Schultze mit tz

Forum Romanum

Forum Romanum

– hoffentlich nicht zu trocken aufbereitet

Erstaunlich, was in Rom vor Jahrhunderten auf engstem Raum gebaut wurde, auch, wenn man heute anhand weniger Steine schon viel Vorstellungskraft braucht, um die einzelnen Gebäude vor Augen zu sehen. Ketzerisch gesagt: „In Deutschland hätte man schon vor Jahrhunderten alles beiseitegeschoben und neu gebaut“. Trotzdem war das Forum Romanum sehr interessant. Hier eine vorsichtige Simulation, die ich auf der Seite einer Schule fand.

Aufbereitetes Gesamtbild des Forum Romanum. Das Bild wurde übernommen von der Internetseite des Hahn Gymnasiums Monheim am Rhein, vielen Dank dafür.

Bevor ich zu den Bildern komme, hier ein paar Informationen aus dem Internet vorab.

Sumpfgebiet und Begräbnisstätte 10.-7. Jahrhundert v. Chr.

Am Anfang der Besiedelung war hier ein Sumpfgebiet. Zwischen dem 10. und 9. Jahrhundert v. Chr. wurde es als Begräbnisstätte genutzt. Mit dem Zusammenschluss der einzelnen Siedlungen zur Stadt Rom in der ersten Hälfte des 8. Jhd. v. Chr. wurden wir (jetzt innerhalb des Stadtgebietes) nur noch Kinder beigesetzt, bis dieser Brauch auch Ende des 7. Jhd. v. Chr. aufgegeben.

Das Forum zur Zeit des Königtum (bis 509 v. Chr.)

Die ständige Besiedlung des Tales wurde erst möglich durch den Bau der Cloaca Maxima, einer Abwasseranlage, die in der Zeit des ersten etruskischen Königs Tarquinius Priscus entstand und die sich noch heute unter dem Forum befindet. Um 600 v. Chr. entstand ein erstes Forum auf einem Plateau aus gestampfter Erde. Nach und nach entstanden immer mehr politisch und religiös geprägte Bauten, aber auch Stätten des Handels. Hier befand sich auch die Regia (Residenz des Königs, errichtet ca. 525 v. Chr.) sowie das erste Comitium, den Sitz der ersten politischen Vertretung der Stadt). Um etwa 570 v. Chr. entstand das heute leider nicht mehr zugängliche Heiligtum des Vulkan, das sich unter dem Lapis Niger befindet. Dort soll der Überlieferung nach Romulus von den Senatoren wegen seines despotischen Machtmissbrauchs ermordet worden sein.

Überblick über das Gelände

Das Forum zur Zeit der Republik (5.-1. Jhd. v. Chr.)

Nach der Vertreibung des letzten Königs (509 v. Chr.) wurden Bauwerke errichtet, die den Institutionen der neuen Republik als Wirkungsstätte dienten, wie die Rednertribüne, von der die Magistrate sprachen. Der Tempel des Saturns wurde errichtet als Aufbewahrungsort des Staatsschatzes ebenso wie der Dioskurentempel.

An jeder Ecke stehen die „alten“ Römer, aber immer in voller Montur.

Seit dem Ende des 4. Jhd. v. Chr. wurden auf dem Forum verstärkt Ehrenstatuen aufgestellt, die vor allem individuelle meist militärische Erfolge rühmten. Um die Mitte des 2. Jhd. hatte deren Zahl so zugenommen, dass die Zensoren des Jahres 158 v. Chr. (Publius  Cornelius Scipie und Marcus Popillius) sie fast alle entfernen ließen. Im 3. Jhd. wurde im Norden des Forums das Macellum (der Markt) errichtet. Ab dem 2. Jhd. v. Chr. entstanden die ersten Basiliken. Zugleich wurde das Tabularium (Staatsarchiv) erbaut.

