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Mercerisierte Baumwolle klingt toll

Mercerisierte Baumwolle klingt toll, doch

was bedeutet eigentlich „Mercerisierte Baumwolle“?

Wenn Baumwolle geerntet wird glänzt sie eigentlich durch den enthaltenen Zellsaft. Doch die Ernte trocknet sie aus und sie wirkt daher dann sehr stumpf. Nun versucht man mit einem teuren Veredelungsverfahren diesen Glanz zurückzugewinnen. Dabei wird mit kalter Natronlauge eine neue Faserstruktur erreicht und eine andere Lichtbrechung. Die Baumwolle bekommt nicht nur ihren Glanz zurück, sondern glänzt sogar stärker als im Rohzustand.

Zusätzlich kann die Baumwolle dann besser und effektiver, also mit weniger Farbe und gleichmäßiger eingefärbt werden und die Strapazierfähigkeit und Reißfestigkeit wird erhöht. Das Material läuft danach auch nicht mehr ein und hat einen weichen Griff.

Weil dieses Verfahren sehr aufwändig und teuer ist, wird es natürlich nur bei hochwertigen Baumwollstoffen gemacht. D.h. das Endprodukt ist natürlich etwas teurer, aber nicht nur wegen der Behandlung, sondern auch weil das Grundmaterial wertiger ist.

Mercerisiertes Polo aus unserm Shop

Sie merken das an einem besonders leichten und luftigen Tragegefühl, fast knitterfreiem Look und daran, dass Sie sich einfach wohlfühlen in einem mercerisierten Bekleidungsteil. Denn der seidenartige Glanz verschwindet auch nach mehrmaligem Waschen nicht.

Als weitere Steigerung gibt es dann noch die doppelt mercerisierte Baumwolle. Wie der Name schon sagt, hat man hier den Vorgang zweimal ausgeführt, wodurch das Material noch feiner im Griff wird.

„Natronlauge“?

Keine Sorge davon merken Sie nichts. Denn das Mercerisieren mit der Natronlauge erfolgt meist im Rohzustand, noch vor dem Färben des Garnes und wird recht aufwändig wieder ausgewaschen. Sie haben davon also keinen Rückstand in der Bekleidung selbst. Denn die Lauge ist nur wichtig zum Verändern der Baumwolleigenschaften und nicht als Bestandteil in der Ware.

… und noch ein weiteres

Aber natürlich kein Vorteil ohne einen Nachteil. Ich möchte an dieser Stelle nicht versäumen zu erwähnen, dass natürlich beim Auswaschen der Natronlauge viel Wasser verwendet wird und das natürlich auch wieder das Ökosystem beeinträchtigt. Dagegen allerdings steht, der in der Menge und der Intensität geringere Bedarf an Farbe beim Einfärben, was wiederum einen Vorteil für die Ökologie hat.

Wie man überhaupt darauf kam?

Entdeckt hat das ein John Mercer im 19. Jahrhundert. Er hatte zufällig ein Baumwolltuch als Filter benutzt, als er Natronlauge filtrierte und bemerkte, dass das vollgesaugte Tuch nach dem Aufquellen deutlich schöner war und veränderte Eigenschaften hatte.

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