Schultze mit tz

Venedig

Venedig –
– sehen und sterben,

Erste Ansicht bei der Fahrt mit dem Motorboot vom Flughafen zum Markusplatz

so sagt man immer. Die Stadt ist sehenswert, ob wir allerdings eine Hochzeitsreise nach Venedig, der Stadt der Verliebten, machen würden?
Venedig ist in die Jahre gekommen, und das merkt man gerade im Winter schon sehr. Wir waren im Februar 2012 da. Eigentlich die schönere Zeit, denn im Sommer ist alles von Touristen überlaufen und zudem soll Wasser, Holz und eine von Touristen heimgesuchte Stadt, da schon ein wenig „riechen“.
So konnten wir eine ruhige, gelassene Stadt durchkämmen und uns die Besonderheiten ansehen.

Wenn Sie glauben andere Städte, die Sie schon gesehen haben seien teuer, na dann fahren Sie einmal nach Venedig. Man ruiniert sich zwar nicht vollständig, wenn man in Venedig Urlaub macht. Wer Hunger oder Durst hat – niemals auf dem Markusplatz und auch nicht neben der Rialtobrücke. Man zahlt den hohen Preis nicht für den Kaffee, sondern für das Ambiente.

Was uns sehr gut gefallen hat, war die Friedhofsinsel San Michele, von der wir bis dahin noch nichts gehört hatten und Murano, wo ich es nicht schaffte, meine Frau auch nur halbwegs von den Glasgeschäften fernzuhalten. Die Berichte dazu finden Sie aber auf zwei anderen Seiten. San Michele hier und Murano dort.

Doch erst einmal ein paar Infos zu Venedig:
Zu Venedig, im Norden Italiens gelegen, gehören etwa 118 Inseln und die Lagune. Venedig ist 1987 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt worden. Die Stadt hat sehr oft inspirierend auf Künstler gewirkt, was man an jeder Ecke bemerkt. Heute sind die vielen Touristen sowohl gut, als auch schlecht für Venedig. Gut, weil die Einnahmen wichtig sind, um die überalterte und häufig von Überschwemmungen bedrohte Stadt vor dem Zerfall zu retten; schlecht, weil natürlich gerade die Touristen auch zu vielen Umweltbelastungen beitragen. Für uns war es ein großes Erlebnis, beim Auslaufen unseres Kreuzfahrtschiffes direkt am Markusplatz und der Innenstadt vorbeifahren zu können, allerdings sorgen die Wellen solcher Schiffe für arge Probleme. Denn über kurz oder lang höhlen die Wellen die Fundament aus. Und was passiert, wenn dort mal ein Schiff umkippt ist gar nicht auszudenken. Einen interessanten Artikel der Stuttgarter Zeitung zum selben Thema finden Sie hier!

Die dort beschriebene Lösung Kreuzfahrtschiffe ab Januar 2015 nicht mehr an San Marco vorbeifahren zu lassen, hat nicht allzu lange Bestand gehabt. Die Venezianer haben ein Verbot von riesigen Kreuzfahrtschiffen in ihrer Stadt sehr hart erstritten. Doch  kurze Zeit später hat ein Verwaltungsgericht den Bann wieder aufgehoben. Erst müssten Alternativrouten angeboten werden. Bereits am 13.1.2015 konnte man in www.spiegel.de davon lesen.

Da ist das Geld, das Kreuzfahrtschiffe und Touristen in die Stadt bringen wohl doch zu viel, als dass man drauf verzichten möchte.

Doch zunächst weiter im Text, es gibt nicht Eine Sehenswürdigkeit, nein die Stadt an sich ist Die Sehenswürdigkeit.

Die gesamte Stadt, mit allen Gebäuden, Brücken und Plätzen, wurde auf Holzpfählen errichtet und kann am besten mit Booten oder zu Fuß erkundet werden. Wir sind vom Flughafen, der auf dem Festland ist, mit einem Boot zur Lagune gefahren.