Unter Caesars Herrschaft wurde das antike republikanische Forum entscheidend umgestaltet. Die alte Curia Hostilia aus der Zeit des Sulla wurde durch die neue Curia lulla ersetzt. Als Erweiterung des Forums entstand das Caesar Forum.

Das Forum zur Kaiserzeit (ab Ende des 1. Jhd. v. Chr.

Kaiser Augusts ließ den Tempel des Caesar als ersten Monumentalbauch auf dem Forum einrichten, sowie den Augustus-Bogen zu Ehren des Sieges über die Parther.

Sicht auf Monument Vittorio Emanuele

Die nachfolgenden Kaiser gaben dem Platz letztendlich den berühmten monumentalen Charakter durch den Bau weiterer Repräsentationsbauten, die dem Tempel des Vespasian und Titus oder der des Antonius Pius und der Faustina. Nach den Bränden im Jahr 64 n.Chr. während Nero regierte und weiteren Bränden vom 2. Jhd. bis in die Spätantike, waren jeweils umfangreiche Erneuerungsarbeiten nötig, wie der fast vollständige Neubau des Tempels der Vesta und des Hauses der Vestalinnen, im Jahre 191. Im Westen des Forums wurden viele Bauten (Curia, Saturntempel, Basilika Iulia) durch den Brand 283 (Kaiser Carinus) zerstört und unter Diokletian wieder aufgebaut. Zu Beginn des 3. Jhd. errichtete Septimus Severus seinen Triumpfbogen, ebenfalls zu Ehren des Sieges über die Parther. Während der Plünderung der Stadt durch Alarich im Jahr 410 entstanden zahlreiche Schäden, z.B. an der Basilika Iulia oder der Bau einer Säule zu Ehren des byzantinischen Kaiser Phokas.

 

Saturntempel und Phokas-Säule

Saturntempel links und Phokassäule rechts daneben. Die Säule sieht wesentlich kleiner aus, als sie mit ihren 13,6 Metern ist.

Der Tempel steht auf einem hohen Podium und beherrscht diesen Teil des Forums,

Tempel des Saturn

der nahe dem Kapitol liegt und ist der Größte der drei Tempel. Auf dem Podium erheben sich die Säulen der ehemaligen Vorhalle (des Poranos). Der erste Bau an dieser Stelle, eine Art Altar, stammt aus

Bild Johann Georg von Dillis, ein deutscher Maler (1759-1841): Das Forum Romanum beim Saturntempel

den ersten Jahren des 5. Jhd. v. Chr. Er diente zu dieser Zeit als Aufbewahrungsort des Staatsschatzes. Im Jahr 42 v. Chr. wurde unter Lucius Munatius Plancus mit seinem Wiederaufbau begonnen. Der heutige Architrav, das ist der Querbalken, trägt eine Inschrift, die von einer erneuten Wiederaufrichtung im Jahr 283 n. Chr. berichtet. Wahrscheinlich war der Tempel zuvor bei einem Brand stark zerstört worden.

Die Phokas-Säule wurde im Jahr 608 zu Ehren des Kaisers Phokas errichtet und war

Phokas Säule

das letzte öffentliche Bauwerk das während der Antike auf dem Forum Romanum errichtet wurde.

Ursprünglich war oben die vergoldete Statue des Kaisers drauf. Die Säule ist aus Carrara Marmor und 13,60 m hoch. Am Fuß des Sockels ist eine lange Inschrift, die dem Kaiser huldigt. Als die Säule aufgestellt wurde, war aber die Macht Roms nicht mehr so glänzend, den bereits 550 n. Chr. wurden Rom und Italien durch die Goten verwüstet. In den folgenden Jahrzehnten verlor das Forum Romanum seine Bedeutung und wurde dann zur Weide.

