und in den Vatikan fahren, dann noch ein letzter Tipp:

Wenn Sie über die Vatikanischen Museen in die Sixtinische Kapelle kommen, dann ist gegenüber des Einganges, also einmal ganz durch die Kapelle der Ausgang. Nehmen Sie auf jeden Fall den rechten Ausgang. Der ist beschildert als „Ausgang für Gruppen“, es hält Sie niemand auf, sollten Sie dennoch Angst haben, dann Warten Sie auf eine Gruppe und gehen einfach hinterher. Vorteil: Sie kommen direkt zum Petersdom und brauchen nicht erst wieder draußen Schlange stehen. Nehmen Sie den anderen Ausgang, dann sind Sie raus.

Auch noch zu beachten:

Sonntags sind die Museen geschlossen. Außer am letzten Sonntag im Monat, wenn von 9 – 12 Uhr der Eintritt frei ist. Samstag sollte man natürlich auch vermeiden, dann sind die Städtereisenden übers Wochenende da und stauen sich.

Im Sommer haben die Museen freitags sogar von 19 – 23 Uhr geöffnet.

Sie sollten genau wie wir Führungen bereits von zu Hause buchen, dann kommen Sie ohne Anstehen hinein und haben zudem ein wenig Erklärung. Denn bei allem, was zu sehen ist, können Sie sich vorher nicht informieren. Das sehen Sie doch schon an unseren Vatikan Seiten.

Mittwochs sollte man von einem Besuch absehen, da der Papst an diesem Tag seine Generalaudienz abhält – falls er in Rom verweilt. Diese findet jeden Mittwoch um 10.30 Uhr statt und zieht viele Gläubige an.

So das war es eigentlich, hier noch einmal die Links auf die parallelen Seiten über den Vatikan. Wir hoffen, es hat gefallen und macht Ihnen ein wenig Lust auf mehr.

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