Unser Koffer“fahrer“

Weil es nichts Fahrbares in der Stadt gibt, hat unsere Koffer ein Kofferträger, oder besser ein Kofferläufer ins Hotel gebracht. Dabei konnten wir für die spätere Orientierung schon viel sehen.

2014 hatte man tatsächlich darüber nachgedacht, Koffermodelle mit Plastikrädern zu verbieten. Wer mit einem entsprechenden Koffer die Ruhe stört, sollte nach dem Willen der städtischen Behörden künftig ein Bußgeld von bis zu 500 Euro zahlen, Dem Gesetzentwurf zufolge sollten Koffer mit leisen Gummirollen oder luftgefüllten Rädern aber erlaubt bleiben – die anderen Krachmacher sollten ganz klassisch durch die Gassen und über die Brücken der berühmten Lagunenstadt getragen werden. Das kam aber Gott sei Dank nicht durch.

Gondoliere in Venedig

Beeindruckend sind die Gondoliere, die im Februar zwar selten singend durch die Gegend fuhren, aber trotzdem ohne schwanken oder andere Probleme auch mit mehreren Gondeln aneinander vorbeifuhren.

Da wurde der Kanal schon ganz schön eng.

Insgesamt brauchen die Gondoliere aber allein wegen ihrer Preise schon viele Touristen, damit ein Bodensatz davon dann wirklich bereit ist sie zu engagieren. Wir haben ausschließlich ein paar Japaner als Fahrgäste gesehen. 60-100 Euro für eine Fahrt ist auch schon eine ganze Menge Geld. Dadurch ist die Lizenz auch so heiß begehrt, dass alles Neue sofort weggedrängt wird. Wussten Sie eigentlich, dass Gondoliere ein Beruf ist, der viel von Tradition bestimmt ist? Um eine Lizenz zu bekommen, muss schon ein Gondoliere sterben oder in Rente gehen. Dadurch ist eine Lizenz wahrscheinlich wie die Chance zum Gelddrucken. Frauenquote – nein danke! Und was, wenn doch einmal eine Frau Gondoliere, oder sagt man Gondolierin werden will. Dazu hat Almut Irmscher von Sempre Italia im August 2010 etwas interessantes geschrieben. Zum Nachlesen bitte hier.

Mit dem Vaporetto zur bekanntesten Brücke Venedigs

Warum die Rialtobrücke zu einem der meist fotografierten Motive Venedigs geworden ist, hat viele Gründe. Einer liegt sicher in der einstigen Bedeutung des Bauwerks. Als sie entstand, war sie die erste Brücke, die den Canale Grande überspannte und es so Venezianern erlaubte, trockenen Fußes von einem Stadtteil zum anderen zu gelangen.

Venedig wurde auf über 100 Inseln erbaut und es wird von 150 Kanälen durchzogen. Da st es nicht verwunderlich, dass es unglaublich viele Brücken gibt. Über 350 Stück sollen es sein. Klar ist, welche dieser vielen Überwegungen die berühmteste ist.

Direkt vor der Rialtobrücke sind viele kleine Restaurants

Die Ponte di Rialto. Es war die erste Brücke, die in Venedig zur Überquerung des großen Kanals gebaut wurde. Ursprünglich war sie eine kleine Holzbrücke; heute ist sie ein pompöses Bauwerk, das viel mehr ist als bloß eine Brücke, auf der man den Kanal überquert. In den Überbauten sind eine Menge kleiner Läden untergebracht.

Eindeutig die Rialtobrücke, die eindrucksvoll den Canal Grande überspannt und damit die Quartiere San Marco und San Polo verbindet.

Eine Fahrt mit der Vaporetto auf dem Canal Grande gehört zum Standard-Programm eines jeden Venedig-Besuchers. Fährt man einmal mit dem Schiff das knapp 3 km lange S entlang, so sieht man bereits einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt,

und zwar von bester Perspektive aus, denn die Paläste haben ihre Prachtfassaden zum Canal hin und nicht etwa auf der Rückseite. Alle Bilder in diesen Bericht zu packen wäre zu viel gewesen. Kleiner Tipp: Machen Sie die Fahrt doch einfach mal selbst!!