 

Tempel des Vespasian und des Titus

Der Tempel war in eine schmale Lücke zwischen Concordia- und Saturn-Tempel gedrängt und war ca. 22 x 33 Meter groß. Er beinhaltete zwei Kulträume für die beiden Herrscher, obwohl die Inschrift ursprünglich nur Vespasian nannte. Diese Inschrift ist heute weitgehend verloren, wurde aber durch einen Pilger des 8. Jahrhunderts aufgezeichnet. Der Bau wurde ab 79 n. Chr. errichtet, dann aber erst 87 n. Chr. geweiht. Erbauer war Domitian, der damit seinen Vater Vespasian und seinen Bruder Titus ehren wollte. Außer ein wenig vom Podium ist nichts mehr zu sehen.

 

Concordiatempel

In Rom war der Tempel der Concordia einer der prächtigsten.

Concordiatempel Errichtung des ersten Tempels wahrscheinlich Mitte des 4 Jhd. v. Chr., Umbauten dann 121 v. Chr. und 10 n. Chr.

Er befindet sich neben dem Tempel des Vespasian.

Concordiatempel

Die noch sichtbaren drei korinthischen Säulen sind 15,20 Meter hoch und gehörten zur Vorhalle. Das Fest der Concordia (Göttin der Eintracht) fand immer am 16. Januar statt.

Es erinnerte an die Einweihung des Tempels anlässlich der Versöhnung zwischen Plebejern und Patriziern nach Beendigung der Ständekämpfe 367 v. Chr.. In diesem Jahr wurde mit den Gesetzen des Licinius Sextus die politische Gleichsetzung beider römischen Stände erreicht. Ursprünglich hatte der Bau eine Breite von 45 und eine Tiefe von 24 Meter.

Tempel der Venus und Roma

Der Tempel der Venus und der Roma (lateinisch Templum Veneris et Romae) ist ein Doppeltempel. Seine erhaltenen Reste befinden sich am dem Kolosseum zugewandten Abhang der Velia.

Auf einem künstlichen Hügel steht der größte Tempel Roms, dessen Pläne angeblich von Kaiser Hadrian selbst stammen.

Die dem Forum Romanum zugewandte Cella (innerer Tempelhauptraum) war der römischen Stadtgöttin Roma geweiht, einer Art Kult der Ewigkeit Roms. In der anderen, dem Kolosseum ausgerichtet, wurde der Venuskult praktiziert, der von Kaiser Hadrian neu belebt wurde, weil er sich als Nachfolger

Tempel der Venus und Roma

eines Geschlechtes sah, das auf die Urmutter Venus zurückführte.

Der Tempel ist mit einer Grundfläche von 145 mal 100 Metern der Größte in Rom. Der Anfang der Bauarbeiten war 121 n. Chr., allerdings wurden sie erst von Hadrans Nachfolger beendet. Im Jahr 307 musste der Tempel nach einem Brand restauriert werden und wurde im

Aussehen stark verändert. Sehr gut erhalten sie heute der westliche Bereich, in dem im 9. Jhd. die Kirche Santa Maria Nuova eingerichtet wurde. Zu Beginn des 13. Jhd. wurde die Kirche barockisiert, wodurch die heutige Fassade entstand.

Der Doppeltempel war der Venus und der Roma geweiht. Die beiden ursprünglich gleichen Tempel stehen spiegelbildlich Rücken an Rücken.

Allerdings ist die Kirche heute als Santa Francesca Romana bekannt, weil 1425 die 1608 heiliggesprochene Francesca de`Ponziani hier einen Orden gründete, in dem sich adlige Frauen caritativ betätigten. Francesca wurde in der Kirche Santa Maria Nuova nach mehreren Exhumierungen (1638 und 1869) in einem Glassarg bestattet. Die Kirche wurde dann später nach ihr benannt.

Noch eine Legende zu dem Platz, auf dem der Tempel der Venus und Roma steht:

Die Apostelgeschichte im Neuen Testament berichtet die Geschichte des geschäftstüchtigen Zauberers Simon Magus. Nachdem er vor dem römischen Kaiser Claudius alle mit seinen Kunststücken in Erstaunen gesetzt hatte, kamen – quasi als Konkurrenz – christliche Missionare, angeblich Petrus und Paulus. Diese verbreiteten durch Handauflegen den Heiligen Geist.
Beeindruckt von diesem neuen Trick, bot Simon den Gottesmännern Geld, wenn sie ihm ihre Technik verraten würden. Doch da biss er bei den Gottesmännern auf Granit und wurde stattdessen aufgefordert, Buße zu tun. Um aber seine Göttlichkeit und seine Überlegenheit gegenüber Petrus und Paulus zu beweisen, erhebt sich Simon in die Luft und schwebte über den Aposteln.

Petrus und Paulus fielen auf die Knie beteten, Gott solle dem Geschehen Einhalt gebieten:

„Doch möge er nicht sterben, sondern bloß unschädlich gemacht werden und sich den Schenkel an drei Stellen brechen. Und Simon stürzte vom Himmel und brach sich den Schenkel an drei Stellen. Da warfen alle Steine auf ihn und gingen heim und vertrauten von nun an Petrus.“

– So steht es in den Petrusakten 32

Eine Marmorplatte mit den Knieabdrücken der Apostel ist in die Südwand der Kirche eingelassen. Man hat damals anscheinend alles aufgehoben, damit wir es heute besichtigen können.

Curia Iulia

Der Name ist eine Abwandlung von Caius Iulius Caesar, der den Bau begonnen hat, also Curia Iulia. Die Curia Iulia am Forum Romanum war im antiken Rom das Sitzungsgebäude des Senats.

Rechts der Backsteinbau ist die Curia Iulia auf dem Forum Romanum, dahinter die Kuppel von Santi Luca e Martina.

Außen wird die Curia von breiten Pfeilern gestützt, die in einer Flucht mit der Fassade liegen und mit Giebeln bekrönt sind.

Sie wurde teilweise in neuerer Zeit restauriert.  Eigentlich ist die Curia Iulia nur eine große Versammlungshalle, ca. 21 Meter hoch, 18 Meter Breit und 17 Meter lang. Die Höhe ist wohl aufgrund der besseren Akustik so hoch gewählt.

Der von Caesar begonnene Bau, der erst unter Kaiser Augustus im Jahr 29 v. Chr. fertiggestellt und geweiht werden konnte,

Die Front der Curia Iulia

wurde zum Teil auf der älteren Curia Cornelia wieder aufgebaut, die wiederum auf den Trümmern der Curia Hostilia aufgebaut wurde, von der man Reste unter der angrenzenden Kirche Santi Luca e Martina gefunden hat. Die Curia Iulia gestattete einen direkten Zugang zum neuen, unmittelbar anschließenden Caesarforum, das von Caesar 46 v. Chr. eingeweiht wurde und auf dem sich die Senatoren oft versammelten, solange das neue Sitzungsgebäude noch nicht fertig war.

Aufgrund der Nutzung als Kirche im Mittelalter ist der Hauptbau vollständig erhalten. Aber wie schon angemerkt, ist es nicht das ursprüngliche Gebäude, sondern eine Wiederaufbau aus dem Jahre 303 n. Chr., der notwendig wurde, weil ein Brand im Jahre 283 n. Chr. das ganze Viertel zwischen Caesar-Forum und Basilica Iulia zerstörte.

Häufig wird in Berichten geschrieben, dass Julius Caesar in der Curia Iulia niedergestochen und ermordet wurde. Das kann natürlich nicht sein, weil der Bau erst 15 Jahre nach seinem Tode beendet wurde. Außerdem tagte der Senat nicht ausschließlich dort, sondern auch in anderen Tempeln. Sein Todesort war laut Wikipedia das Marsfeld, in der Curia des Pompeius.