Wir haben die Tour zur Rialtobrücke am Abend gemacht und ich glaube die Bilder der Brücke in der Dämmerung sind sehr schön geworden. Manchmal wusste man gar nicht, ob man links oder rechts schauen soll. Die Rialto-Brücke ist übrigens auch heute noch eine Art Zentralpunkt in Venezia. Sie verbindet die beiden Stadtteile San Polo und San Marco. Und auf seinen Spaziergängen durch die Gassen der Altstadt findet man immer wieder Wegweiser, die einen in Richtung Rialto führen. Direkt hinter der Rialto-Brücke befindet sich auch die gleichnamige Vaporetto-Station, an der wir das Boot verlassen haben, um durch die Gassen zum Hotel zurück zu bummeln.

Beeindruckt hat uns aber besonders ein im Internet hochgelobter Buchhandel.

Allerdings darf auch niemand an dem Chaos rühren, sonst findet der Buchhändler nichts mehr wieder. Im Übrigen war an jedem Buch ein Europreis, irgendwer muss sich wohl die Mühe einmal gemacht haben.

Nie im Leben hätte ich gedacht, dass dort noch jemand irgendetwas wiederfindet, aber der Inhaber hat uns echt erstaunt. Wir suchten eine italienische Bibel und er fand sie auf Anhieb.

Piazza San Marco

Der bedeutendste Platz in Venedig ist der Markusplatz mit 175 m Länge und 82 m Breite. Er wird geprägt vom Markusdom mit dem Glockenturm, dem Campanile, und dem Dogenpalast. Leider war der Campanile aufgrund von Bauarbeiten nicht zu besteigen.

Das berühmteste Café ist das „Caffé Florian“, als ältestes Kaffeehaus Europas. Da müsste man Vermieter sein. Das Café wurde 1720 gegründet und ist immer noch am selben Ort unter den Arcaden. Wie vorher schon gesagt, am Markusplatz zeigt man sich, man muss dort nicht Essen und Trinken.

Der Markusdom

Das Mosaik der Porta Sant’Alipio, des linken Portals, ist das einzige erhaltene Mosaik des Mittelalters an der Westfassade. Es zeigt die Überführung der Gebeine des hl. Markus in den Dom in Anwesenheit des Bischofs und des Dogen. Die Fassade der Markuskirche im Hintergrund ist mit den wichtigsten Charakteristika ihrer Gestalt in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts wiedergegeben.

In venezianische Amtskleidungen gehüllte Magistrate, allen voran der Doge, verehren den Staatsheiligen, Sebastiano Ricci (1659–1734), 1728, Mosaik in der Lünette oberhalb des Portals nördlich des Hauptportals

In Venedig erhebt sich atemberaubend mit seiner prächtigen, orientalischen Fassade im Osten des Markusplatzes. Mit ihren herrlichen Kuppeln, Kunstschätzen und Mosaiken ist der Markusdom, die Basilica San Marco, eine der prunkvollsten römisch-katholischen Kirchen der Welt. Im 09. Jahrhundert wurde der Markusdom ursprünglich als letzte Ruhestätte des Heiligen Markus errichtet, dessen sterblichen Überreste 828 nach Venedig geschmuggelt worden waren. Ein Feuer zerstörte 976 diesen ersten Kirchbau auf der Piazza San Marco.

Der herrliche Markusdom stammt aus dem 11. Jahrhundert und wurde seitdem mehrfach umgestaltet. Auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes erhebt sich der Bau im byzantinischen Stil. Überspannt von hohen Kuppeln wurde die Basilica San Marco ausgestattet mit unvergleichlichen Kunstschätzen aus der westlichen und östlichen Welt.

Berühmt sind vor allem die Vorhallenmosaike, die Mosaike der Pfingst- und der Himmelfahrtskuppel sowie die Fassadenmosaike der Kathedrale.