In einem Teil der angrenzenden Gebäude befindet sich heute die Kirche Santi Luca e Martina, was wie schon gesagt, der Hauptgrund für die gute Erhaltung der Curia Iulia ist. Bereits im 5. oder 6. Jhd. übernahmen Christen das leer stehende Gebäude und weihten es der Heiligen Martina. Auch hier wieder eine schöne Legende:

Marina, die Tochter eines römischen Consuls war, sollte im Apollotempel opfern. Stattdessen schlug sie vor der Götterstatue ein Kreuz, woraufhin die Statue zerbarst und der Tempel einstürzte. Daraufhin sollte sie hingerichtet werden, doch der Löwe, der sie fressen sollte, legte sich ihr zu Füssen. Schließlich wurde sie enthauptet.

Ihre jetzige Wirkung verdankt die Curia Iulia allerdings dem Umbau von 1932 bis 1937, mit dem Mussolini versuchte, das Gebäude so wieder aufzubauen, wie es nach dem Brand im Jahr 283 n.Chr. ausgesehen haben soll. Damit allerdings erweckt man den Eindruck, es sei eines der besterhaltensten Bauwerke der Spätantike.

Rechts am Bildrand die Curia Iulia, in der Mitte der Konstantinbogen.

Konstantinbogen

Dieser dreitorige Bogen über die Via Triumphalis wurde zur Erinnerung an die Schlacht bei der Milvischen Brücke errichtet. In dieser Schlacht hatte Konstantin der Große seinen Rivalen Maxentius im Jahre 312 besiegt, außerdem feierte man das 10-jährige Regierungsjubiläum. 312 begonnen, wurde der Triumphbogen drei Jahre später eingeweiht. Um den Konstantinbogen so schnell fertigstellen zu können, wurde er aus Teilen anderer Denkmäler errichtet. Die meisten Reliefs der Schaufronten gehen auf ältere Denkmäler für Trajan, Hadrian und Marc Aurel zurück. Bei der Wiederverwendung hat man die Köpfe der Kaiser vielfach entfernt und durch das Bildnis Konstantins ersetzt. Also auch hier wird wieder alles zusammen „geklaut“, was man braucht. Da wird auch vor Denkmälern anderer Kaiser nicht halt gemacht. Allerdings gibt es auch evtl. auch noch einen symbolischen Charakter dieses „Diebstahls“. Ihm werden ruhmreiche Vorgänger als Leitbilder zur Seite gestellt. Er soll siegreich wie Trajan, mutig wie Hadrian und weise wie Marc Aurel sein und die Macht und das Ansehen des Reiches mehren, während seine Inschrift ihn als Befreier und Friedensstifter ehrt. Doch dafür hätte man ja nicht diverse Köpfe anderer Kaiser durch seinen ersetzen müssen.

Hier kann man Bildhauerkunst aus dem 2.-4. Jhd. bewundern, weil man den Figurenschmuck aus älteren Monumenten herausgebrochen und hier wieder eingesetzt hat.

Unter anderem besteht der Bogen aus Teilen der Kolossalstatue des Nero, die vor dem Kolosseum stand. Bei Restaurierungsarbeiten wurden im oberen Teil des Bogens Widmungen an den „göttlichen Romulus“ gefunden, die aus der Basis der Nerostatue waren.

Mit seinen 21 Metern Höhe und knapp 26 Metern Breite, handelt es sich beim Konstantinbogen um den größten, antiken Triumphbogen Roms.

Der Kontantinbogen ist nicht nur der bedeutendste und größte Triumphbogen Roms, sondern auch eines der letzten Bauwerke, das im antiken Rom entstanden ist, weil die Bedeutung Roms zu dem Zeitpunkt bereits am sinken war. Rom steckte zu Beginn des 4. Jahrhunderts in einer schweren Krise. Denn man feiert mit dem Bogen nicht einen Sieg über Feinde, sondern den eines Regenten über seinen römischen Rivalen. Das zeigt die Uneinigkeit im Lande selbst.

Auch die Ausführung des Monuments spiegelt die damaligen Verhältnisse wider: Mitten in der Stunde des größten Jubels zeichnen sich bereits die ersten Verfallserscheinungen ab.

Die Reliefs neben der Weiheinschrift hatten ursprünglich einmal der Würdigung Marc Aurels gedient. Sie stammen von einem im Jahr 176 für den Kaiser Marc Aurel errichteten Triumphbogen.

Die drei Durchgänge des Bogens berichten auf Reliefs über Kaiser Konstantin und seine Taten. Wir konnten leider nicht durch ihn hindurchgehen, weil er mit einem Zaun umgeben ist.

Basilica Aemilia

Unmittelbar rechts von der Abstiegsrampe befindet sich eine Platte mit einer dem Sohn des Kaisers Augustus gewidmeten Inschrift. Dahinter liegen Reste der Basilica Aemilia, ein Bau für Zivilzwecke, vielleicht eine Börse oder ein Gerichtshof. Zum Forum hin war der Fassade einer zweistöckigen Säulenhalle. Hinter den Arkaden befanden sich verschiedene Geschäftsräume.

Bis ins 7. Jh. n. Chr. diente die Basilica Aemilia einerseits als Bank für Kapitalbeschaffung und Verkaufsstätte wertvoller Geräte aus Metall, andererseits als Gerichtsstätte für Zivilprozesse.

Durch drei Eingänge gelangte man in den Innenraum, dessen rund 70 x 29 Meter großer Innenraum durch Säulen aus afrikanischem Marmor auffiel.

Die Basilica Aemilia wurde 179 v. Chr. errichtet. Nach ihren beiden Erbauern hieß sie zunächst Basilica Aemilia et Fulvia. Nachdem Mitglieder der Familie der Aemilier die Basilica in der Zeit der späten Republik und in der frühen Kaiserzeit mehrmals restauriert hatten, nahm sie mehr und mehr den Charakter eines Familienmonuments für die Familie Aemilia an und hieß entsprechend nur noch Basilica Aemilia. Die

letzten beiden Restaurierungen nahmen die Aemilii allerdings nicht mehr selber vor: Das Geld für die Arbeiten kam im einen Falle von Caesar, im anderen von Tiberius, die damit die Familie belohnten. Danach wurde das Gebäude noch einmal 410 n. Chr. wiederaufgebaut. Danach verfiel das Gebäude. Die Reste der Marmorfassade wurden schließlich dann im Jahre 1500 entfernt.

Titusbogen

Die Via Sacra führt als breitester Hauptweg durch das Forum und verbindet das Forum Romanum mit dem Kolosseum. Der eintorige Titusbogen markiert ihren höchsten Punkt. Der Siegesbogen misst eine Höhe von 15,4 und eine Breite von 13,5 Metern.

Den Schlussstein des Gewölbes schmücken die Göttin Roma.

Er ist der älteste erhaltene Triumphbogen Roms und wurde von Kaiser Domitian zu Ehren seines Vorgängers und Bruders Kaiser Titus errichtet – weil dieser noch als Feldherr 70 n. Chr. Jerusalem eroberte, dort den Tempel zerstörte, die Schätze plünderte. Die Darstellungen auf dem Bogen erzählen von diesen Ereignissen. Der Bogen ist 14,50 Meter hoch, 13,50 Meter breit und 4,75 Meter tief und wurde aus pentelischem Marmor (aus Griechenland) erbaut.

Der Bogen wurde Titus vom Senat und Volk gestiftet und hat als Widmungsinschrift:

SENATUS
POPULUSQUE ROMANUS
DIVO TITO DIVI VESPASIANI F(ILIO)
VESPASIANO AUGUSTO
Der Senat
und das römische Volk (haben diesen Bogen errichtet)
dem vergöttlichten Titus Vespasianus Augustus
dem Sohn des vergöttlichten Vespasian.

 

Basilika des Maxentius

Längs der Via Sacra liegen die beeindruckenden Ruinen der Basilika des Maxentius, die die letzte und größte römische Basilika ist. Sie weist großartige Dimensionen auf und wurde 306-312 erbaut. Die Grundfläche der Basilika beträgt 100 x 65 m.