Die Fassade ist 52 Meter lang und hat fünf gerundete Bogenportale, die von Säulen gestützt werden. Die Bögen sind mit byzantinischen Mosaiken verziert.

Jedes Mosaik ist eine symbolische Abbildung.

Wen die Geschichte des Doms interessiert, der bekäme hier mehr Informationen.
http://www.geschichte-venedigs.de/_markusbasilika.html

Der Dogenpalast

(ital. Palazzo Ducale) ist der Sitz der Regierungs- und Justizorgane der Stadt Venedig.

Im Innenhof des Palazzo Ducale mit den beiden großen bronzenen Brunnen aus dem 16. Jahrhundert befinden sich wunderschöne offene Arkaden und Loggien sowie der repräsentative und reich verzierte Arco Foscari, der um 1470 vollendet wurde und vom heiligen Markus überragt wird.

Insgesamt 120 Dogen haben von hier aus in über 1.000 Jahren Venedig regiert. Der erste Dogenpalast, der an dieser Stelle entstanden ist, existiert allerdings schon lange nicht mehr. Das heutige Gebäude ist im 14. und frühen 15. Jahrhundert in der Stilepoche der Gotik entstanden. Die Fassade, die auf kaum einer Stadtansicht von Venedig fehlt, ist mit strahlend weißem Marmor verkleidet und mit unzähligen kleinen Bögen, Säulen und Kapitellen verziert.

Im Herbst werden auf den Platz Stützen mit Brettern gestellt, damit er bei Hochwasser überquert werden kann. Wir sahen zwar noch die abgebauten Bretter, aber ansonsten war der Platz trocken.

Die historischen Plätze werden aber ab November zu kleinen Seen, die Gassen unpassierbar, Keller und untere Stockwerke laufen voll und das Leben wird mühsam in Venedig. Bürger und Politik stemmen sich schon lange mit vielen verschiedenen Maßnahmen gegen das „Versinken Venedigs“. Es gibt nämlich zwei Probleme: Erstens den durch den Klimawandel steigenden Meeresspiegel und zweitens versinkt Venedig durch das Gewicht der vielen Bauwerke im Schlick. Ob der Teufelskreis aufzuhalten ist, zu hoffen wäre es.

Der Artikel von www.planet-wissen.de vom 8.5.2014 ist da sehr interessant zu lesen.

Kaum Touristen, aber jede Menge Tauben.

Schön war die Morgenstimmung vor dem Frühstück. Außer uns waren nur wenige Leute unterwegs und jede Menge Tauben. Insgesamt ist Venedig ein teures Pflaster, gerade was die typischen Plätze der Touris angeht.

Bevor wir dann Venedig mit dem Kreuzfahrtschiff verließen, hatten wir noch einen schönen Blick aus der Lagune heraus.

Blick im Morgengrauen auf die dem Markusplatz gegenüber liegende Insel.

Ich weiß, oben habe ich geschrieben, dass es Probleme für die Stadt gibt, wenn die Kreuzfahrtschiffe so nah am Markusplatz vorbeifahren. Und nach dem Unglück der Costa ist man da auch sensibler. Doch das Erlebnis und der grandiose Eindruck, den wir hatten, als wir direkt an Venedig vorbeifuhren und von weit oben auf die Stadt schauen konnten, war einfach toll. Das möchte ich nicht missen, obwohl die Vernunft anderes sagen würde. Ich lasse die Bilder einfach mal unkommentiert am Schluss dieses Berichtes stehen.

2 Kommentare zu “Venedig

  1. Dirk Fetzer

    der Kanal heißt Canal Grande … nichts mit Canale … auch wenn das die Deutschen so gerne sagen … der Espresso heißt ja auch nicht Expresso

    1. admin Autor des Beitrags

      Sie haben natürlich Recht, werde ich sofort ändern. Canale Grande klingt aber irgendwie runder, italienischer, oder? 🙂

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