Basilica des Maxentius (rechts die Gewölbe, links ist Tempel des Romolus oder Iuppiter Stator, da gehen die Meinungen etwas auseinander.
Längs der Via Sacra liegen die beeindruckenden Ruinen der Basilica des Maxentius.

 

Sie bestand aus einem großen Mittelschiff mit zwei kleineren Seitenflügeln und einer Apsis (halbkreisförmiger Raum).

Er ließ diese Basilika als monumentale Empfangshalle errichten. Das Bauwerk sollte seine Besucher, die sich ihm nur von vorn nähern konnten und somit die Längsachse des gewaltigen Bauwerks abschreiten mussten, einschüchtern.

Der Bau wurde von Maxentius begonnen und von Konstantin vollendet, weil letzterer im Jahre 312 seinen Konkurrenten besiegt. Die Basilika nahm die Stelle der Lagerräume für Gewürze ein. Um die Basilika zu errichten, mussten ein alter Tempel, einige Lagerhäuser und ein Wohngebiet weichen. Heute ist nur noch ein Teil erhalten, doch lassen sich die enormen Dimensionen des Bauwerks noch erahnen.

Tempel des Romulus

Tempel des Romulus

Der Tempel des Romulus ist ein Ziegelrundbau mit Kuppel und wurde 309 n.Chr. gebaut. Er liegt zwischen  der Basilica des Maxentius und dem Antonius und Faustina Tempel. Allerdings wird häufig auch ein anderer Name genannt. Es wird immer davon ausgegangen, der Kaiser Maxentius, der nebenan die Basilika gebaut hat, habe den Tempel für seinen früh verstorbenen Sohn Romulus errichten lassen.

Der Tempel des Romulus oder Iuppiter Stator ist der Rundbau, links daneben der Tempel des Antonius
von der Seite. Leider habe ich davon kein anderes Bild, das auch die Säulen auf der anderen Seite zeigt.

Das könnte falsch sein, mittlerweile glaubt man, dass es sich um einen Tempel für Iuppiter Stator handelte. Eine Sage meint, dass an der Stelle, die, sich auf der Flucht im Kampf gegen die Sabiner befundenen Truppen von Romulus, kehrt machten, nachdem Romulus sich flehend an die Gott Iuppiter gewandt hatte. Also ist der Tempel wohl ein Dankestempel für Iuppiter Außerdem soll er von Konstantin geweiht sein, was der sicherlich nicht für den Sohn seines ärgsten Widersachers gemacht hätte. Jedenfalls besagen das Überlieferungen einer Inschrift, die bis ins 16. Jahrhundert im Tempel zu sehen war.

Im 6. Jahrhundert gehörte der Tempel zu einer Kirche, wohl ein Grund, warum er noch so gut erhalten blieb. Die Bronzetür ist noch die Originaltür.

Castor und Polluxtempel

Neben der Basilica Iulia befindet sich dieser Tempel. Auch zu ihm gibt es wieder eine Sage:

Die Römer kämpften gegen die Latiner,  die die Stadt erobern wollten. Während der Schlacht (499 v. Chr.) sollen zwei geheimnisvolle Reiter erschienen sein, die den Römern halfen, den Sieg zu erringen Danach sah man sie ihre Pferde an der Iuturna Quelle auf dem Forum Romanum tränken, den Sie verkünden und dann verschwinden. Das Volk erkannte angeblich die Castor und Pollux (Göttliche Zwillinge – Söhne von Zeus aus der griechischen Mythologie).

Erbaut wurde der Tempel zum Gedenken an die geheimnisvolle Erscheinung. Eingeweiht im Jahre 484 v. Chr.. Er wurde dann mehrfach restauriert 117 v. Chr./74 v. Chr..  Im Jahre 0 brannte der Tempel aus und 6 n. Chr. wurde der Wiederaufbau beendet, der Tempel wurde von Tiberius (Kaiser von 14 bis 37 n. Chr.) neu geweiht. Der Tempel diente auch dem Senat als Versammlungsraum und später war dort das staatliche Eichamt untergebracht.

Von dem Tempel sind nur noch drei Säulen erhalten geblieben, die gleichzeitig als Wahrzeichen des Forum Romanum gelten.

Triumphbogen des Septimus Severus

Oben ist eine sehr lange Inschrift angebracht.

Dieser Triumphbogen ist zu Ehren der Siege des Septimius Severus über die Parther (iranisches Reich) im Jahr 203 n. Chr. errichtet worden. Es ist komplett mit Marmor verkleidet und 23,27 Meter breit, 20,88 Meter hoch und 11,20 Meter tief.

Der Triumphbogen steht an der Stelle, wo die Via Sacra ihren Anstieg zum Kapitol beginnt. Diese Straße führt in der Mitte durch.

Die beiden seitlichen Durchgänge sind über Stufen zu erreichen. Die beiden Hauptseiten (zum Forum und zum Kapitol) sind reich verziert. Die Wandfelder oberhalb der Seitenbögen sind mit großen Relieftafeln ausgestattet, die von den Hauptereignissen des Feldzuges gegen die Parther (195 und 197 n. Chr.) berichten. Grund für den relativ guten Zustand des Bogens ist die Tatsache, dass er im Mittelalter in Festungsbauten mit einbezogen wurde. Allerdings setzt ihm heute die Luftverschmutzung stark zu.

An beiden Seiten des oberen Stockwerks ist eine Inschrift angebracht:

„Dem Imperator Caesar Septimius Severus, dem Sohn des Marcus, dem Pius, Pertinax, Augustus, Vater des Vaterlandes, dem Besieger der Parther, der Araber und des parthischen Adiabene, dem Pontifex Maximus, der zum elften Mal Träger der Macht eines Tribuns, zum elften Mal zum Imperator ernannt, zum dritten Mal Konsul und Prokonsul ist; und dem Imperator Caesar Marcus Aurelianus Antoninus, Sohn des Lucius, dem Augustus, Pius, Felix, der zum sechsten Mal die Macht eines Tribunen hat, dem Konsul, Prokonsul, Vater des Vaterlandes; den besten und stärksten principes, für die Rettung des Staates und die Erweiterung des Herrschaftsbereichs des römischen Volkes und für ihre außerordentlichen Leistungen in der Heimat und in der Fremde. Der Senat und das Volk von Rom.“  –  Fazit: Wohl ein ganz wichtiger Mann!

Rechts vor dem Triumphboden (aus Sicht des Forums) steht der Sockel eines Reiterstandbildes des Kaisers Constans II. anlässlich seines Sieges über den Usurpator Magnentius, das im Jahr 352 n. Chr. aufgestellt wurde.

Ein letzter Blick auf das Forum Romanum, vom Kapitol aus. Interessant, was man heute noch alles aus der Zeit weiß, bei vielen Steinen muss man aber wirklich eine gute Vorstellungskraft haben, um das zu sehen, was einem erzählt wird. Ich hoffe, dieser Ausflug war nicht zu umfangreich. Doch kürzer war es kaum möglich, weil selbst ich als Fotograf ansonsten den Überblick verloren hätte. Insgesamt haben die meisten der früheren Gebäude wahnsinnig große Ausmaße gehabt. Wenn die zu irgendeinem Zeitpunkt wirklich alle zusammen dort gestanden haben, dann war das eine Enge wie sie heute in Großstädten kaum zu finden ist.

Diese Exkursion wurde zwar auf einem Extra Fenster gestartet, Sie könnten also einfach schließen und müssten wieder auf dem Ursprungsfenster, wahrscheinlich Rom sein. Sie könnten aber auch einfach diesen Link anklicken und kommen direkt auf die Romseite.

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